
Milliarden-Schutzschirm mit Löchern: Iran blamiert die US-Luftabwehr

Ein MIT-Physiker und langjĂ€hriger Pentagon-Berater zerlegt die Erfolgsbilanz der amerikanischen Raketenabwehr â und die Ereignisse im Nahen Osten geben ihm RĂŒckendeckung. In einem ausfĂŒhrlichen Interview, ĂŒber das ein Fachblog am 16. August berichtete, erklĂ€rt Professor Ted Postol, gegen moderne iranische Waffen seien Systeme wie THAAD und Patriot PAC-3 praktisch bedeutungslos. Washington beharrt derweil darauf, Irans Raketenprogramm sei erledigt.
Die offizielle ErzÀhlung bröckelt
US-PrĂ€sident Donald Trump hatte Irans MilitĂ€r fĂŒr âvollstĂ€ndig zerstörtâ erklĂ€rt, Verteidigungsminister Pete Hegseth das Raketenprogramm fĂŒr âfaktisch zerstörtâ. Medienberichten zufolge sieht das Schlachtfeld anders aus: Auf dem jordanischen LuftwaffenstĂŒtzpunkt Muwaffaq Salti schlugen mehrfach iranische Raketen ein, bei einem der Angriffe seien drei US-Soldaten getötet worden.
Nach Berichten unter Berufung auf US-Beamte und iranische Offizielle hat Teheran seine Taktik im laufenden Krieg verfeinert statt verloren: manövrierfĂ€hige Gefechtsköpfe, Feststoffantriebe, Angriffsmischungen aus billigen Ködern und hochwertigen Raketen. Ein frĂŒherer jordanischer Generalleutnant beschrieb gegenĂŒber CBS News, einfache Raketen bĂ€nden das Radar, wĂ€hrend bessere Systeme auf den letzten 30 bis 40 Kilometern ihr Ziel wechselten.
Physik gegen HochglanzbroschĂŒre
Postols Kernargument ist technisch. Ein frei fallender Gefechtskopf erreiche rund 3,4 Kilometer pro Sekunde; treibe ein zusĂ€tzlicher Motor ihn ĂŒber 4 Kilometer pro Sekunde, steige die Energie quadratisch â auf das Zwei- bis Zweieinhalbfache. Die Wirkung eines Einschlags entspreche dann annĂ€hernd 2.000 bis 2.500 Kilogramm hochexplosivem Sprengstoff.
Gegen ein solches Ziel, so seine EinschÀtzung, habe ein AbfangjÀger keine Chance:
âOb es ein Oreshnik oder eine Fatah ist â PAC-3 wird keine Rolle spielen. Ein oder zwei Prozent vielleicht.â
Der Grund sei banal: Ein THAAD-Abfangversuch in 60 bis 80 Kilometern Höhe brauche rund 50 Sekunden. Wer in dieser Zeit nur leicht ausweiche, sei lÀngst aus dem Trichter heraus.
Das Muster von 1991
Schon im Golfkrieg 1991 hatte die US-Armee Patriot-Trefferquoten von ĂŒber 90 Prozent gemeldet. Postol, der die Daten damals auswertete, kam laut dem Bericht zu einem völlig anderen Ergebnis. Heute kursieren erneut Quoten von â95 Prozentâ â mit dem bequemen Schluss, Iran mĂŒsse eben mehr Raketen abfeuern.
Dazu kommt die brutale Rechnung: Ein Interceptor fĂŒr vier Millionen Dollar gegen eine Drohne fĂŒr 30.000 Dollar. Wer diesen Tausch dauerhaft eingeht, verliert â auch wenn er technisch trifft. Die iranischen Drohnen nutzten zudem das chinesische Beidou-System, das laut Postol kaum störbar sei.
Was das fĂŒr Europa bedeutet
FĂŒr Deutschland ist das keine ferne MilitĂ€rdebatte. Berichten zufolge schwinden die westlichen Patriot-BestĂ€nde im Iran-Krieg rapide, wĂ€hrend der Brent-Ălpreis erstmals ĂŒber 96 Dollar kletterte. Aus Sicht unserer Redaktion zeigt sich hier, wie fahrlĂ€ssig eine Politik ist, die Sicherheit auf PrĂ€sentationsfolien plant und Energieversorgung dem Zufall ĂŒberlĂ€sst.
Kriege, Sanktionen, Energieschocks: Historisch waren es stets solche Phasen, in denen Papierversprechen an Wert verloren â und physisches Gold und Silber ihre Rolle als krisenfester Anker im breit gestreuten Vermögen bewiesen.
Hinweis: Dieser Beitrag dient ausschlieĂlich der Information und stellt keine Anlageberatung dar. Wir geben keine Kauf- oder Verkaufsempfehlungen. Jeder Leser trifft seine Anlageentscheidungen eigenverantwortlich und sollte sich vorab selbst umfassend informieren.
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