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Kettner Edelmetalle
13.06.2026
09:12 Uhr

Manroland am Ende: 750 Jobs verschwinden – wie der deutsche Maschinenbau systematisch zugrunde gerichtet wird

Manroland am Ende: 750 Jobs verschwinden – wie der deutsche Maschinenbau systematisch zugrunde gerichtet wird

Es ist ein bitterer Tag für die hessische Industriegeschichte. In Offenbach fällt am 1. Juni 2026 der letzte Vorhang für den Druckmaschinenhersteller Manroland Sheetfed. Ein Unternehmen, dessen Wurzeln bis ins Jahr 1871 zurückreichen, dessen Maschinen einst in alle Welt exportiert wurden – und das nun stillschweigend abgewickelt wird. Rund 750 Menschen verlieren ihre Arbeit. Doch dies ist weit mehr als eine einzelne Firmenpleite. Es ist ein weiterer Sargnagel für den industriellen Kern Deutschlands.

Ein Traditionsstandort wird zu Grabe getragen

Seit Jahrzehnten steht der Standort an der Mühlheimer Straße für Maschinenbau, Facharbeit und deutsche Ingenieurskunst. Genau jene Tugenden, die unser Land einst zur Exportnation par excellence gemacht haben. Im März hatte das Unternehmen ein Schutzschirmverfahren eingeleitet, nachdem die Verluste ins Unermessliche gestiegen waren. Für das Jahr 2025 stehe ein Minus von 43,2 Millionen Euro im Raum, wie zu vernehmen ist. Die Produktion ist Ende Mai endgültig ausgelaufen, lediglich eine Handvoll Beschäftigter soll noch offene Aufträge betreuen und einzelne Geschäftsbereiche für einen möglichen Verkauf sichern.

Besonders der eingebrochene Markt für klassische Bogenoffsetmaschinen sowie der Rückgang im wichtigen China-Geschäft hätten dem Werk das Genick gebrochen. Doch wer ehrlich ist, weiß: Die Probleme liegen tiefer.

Eine Krise mit Ansage

Bereits 2011 schlitterte die damalige Manroland AG in die Insolvenz. Investoren zerschlugen das Unternehmen, trennten die Sparten für Rollen- und Bogenoffset – und der Offenbacher Bereich kämpfte fortan unter dem Namen Manroland Sheetfed ums Überleben. Diese Rettung verschaffte dem Werk eine Atempause, mehr aber auch nicht. Die Belegschaft schrumpfte über die Jahre kontinuierlich, während sich der Druckmarkt schneller wandelte, als der Maschinenbauer neue Wachstumsfelder erschließen konnte.

Von einem Unternehmen, das einst lithografische Schnellpressen in die ganze Welt lieferte, bleibt am Ende nur noch eine Fußnote der Industriegeschichte.

Wenn Standort Deutschland zum Auslaufmodell wird

Natürlich kann man sich auf den strukturellen Wandel der Druckbranche zurückziehen und achselzuckend zur Tagesordnung übergehen. Doch das wäre zu bequem. Denn die Liste der Hiobsbotschaften aus dem deutschen Maschinenbau wird immer länger: Auftragsflaute, Stellenabbau, Insolvenzen traditionsreicher Betriebe. Jedes vierte Unternehmen der Branche will Personal abbauen. Wer sich fragt, woran das liegt, muss nicht lange suchen.

Explodierende Energiekosten, eine erdrückende Bürokratie und eine Politik, die ideologische Großprojekte über die Wettbewerbsfähigkeit des eigenen Landes stellt – das sind die wahren Brandbeschleuniger. Während Berlin 500 Milliarden Euro an neuen Schulden für Infrastruktur und Klimaneutralität bis 2045 ins Grundgesetz schreibt, verlieren reale Industriearbeitsplätze mit echter Wertschöpfung still und leise ihre Existenzgrundlage. Versprechen, keine neuen Schulden zu machen, lösen sich in Luft auf, während der industrielle Mittelstand ausblutet.

Die Folgen treffen mehr als nur ein Werk

Für die 750 Beschäftigten beginnt nun eine ungewisse Zeit. Viele von ihnen verfügen über hochspezialisiertes Wissen im Maschinenbau – ein Wissen, das nicht einfach ersetzbar ist und das einmal verloren, kaum zurückkehrt. Auch Zulieferer, Logistiker und technische Dienstleister werden den Aderlass spüren, denn ein großer Maschinenbauer bindet ein ganzes Netz an Aufträgen und Dienstleistungen. Offenbach verliert damit nicht nur Arbeitsplätze, sondern einen sichtbaren Anker seiner industriellen Identität.

Was der Bürger daraus lernen sollte

Während ganze Industriezweige wegbrechen und politische Versprechen wie Seifenblasen zerplatzen, stellt sich für jeden Bürger die Frage nach echter Sicherheit. Aktien, Fonds und Unternehmensanleihen sind eng mit dem Schicksal genau jener Industrie verknüpft, die hier gerade vor unseren Augen erodiert. Wer sein Vermögen krisenfest aufstellen möchte, sollte über eine breite Streuung nachdenken – und dabei physische Edelmetalle wie Gold und Silber als bewährte Wertspeicher in Betracht ziehen. Sie sind unabhängig von Quartalszahlen, politischen Fehlentscheidungen und dem nächsten Insolvenzverfahren. Seit Jahrtausenden bewahren sie Wohlstand, wenn Papierwerte ins Wanken geraten.

Hinweis: Die in diesem Beitrag dargestellten Inhalte geben ausschließlich die Meinung unserer Redaktion sowie die uns vorliegenden Informationen wieder und stellen keine Anlageberatung dar. Wir betreiben keine Anlage-, Steuer- oder Rechtsberatung. Jeder Anleger ist verpflichtet, eigenständig zu recherchieren und gegebenenfalls fachkundigen Rat einzuholen. Für getroffene Anlageentscheidungen trägt jeder Leser die alleinige Verantwortung.

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