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Kettner Edelmetalle
12.08.2026
05:29 Uhr
KI-generiert

Nach dem Ceuta-Chaos: TV-Streit um 400.000 Migranten pro Jahr

Nach dem Ceuta-Chaos: TV-Streit um 400.000 Migranten pro Jahr
Symbolbild: KI-generiert

Die Bilder aus der spanischen Exklave Ceuta gingen um die Welt – Zehntausende Menschen, die binnen Stunden eine EU-Außengrenze überrannten. In der ARD-Sendung „Maischberger“ am Mittwoch sorgte nun die taz-Wirtschaftskorrespondentin Ulrike Herrmann für Widerspruch: Die Migrationsdebatte nach Ceuta sei „hochgradig irrational“, Deutschland brauche jährlich Hunderttausende Zuwanderer.

„Das ist natürlich Quatsch“ – eine Journalistin gegen den Zeitgeist

Herrmann erklärte in der Runde wörtlich:

„Das ist natürlich Quatsch, Migration immer abzuwehren.“

Von den Menschen, die an einem einzigen Tag in die Exklave gelangt seien, sei ein Großteil längst wieder zurückgekehrt – im Kern habe es sich um einen „Tagesausflug“ gehandelt, bei dem allerdings auch viele Menschen ums Leben gekommen seien. Auslöser sei Desinformation in sozialen Netzwerken gewesen, an einer Antwort darauf arbeite die EU-Kommission.

Was in ihrer Darstellung unerwähnt blieb: Dass sich weiterhin mehrere tausend Migranten in Ceuta aufhalten und es dort immer wieder zu Gewalt kommt.

Die Zahlen hinter den Bildern

Zur Einordnung: Ende Juli 2026 gelangten nach Behördenangaben Zehntausende Menschen aus Marokko in die knapp 18,5 Quadratkilometer kleine Stadt mit rund 84.000 Einwohnern – schwimmend oder über den Grenzzaun. Medienberichten zufolge sprach Spaniens Innenminister davon, dass rund 70.000 von ihnen inzwischen wieder in Marokko seien.

84 Menschen überlebten den Versuch nach damaligem Stand nicht. Als Auslöser gilt ein Urteil des obersten spanischen Gerichts, wonach schwimmend ankommende Migranten nicht sofort zurückgewiesen werden dürfen – die Nachricht verbreitete sich rasend schnell über soziale Medien.

Die europäischen Reaktionen fielen scharf aus: Italien setzte das Schengen-Abkommen mit Spanien aus, Frankreich verschärfte die Grenzkontrollen, 22 EU-Staaten – darunter Deutschland – forderten eine gemeinsame europäische Antwort.

288.000 – und dann noch mal 400.000?

Statt über die Folgen vor Ort sprach Herrmann über den deutschen Arbeitsmarkt. Deutschland müsse jährlich 288.000 Migranten als Arbeitskräfte aufnehmen; das habe eine Studie der Bertelsmann-Stiftung ergeben. Da diese Menschen teils mit Kindern kämen, brauche man in Wahrheit rund 400.000 Personen pro Jahr, damit es funktioniere.

Man müsse in der Lage sein, „die Flüchtlinge zu integrieren und zu Arbeitskräften zu machen“. Anwerbeversuche etwa bei Pflegekräften hätten gezeigt, dass Brasilianer oder Philippiner ihr Land nicht verließen, wenn sie dort ein gutes Leben hätten.

Es sei „skandalös“, dass Deutschland „immer nur qualifizierte Migranten“ wolle, so Herrmann. Die Idee, die Ausbildung vom Herkunftsland bezahlen zu lassen und die Fertigen dann abzuwerben, bezeichnete sie als „intellektuellen Diebstahl“.

Der Widerspruch kam prompt

RTL-Politikchef Nikolaus Blome hielt dagegen: Es sei fraglich, ob und wie schnell aus den Menschen von Ceuta Arbeitskräfte würden. Solche Bilder verstärkten vor allem die Angst vor Kontrollverlust. Bei Anwerbeprogrammen gelte der Grundsatz, dass Deutschland aussuche, wer komme – „nicht, jemand sucht auch zu kommen“. Genau das aber sei in Ceuta geschehen.

Aus Sicht unserer Redaktion trifft Blome den Kern. Wer eine Grenze aufgibt, verliert nicht nur Kontrolle, sondern auch die Fähigkeit zu steuern. Und für viele Bürger dürfte die entscheidende Frage lauten: Wer bezahlt am Ende die Rechnung für eine Ausbildungsoffensive im Hunderttausender-Maßstab? Ein Staat, der mit Sondervermögen und Rekordschulden bereits an seine Grenzen stößt, hat darauf bislang keine überzeugende Antwort gegeben.

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