
Macrons Wüsten-Mission: Soldaten fürs Öl, aber angeblich kein Krieg!

Frankreich schickt Soldaten, Radaranlagen und Abwehrsysteme nach Saudi-Arabien. Präsident Emmanuel Macron hat das am Donnerstag in einem großen Fernsehinterview bei TF1 und France 2 angekündigt. Geschützt werden soll der Ölhafen Yanbu am Roten Meer, also der Endpunkt der wichtigsten Pipeline des Königreichs. Frankreich mische sich dabei, so Macron, in keinen Konflikt ein.
Truppen schicken, aber „nicht einmischen“?
Genau dieser Satz sorgt für Kopfschütteln. Laut Medienberichten sagte Macron, man werde militärische Mittel entsenden, also Soldaten, Radar- und Verteidigungssysteme, um die Anlage zu schützen. Hineinziehen lassen wolle sich Paris in keinen Konflikt. Die Entscheidung sei mit den saudischen Behörden abgestimmt.
Soldaten in eine Region zu schicken, in der Raketen und Drohnen fliegen, soll also keine Einmischung sein? Kritiker halten das für politische Wortakrobatik. Auf die Frage, ob auch Rafale-Kampfjets zum Einsatz kommen könnten, antwortete der Präsident ausweichend: Das hänge von der Lage ab. Einige Maschinen seien ohnehin schon in der Region.
Die Lebensader, die plötzlich alles entscheidet
Worum geht es? Um die rund 1.200 Kilometer lange Ost-West-Pipeline Saudi-Arabiens. Sie kann bis zu sieben Millionen Barrel Öl pro Tag transportieren. Etwa zwei Millionen davon gehen an heimische Raffinerien, der Rest in den Export.
Seit der Ölverkehr durch die Straße von Hormus infolge des Iran-Kriegs massiv gestört ist, gilt diese Route als zentrale Ausweichstrecke für den Weltmarkt. Genau deshalb steht sie im Visier. Medienberichten zufolge griffen die vom Iran unterstützten Huthi-Milizen aus dem Jemen die Anlagen im September mit Drohnen und Raketen an. Die Pipeline stand zeitweise still und soll erst am 22. September wieder angelaufen sein.
Die wahre Angst sitzt an der Zapfsäule
Beobachter sehen hinter der Mission vor allem innenpolitische Not. Der US-Finanzblogger Mike Shedlock deutet Macrons Schritt als Zeichen großer Verzweiflung und verweist auf einen „eklatanten Dieselmangel“ in Frankreich. Die Dieselpreise liegen auf Rekordniveau. Etwa 16 Prozent der französischen Tankstellen melden Engpässe bei mindestens einer Kraftstoffsorte.
Die Wut wächst bereits. Fischer blockieren Öllager und Mittelmeerhäfen, weil die Spritkosten ihre Existenz bedrohen. Da werden Erinnerungen wach: 2018 trieben höhere Spritpreise die Gelbwesten auf die Straße. Damals war der Treibstoff fast einen Euro billiger als heute.
Milliarden gegen den Volkszorn
Paris versucht, sich Ruhe zu erkaufen. Das Sprit-Hilfspaket wurde auf 450 Millionen Euro verdoppelt. Geringverdiener, die weit pendeln, erhalten 100 Euro. Insgesamt summieren sich die Energie-Nothilfen damit auf 1,4 Milliarden Euro, und das bei einem ohnehin chronisch überzogenen Staatshaushalt. Außerdem warnte Macron, ein etwaiges US-Exportverbot für Diesel wäre „katastrophal“. Das Weiße Haus bestreitet allerdings, dass so etwas geplant sei.
Opposition fordert Abstimmung
In Paris ist die Opposition empört. Florian Philippot, Chef der Partei Les Patriotes, verlangt, dass das Parlament einschreitet:
„Frankreich hat keine Truppen nach Arabien zu schicken! Macron steckt den Finger in ein äußerst gefährliches Getriebe. Das Parlament muss EIN VOTE FORDERN. Bewegt euch!“
Ein anderer Beobachter fragt, was geschehen solle, wenn ein Soldat stirbt, während man sich offiziell gar nicht einmischt. Eine Antwort darauf gibt es bisher nicht.
Fazit: Europas Energie-Achillesferse liegt offen
Der Fall zeigt schonungslos, wie verwundbar Europa geworden ist. Die Versorgung hängt an Pipelines in der Wüste, an Seewegen unter Beschuss und an Launen in Washington. Für Deutschland mit seiner ideologisch verengten Energiepolitik sollte das ein Weckruf sein. Wenn Energieschocks Haushalte sprengen und Regierungen zu immer neuen Milliardenhilfen greifen, verlieren Papierwährungen an Vertrauen. Wer sein Vermögen gegen solche Krisen absichern will, kann physisches Gold und Silber als krisenfeste Beimischung in einem breit gestreuten Portfolio in Betracht ziehen.
Hinweis: Dieser Beitrag stellt keine Anlageberatung dar. Er gibt die Meinung unserer Redaktion und die uns vorliegenden Informationen wieder. Jeder Anleger sollte selbst recherchieren und trägt für seine Anlageentscheidungen die alleinige Verantwortung.
- Themen:
- #Energie

- Kettner Edelmetalle News
- Finanzen
- Wirtschaft
- Politik











