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Kettner Edelmetalle
14.09.2026
05:55 Uhr
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Maschinenbau packt die Koffer: Forschung wandert nach China ab

Maschinenbau packt die Koffer: Forschung wandert nach China ab
Symbolbild: KI-generiert

Der deutsche Maschinenbau, Aushängeschild und Jobmotor der Republik, verlagert sein Herzstück ins Ausland: die Forschung. Eine neue Erhebung des Verbands Deutscher Maschinen- und Anlagenbau (VDMA) unter gut 400 Mitgliedsfirmen, veröffentlicht Anfang September, liefert ein verheerendes Bild. Mehr als 40 Prozent der Unternehmen forschen bereits außerhalb Deutschlands – bei Konzernen mit über 1.000 Beschäftigten sind es neun von zehn.

69 Prozent der Befragten wollen ihre Forschungs- und Entwicklungsaktivitäten jenseits der Grenzen ausbauen. Von den bereits international forschenden Firmen erwarten laut Verband 40 Prozent, dass der Auslandsanteil in fünf Jahren um rund zehn Prozentpunkte steigt. Weitere knapp 40 Prozent rechnen sogar mit mehr.

„Klares Alarmsignal“ – und China zieht vorbei

Der stellvertretende VDMA-Hauptgeschäftsführer Hartmut Rauen wird in der Verbandsmitteilung deutlich:

„Das ist ein klares Alarmsignal für den Industriestandort Deutschland – auch weil wir mit 190.000 Ingenieuren wichtigster Wertschöpfungspartner für neue Produkte und Prozesse der Wirtschaft sind.“

Besonders bitter: 71 Prozent der Unternehmen sehen ihren innovationsstärksten Wettbewerber inzwischen in China, nur noch 65 Prozent in Deutschland. Bis 2024 lag die Bundesrepublik hier noch vorn. Gefragte Auslandsstandorte seien vor allem China, Indien und die USA – Europa stagniere bestenfalls. Rauen warnt, ein ungebremster Trend gefährde den innovativen Kern der Industrie.

Kein Einzelfall: 40 Prozent der Industrie prüft den Abschied

Der Maschinenbau mit mehr als einer Million Beschäftigten ist nur die Spitze. Das im Juli veröffentlichte Energiewende-Barometer der DIHK mit rund 3.100 teilnehmenden Betrieben zeigt: Etwa 20 Prozent aller Unternehmen prüfen oder vollziehen eine Verlagerung ins Ausland – in der Industrie rund 40 Prozent, unter großen Industrieunternehmen sogar 60 Prozent. Die Kammerorganisation spricht selbst von der wachsenden Gefahr einer schleichenden Deindustrialisierung.

Und das Motiv hat sich gedreht. Laut DIHK-Sonderauswertung zu Auslandsinvestitionen investieren 41 Prozent der Betriebe im Ausland vor allem, um Kosten zu senken – der höchste Wert seit 2003. Bei Großunternehmen sind es 46 Prozent. Es geht also nicht mehr um neue Märkte, sondern um die Flucht vor der heimischen Kostenlawine.

Strom, Abgaben, CO₂-Preis: die Rechnung der Politik

Die Zahlen sprechen für sich. Einer Studie der Initiative Neue Soziale Marktwirtschaft zufolge zahlte die deutsche Industrie in der zweithöchsten Verbrauchskategorie 2025 rund 14 Cent je Kilowattstunde – EU-Schnitt: 12 Cent, Spanien etwa 10, Frankreich rund 8, USA und China 8 bis 9 Cent. Dazu Arbeitskosten von 45 Euro pro Stunde (Statistisches Bundesamt), 29 Prozent über dem EU-Mittel von 34,90 Euro und 17,9 Prozent mehr als 2020.

  • CO₂-Preis im EU-Emissionshandel: laut Umweltbundesamt von rund 5 Euro (Mitte 2017) auf zeitweise über 100 Euro (Februar 2023)
  • Verarbeitendes Gewerbe Mitte 2026: 5,29 Millionen Beschäftigte – 144.100 weniger als ein Jahr zuvor
  • Maschinenbau: minus 2,7 Prozent auf rund 905.900 Stellen
  • Laut Beratungsgesellschaft EY seit 2019 rund 341.500 verlorene Industriearbeitsplätze

Während Berlin über Sondervermögen und Klimaziele im Grundgesetz debattiert, soll die Industrielle Gemeinschaftsforschung im Bundeshaushalt 2027 gekürzt werden – für Rauen ein „fatales Signal“. Aus Sicht unserer Redaktion ist das der eigentliche Skandal: Politik verteuert Energie und Arbeit, spart aber bei der Innovation. Wer Wohlstand erhalten will, muss Kosten senken, nicht Subventionen umschichten.

Was das für Sparer bedeutet

Eine schrumpfende industrielle Basis schwächt Steuereinnahmen, Sozialkassen und am Ende die Kaufkraft. Viele Anleger setzen in solchen Phasen bewusst auf reale Werte: Physisches Gold und Silber können als krisenerprobte Beimischung in einem breit gestreuten Vermögen dienen.

Hinweis: Dieser Beitrag stellt keine Anlageberatung dar. Er spiegelt die Einordnung unserer Redaktion auf Basis der uns vorliegenden Informationen. Jeder Anleger trifft seine Entscheidungen eigenverantwortlich und sollte sich selbst umfassend informieren.

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