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21.04.2026
17:00 Uhr

Musks Doppelmoral: Wie Tesla Milliarden am US-Fiskus vorbeischleust

Musks Doppelmoral: Wie Tesla Milliarden am US-Fiskus vorbeischleust

Der reichste Mann der Welt predigt Wasser und trinkt Wein. Während Elon Musk in Wahlkampfauftritten an der Seite Donald Trumps im Oktober 2024 vor einem Publikum in Pennsylvania noch lautstark gegen Steuerschlupflöcher wetterte und derartige Vorschläge als "ziemlich zwielichtig" abtat, offenbart eine akribische Analyse von Reuters nun ein ganz anderes Bild: Tesla hat über seine Tochtergesellschaften in den Niederlanden und Singapur offenbar rund 18 Milliarden Dollar an Gewinnen am amerikanischen Fiskus vorbeigeschleust. Die mutmaßliche Steuerersparnis? Mindestens 400 Millionen Dollar.

Null Dollar Bundessteuer – das Tesla-Dauerwunder

Wer glaubt, nur europäische Konzerne beherrschten die Kunst der kreativen Steuergestaltung, wird hier eines Besseren belehrt. In 19 der vergangenen 20 Jahre meldete Tesla dem US-Fiskus eine Bundessteuerlast von null Dollar. Und das, obwohl der Konzern in diesem Zeitraum US-Umsätze von stolzen 264 Milliarden Dollar verbuchte. Der offizielle Grund: Verlustvorträge aus der ertragsschwachen Frühphase sowie grüne Subventionen, die der amerikanische Steuerzahler großzügig spendierte.

Doch das ist nur die halbe Wahrheit. Reuters hat tausende Seiten an Regulierungsunterlagen durchforstet und über 20 Experten befragt – darunter drei renommierte Steuerrechtler, die bereits mehrfach vor dem US-Kongress aussagten. Das Ergebnis: Tesla hat sich eines altbekannten Tricks bedient, der in Konzernkreisen gerne als "Profit Shifting" verharmlost wird.

Der niederländisch-singapurische Kunstgriff

Die Konstruktion ist so simpel wie wirkungsvoll. Eine Tesla-Tochter in Singapur, die Tesla Motors Singapore Holdings, kassierte zwischen 2023 und Anfang 2025 rund 18 Milliarden Dollar an Gewinnen aus einer niederländischen Schwestergesellschaft namens TM International. Diese wiederum ist in den Niederlanden lediglich als "nicht-ansässige Partnerschaft" registriert – ohne Angestellte, ohne Pflicht zur Vorlage von Jahresabschlüssen und ohne jegliche Steuerlast an den niederländischen Fiskus. Ein Gebilde aus Luft und Aktenordnern, das einzig und allein einem Zweck zu dienen scheint: als Finanzdurchleitung für geistige Eigentumsrechte, die ursprünglich in den USA entwickelt wurden.

Reuven Avi-Yonah, Steuerrechtsprofessor an der University of Michigan, bringt es auf den Punkt: Es gehe bei dieser Konstruktion ausschließlich darum, Gewinne in Niedrigsteuerländer zu verlagern. Stephen Shay, ehemaliger stellvertretender Staatssekretär für internationale Steuerangelegenheiten im US-Finanzministerium, pflichtet bei: So sollte das internationale Steuersystem eigentlich nicht funktionieren.

"Alles wird in Austin entschieden"

Wer die schmucklose Tesla-Niederlassung in der Burgemeester Stramanweg 122 in Amsterdam besucht, erlebt einen skurrilen Kontrast. Ein grau-rotes Blechgebäude mit Showroom, Werkstatt und ein paar Büros – und doch wickelte Tesla Motors Netherlands in den Jahren 2023 und 2024 jeweils 28 Milliarden Dollar Jahresumsatz ab, fast 30 Prozent des gesamten Konzernumsatzes. Ein Finanzmanager namens Stephan Werkman stellte einem Reuters-Reporter gegenüber im vergangenen Jahr klar: Alles werde in Austin entschieden. Die Steuerstruktur werde in den Vereinigten Staaten gesteuert.

Bemerkenswert ist der Ursprung dieser Konstruktion. Bereits in seinem Jahresbericht 2015 offenbarte Tesla eine sogenannte "Cost-Sharing Arrangement" mit nicht näher bezeichneten Auslandstöchtern. Eine Praxis, die sowohl der US-Kongress als auch die Steuerbehörde IRS immer wieder als Einfallstor für Steuervermeidung gegeißelt haben. Microsoft etwa streitet seit 2023 mit der IRS um sagenhafte 28 Milliarden Dollar an angeblich hinterzogenen Steuern aus genau solchen Profit-Shifting-Konstruktionen.

Die Heuchelei eines Moralapostels

Besonders pikant wird die Angelegenheit durch Musks öffentliche Selbstinszenierung als Hüter fiskalischer Tugend. Als Berater Donald Trumps hatte der Centibillionär sich lautstark um das US-Haushaltsdefizit gesorgt und betont, er lehne Steuertricks grundsätzlich ab. Die Realität seines Unternehmensimperiums erzählt eine andere Geschichte. Während der amerikanische Mittelstand brav seine Steuern entrichtet und deutsche Automobilbauer im internationalen Wettbewerb um jeden Euro kämpfen, spart der Tesla-Konzern durch juristische Kunstgriffe hunderte Millionen.

Auffällig ist auch der jüngste 10-K-Bericht vom Januar. Dort gab Tesla an, dass im Jahr 2025 über 90 Prozent der globalen Gewinne in den USA erwirtschaftet worden seien. In den fünf Jahren zuvor waren es gerade einmal 27 Prozent. Ein Schelm, wer Böses dabei denkt. Die von Reuters konsultierten Experten vermuten, dass Tesla möglicherweise seine Offshore-Struktur angepasst hat. Bestätigen will das Unternehmen nichts – weder Tesla noch Musk reagierten auf Anfragen. Auch die IRS hüllt sich in Schweigen.

Was der Fall lehrt

Der Vorgang wirft ein grelles Schlaglicht auf die schreiende Ungerechtigkeit im internationalen Steuergefüge. Während Bürger in Deutschland und anderen westlichen Industriestaaten unter einer immer drückenderen Steuerlast ächzen, während hierzulande die neue Große Koalition unter Friedrich Merz ein 500-Milliarden-Euro-Schuldenpaket schnürt, das kommende Generationen über Abgaben und Inflation bezahlen dürfen, schleusen multinationale Konzerne ihre Gewinne durch ein Geflecht aus Briefkastenfirmen. Das Vertrauen in die Redlichkeit der globalen Wirtschaftselite erodiert mit jedem solchen Enthüllungsbericht weiter.

Und genau hier zeigt sich, warum physische Edelmetalle in unsicheren Zeiten ihren festen Platz in einem durchdachten Vermögensportefeuille verdienen. Wer sein Vermögen jenseits von Aktien multinationaler Konzerne absichern möchte, deren Geschäftsmodelle sich zunehmend als Hochseilakt zwischen Legalität und moralischer Fragwürdigkeit entpuppen, findet in Gold und Silber einen Anker, der weder Profit-Shifting noch Briefkastengesellschaften benötigt, um seinen Wert zu bewahren.

Haftungsausschluss

Die in diesem Beitrag enthaltenen Informationen stellen keine Anlageberatung, Steuerberatung oder Rechtsberatung dar. Die Inhalte geben ausschließlich die Meinung unserer Redaktion auf Basis der uns vorliegenden Informationen wieder. Jeder Leser ist verpflichtet, eigenständig zu recherchieren und bei konkreten Anlage-, Steuer- oder Rechtsfragen einen qualifizierten Berater zu konsultieren. Für Entscheidungen, die auf Grundlage dieses Artikels getroffen werden, übernehmen wir keinerlei Haftung.

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