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Kettner Edelmetalle
11.08.2026
10:38 Uhr
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„Mehr Russen töten?“ – FAZ-Frage in Belgrad blamiert Deutschland

Bei Wolodymyr Selenskyjs erstem offiziellen Besuch in Serbien sollte es um Handel, Energie und EU-Perspektiven gehen. Hängen geblieben ist ein einziger Satz: Am Samstag fragte der Balkan-Korrespondent der „Frankfurter Allgemeinen Zeitung“ bei der Pressekonferenz mit Präsident Aleksandar Vučić in Belgrad, was die Europäer konkret tun könnten, um der Ukraine zu helfen, „mehr Russen zu töten“. Kurz darauf schob er nach: „mehr russische Soldaten, natürlich“.

Ein Gesichtsausdruck, der um die Welt ging

Auf dem viralen Videomitschnitt ist zu sehen, wie Vučić die Augenbrauen hebt – Verblüffung, kaum verhohlen. Der serbische Präsident stellte anschließend klar, über militärische Zusammenarbeit sei nicht gesprochen worden. Und zur Wortwahl sagte er nur: Er hoffe, dass das Töten aufhöre.

Selenskyj selbst forderte laut Berichten das, was er stets fordert: mehr Geld, mehr Waffen, härtere Sanktionen gegen Moskau. Die Formulierung „mehr Russen töten“ übernahm er nicht.

Die FAZ bedauert – und droht mit Anwälten

Der Clip verbreitete sich rasend schnell, vor allem in russischen Medien. Das russische Außenministerium überzog den Journalisten Medienberichten zufolge mit schweren Beschimpfungen. In sozialen Netzwerken folgten Diffamierungen und Drohungen.

Die FAZ reagierte mit einer Erklärung: Die Frage sei „missverständlich formuliert“ worden, was man bedauere. Es sei nicht die redaktionelle Linie des Blattes, dass möglichst viele russische Soldaten getötet werden sollten. Der Reporter habe aktuelle Expertendebatten über personelle Engpässe der russischen Armee aufgegriffen; er selbst verweist auf eine Anspielung an ein Churchill-Zitat. Drohungen gegen Mitarbeiter nennt die Zeitung „inakzeptabel“ und kündigt juristische Schritte an. Sinngemäß verweist die Redaktion zudem darauf, dass es zur Pressefreiheit gehöre, auch unbequeme Fragen stellen zu dürfen – gerade auf einer Pressekonferenz.

Warum dieser Satz so schwer wiegt

Formal hat die Zeitung recht: Journalisten dürfen unbequeme Fragen stellen. Doch für viele Leser ist der Fall etwas anderes – nämlich ein Symptom. Kritiker der deutschen Debattenkultur sehen darin einen Beleg, wie weit sich Teile des Medienbetriebs von der Rolle des Beobachters entfernt und in die Rolle des Mitkämpfers hineingesteigert haben.

Aus Sicht unserer Redaktion trifft der Vorgang einen besonders empfindlichen historischen Nerv. Kein Land Europas hat mehr Grund zur sprachlichen Vorsicht, wenn es um Ostfront-Rhetorik geht, als Deutschland. Wer ausgerechnet in Belgrad – der Hauptstadt eines Landes, das sich westlichen Sanktionen bis heute verweigert – so auftritt, liefert der Gegenpropaganda ein Geschenk auf dem Silbertablett.

Die Nebengeräusche überdecken die eigentliche Nachricht

Untergegangen ist dabei das politisch Interessante: Serbien bekräftigte die territoriale Integrität der Ukraine, verweigert aber weiter Sanktionen gegen Russland. Wirtschaftlich wollen Belgrad und Kiew Infrastruktur, Energie, Verkehr und Landwirtschaft ausbauen, ein Freihandelsabkommen soll möglichst noch 2026 vorbereitet werden.

Bleibt die unbequeme Frage: Wer soll einer Presse noch vertrauen, die als Anwalt des Publikums antreten will – und im entscheidenden Moment wie ein Stabsoffizier klingt? Für Bürger, die Krieg, Inflation und Rüstungsmilliarden bezahlen, ist das mehr als ein Stilproblem. In solchen Phasen wachsender geopolitischer Unsicherheit setzen viele Anleger seit Jahrhunderten auf physische Edelmetalle als krisenerprobten Anker zur Vermögenssicherung – als Beimischung in einem breit gestreuten Vermögen.

Hinweis: Dieser Beitrag dient der Information und stellt keine Anlageberatung dar. Wir geben keine Kauf- oder Verkaufsempfehlungen. Jeder Leser ist für seine Anlageentscheidungen selbst verantwortlich und sollte eigene Recherchen anstellen.

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