
Made in China: Wie Pekings Autobauer den deutschen Markt erobern – und Berlin tatenlos zusieht
Die Ansage könnte selbstbewusster kaum ausfallen. Der Europa-Chef des chinesischen Autobauers Chery, Zhu Shaodong, lässt in einem aktuellen Interview keinen Zweifel daran, wer nach seiner Überzeugung das Steuer in der globalen Automobilindustrie in der Hand halte: „Wir Chinesen führen die globale Autoindustrie an.“ Ein Satz, der wie ein Donnerschlag durch die einst stolze Werkshallen von Wolfsburg, Stuttgart und München hallen müsste. Tut er aber nicht. Denn während Peking die Muskeln spielen lässt, ist die deutsche Politik mit Gendersternchen, Heizungsverboten und ideologischen Grabenkämpfen beschäftigt.
Ein Konzern auf der Überholspur
360 Kilometer westlich von Shanghai sitzt Chery – ein Name, der hierzulande den wenigsten geläufig sein dürfte. Doch das könnte sich rasch ändern. Kein anderer Konzern aus der Volksrepublik exportiert nach Angaben der „Welt“ mehr Fahrzeuge ins Ausland. Seit 2001 ist man im Exportgeschäft aktiv, und seit nunmehr 23 Jahren behaupte man die Spitzenposition unter Chinas Autoexporteuren, so der Manager.
Besonders bemerkenswert: Erst seit April 2024 verkaufe Chery überhaupt Autos in Europa – und habe trotzdem bereits 180.000 Fahrzeuge an den Mann gebracht. Und das, wie Zhu betont, ohne in Deutschland bislang aktiv gewesen zu sein. Man stelle sich vor, was passiert, wenn die Schleusen erst richtig geöffnet werden.
„Wir bei Chery haben einen riesigen Vorsprung. In den vergangenen 25 Jahren haben wir viel von den Europäern für den Weltmarkt gelernt, etwa von BMW und Volkswagen.“
Vom Schüler zum Lehrmeister
Hier liegt die bittere Ironie der Geschichte. Was die deutschen Vorzeigemarken einst nach China trugen – Ingenieurskunst, Markenwert, Qualitätsversprechen – kehrt nun gegen sie zurück. Der einstige Lernende präsentiert sich heute als der überlegene Konkurrent. Bei Elektroantrieben, Hybridtechnik und autonomen Fahrfunktionen sieht Zhu seinen Konzern weltweit vorn. „Vom Rohstoffzugang über Lieferkette und Kosten bis hin zur Technologie“ – in allen Punkten will man führend sein.
Wer hat den Boden bereitet?
Doch wer ehrlich ist, muss fragen: Wie konnte es so weit kommen? Die Antwort liegt nicht in Shanghai, sondern in Berlin. Während China seine Industrie mit günstiger Energie, planbaren Rahmenbedingungen und einer klaren industriepolitischen Strategie aufpäppelte, hat sich die deutsche Politik in den vergangenen Jahren einen ruinösen Wettlauf gegen die eigene Wirtschaft geliefert. Klimaneutralität bis 2045 im Grundgesetz verankert, Energiepreise auf Rekordniveau, ein Verbrenner-Aus, das tausende Arbeitsplätze gefährdet – und nun das ungläubige Staunen darüber, dass die Konkurrenz davonzieht.
Es ist eben kein Zufall, dass auch andere Industriekapitäne längst Alarm schlagen. Wenn der Chef eines deutschen Traditionsunternehmens das Bild bemüht, die Politik schicke die Wirtschaft „mit Bleiweste zum Schwimmen“, dann beschreibt das treffend den Zustand des einstigen Exportweltmeisters.
Müssen wir uns fürchten?
Zhu gibt sich beschwichtigend. Man wolle die europäische Autoindustrie nicht zerstören, sondern ein Teil von ihr werden. Schöne Worte. Doch wer die Geschichte der chinesischen Marktstrategien kennt, weiß, dass solche Beteuerungen mit Vorsicht zu genießen sind. Erst der freundliche Markteintritt, dann die Verdrängung – dieses Muster ist nicht neu.
Die entscheidende Frage lautet daher nicht, ob China überlegen ist, sondern warum Deutschland es zugelassen hat, freiwillig ins Hintertreffen zu geraten. Eine Standortpolitik, die Schlüsselindustrien mit ideologischen Vorgaben stranguliert, während andernorts pragmatisch produziert wird, ist kein Naturgesetz. Sie ist das Ergebnis politischer Entscheidungen – und damit umkehrbar. Voraussetzung wäre allerdings eine Politik, die wieder für und nicht gegen den eigenen Wirtschaftsstandort regiert.
Was bleibt dem Sparer?
Wenn ganze Industriezweige ins Wanken geraten und politische Entscheidungen die wirtschaftliche Stabilität untergraben, stellt sich für jeden Bürger die Frage nach der Sicherung des eigenen Vermögens. Während Aktienkurse von politischen Launen und globalen Verwerfungen durchgeschüttelt werden, haben physische Edelmetalle wie Gold und Silber über Jahrtausende ihre Funktion als wertbeständiger Anker bewiesen. Als sinnvolle Beimischung zu einem breit gestreuten Portfolio können sie helfen, Vermögen gegen die Stürme einer unsicheren Zeit abzusichern.
Hinweis: Dieser Beitrag gibt die Meinung unserer Redaktion wieder und dient ausschließlich der allgemeinen Information. Er stellt keine Anlageberatung dar. Jeder Anleger ist verpflichtet, eigenständig zu recherchieren und trägt die Verantwortung für seine Anlageentscheidungen selbst.
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