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20.01.2026
17:32 Uhr

Macron wettert gegen Trump: „Wir beugen uns keinen Tyrannen"

Macron wettert gegen Trump: „Wir beugen uns keinen Tyrannen"

Der transatlantische Graben vertieft sich dramatisch. Während Donald Trump mit einer beispiellosen Zollkeule gegen Europa ausholt, kontert Frankreichs Präsident Emmanuel Macron mit scharfer Rhetorik. Beim Weltwirtschaftsforum in Davos erklärte der französische Staatschef unmissverständlich: Europa werde sich weder einschüchtern lassen noch vor Tyrannen kapitulieren.

Trumps Grönland-Obsession spaltet den Westen

Was wie ein schlechter Scherz klingt, ist bittere Realität geworden. Der amerikanische Präsident droht europäischen Verbündeten mit massiven Strafzöllen, sollten diese ihm nicht die Übernahme Grönlands ermöglichen. Eine Forderung, die in ihrer Dreistigkeit ihresgleichen sucht und die NATO-Partner Dänemark sowie die gesamte EU vor den Kopf stößt.

Macron, der während seiner Rede in Davos auffällig eine Pilotensonnenbrille trug – angeblich wegen eines geplatzten Blutgefäßes im Auge –, fand deutliche Worte. Frankreich und Europa würden nicht „passiv das Recht des Stärkeren akzeptieren", so der Präsident. Ein solches Verhalten führe unweigerlich zur „Vasallisierung" des Kontinents.

Private Nachrichten auf Truth Social veröffentlicht

Besonders pikant: Trump veröffentlichte kurzerhand private Nachrichten von Macron auf seiner Plattform Truth Social – ein beispielloser Bruch diplomatischer Gepflogenheiten. In dem Austausch, dessen Echtheit französische Quellen bestätigten, schrieb Macron an Trump: „Ich verstehe nicht, was Sie mit Grönland vorhaben." Der französische Präsident bot zudem an, ein G7-Treffen unter Einbeziehung Russlands auszurichten.

Trumps Reaktion auf Macrons Weigerung, seinem sogenannten „Board of Peace" beizutreten, ließ nicht lange auf sich warten:

„Ich werde einen 200-prozentigen Zoll auf seine Weine und Champagner erheben, und er wird beitreten."

Europa rüstet sich zum Gegenschlag

Die EU-Führung reagiert mit ungewohnter Entschlossenheit. Für Donnerstagabend wurde ein Notfallgipfel in Brüssel einberufen. Zölle auf amerikanische Waren im Wert von 93 Milliarden Euro, die nach einem Handelsabkommen im vergangenen Sommer ausgesetzt wurden, könnten bereits am 6. Februar wieder in Kraft treten.

Macron drängt darüber hinaus auf den erstmaligen Einsatz des sogenannten Anti-Coercion Instrument der EU – intern als „Handelsbazooka" bezeichnet. Dieses Instrument könnte amerikanischen Unternehmen den Zugang zu öffentlichen Ausschreibungen verwehren oder den Handel mit Dienstleistungen wie Technologieplattformen einschränken.

Frankreich als Zielscheibe

Dass Macron von Trump besonders ins Visier genommen wird, überrascht Beobachter kaum. Der französische Präsident hat sich als einer der wenigen europäischen Staatschefs getraut, dem amerikanischen Präsidenten offen die Stirn zu bieten. „Indem Frankreich den Widerstand anführt, wird es zur Zielscheibe", kommentierte der Macron-nahe Abgeordnete Pieyre-Alexandre Langlade die Situation.

Ein geplantes Treffen zwischen beiden Präsidenten in Davos wird es nicht geben. Macron bestätigte, seinen Zeitplan nicht ändern zu wollen – er reise planmäßig am Abend ab, während Trump erst am Mittwoch im Schweizer Bergort eintreffen wird.

Die Lehren für Deutschland und Europa

Die aktuelle Eskalation zeigt einmal mehr, wie fragil das transatlantische Bündnis geworden ist. Während die neue Bundesregierung unter Friedrich Merz noch nach ihrer außenpolitischen Linie sucht, prescht Frankreich vor. Die Frage, ob Europa tatsächlich geschlossen gegen amerikanischen Druck standhalten kann, wird die kommenden Monate prägen.

Für Anleger bedeutet diese geopolitische Unsicherheit vor allem eines: Die Suche nach sicheren Häfen gewinnt an Bedeutung. In Zeiten, in denen selbst langjährige Verbündete mit Handelskriegen drohen und diplomatische Gepflogenheiten über Bord geworfen werden, erweisen sich physische Edelmetalle wie Gold und Silber einmal mehr als verlässliche Wertspeicher zur Vermögenssicherung.

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