
Minijob-Abschaffung: Berlin schafft sich seinen eigenen Schwarzmarkt

Manchmal fragt man sich, ob in den Berliner Amtsstuben jemand auch nur einen einzigen Gedanken zu Ende denkt, bevor das nächste Reformpapier durch die Republik geschickt wird. Das jüngste Stück aus dem Tollhaus der Sozialpolitik: Eine Rentenkommission schlägt allen Ernstes vor, die Minijobs abzuschaffen. Jenes Instrument also, das einst genau dazu erfunden wurde, die wuchernde Schwarzarbeit in geordnete Bahnen zu lenken. Wer braucht schon historisches Gedächtnis, wenn man stattdessen mit beiden Händen am Fundament der eigenen Erfolge sägen kann?
Ein Experte spricht Klartext – doch wer hört zu?
Der Linzer Ökonom Friedrich Schneider, seit Jahrzehnten einer der renommiertesten Schwarzarbeitsexperten im deutschsprachigen Raum, lässt an dem Vorhaben kein gutes Haar. Eine Abschaffung der Minijobs, so warnte er gegenüber der „Bild“, würde die Schwarzarbeit geradezu explodieren lassen.
„Ich spreche mich gegen eine Abschaffung der Minijobs aus, denn dadurch wird die Schwarzarbeit wieder nach oben schnellen.“
Seine Prognose dürfte den ein oder anderen Sozialromantiker aufschrecken: Allein für das Jahr 2027 rechnet Schneider mit einem Anstieg der illegalen Beschäftigung um mindestens 25 Milliarden Euro. Bereits heute taxiert er den Wert der durch Schwarzarbeit erbrachten Leistungen in Deutschland auf astronomische rund 500 Milliarden Euro pro Jahr. Statt diesen Sumpf trockenzulegen, will man also die einzige funktionierende Brücke in die Legalität einreißen.
Eine der erfolgreichsten Reformen – jetzt vor dem Schafott
Erinnern wir uns: Die Minijobs wurden zu Beginn des Jahrtausends eingeführt, um genau jene Schattenwirtschaft einzudämmen. Und siehe da – es funktionierte. Die Schwarzarbeit sank 2003 um geschätzte 20 bis 23 Milliarden Euro. Eine de facto Teillegalisierung, die Millionen Menschen einen sauberen, legalen Nebenverdienst ermöglichte. Wer das heute abschaffen will, betreibt nichts anderes als die Demontage eines bewährten Modells im Namen ideologischer Buchhaltung.
Der Einzelhandel schlägt Alarm
Auch der Hauptverband des Deutschen Einzelhandels (HDE) sieht das Damoklesschwert über sich schweben. Rund 800.000 Minijobber zählt die Branche derzeit. HDE-Hauptgeschäftsführer Stefan Genth bezeichnete eine Abschaffung in diesen ohnehin schweren Zeiten als „fatalen Nackenschlag“. Diese flexiblen Kräfte seien unverzichtbar, um Spitzenzeiten abzufedern. Fielen sie weg, müsse die Branche noch stärker auf Digitalisierung setzen, um den entstehenden Personalmangel zu kompensieren.
Mit anderen Worten: Während Politiker in ihren klimatisierten Büros über Sozialstaatstheorien philosophieren, verlieren Hunderttausende kleiner Leute ihre Verdienstmöglichkeit – und der Staat seine Kontrolle über einen Markt, den er erst mühsam ans Licht geholt hatte. Es ist ein Lehrstück darüber, wie man mit besten Absichten den schlimmsten Schaden anrichtet.
Was bleibt dem Bürger?
Wenn der Staat selbst die Werkzeuge zerstört, mit denen er einst Ordnung schuf, dann wächst das Misstrauen vieler Menschen in die Verlässlichkeit der Politik. Wer kann es ihnen verdenken? In einer Zeit, in der die Inflation am Vermögen nagt und politische Entscheidungen immer unkalkulierbarer werden, suchen kluge Sparer nach Stabilität. Physische Edelmetalle wie Gold und Silber haben über Jahrhunderte bewiesen, dass sie unabhängig von politischen Kapriolen ihren Wert bewahren – eine sinnvolle Beimischung zu jedem breit gestreuten Portfolio.
Hinweis: Dieser Beitrag gibt die Meinung unserer Redaktion wieder und stellt keine Anlage-, Steuer- oder Rechtsberatung dar. Jeder Leser ist für seine wirtschaftlichen Entscheidungen selbst verantwortlich und sollte vor einer Anlage eigenständig recherchieren oder fachkundigen Rat einholen.

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