
Nahost-Eskalation erschüttert Energiemärkte: Israel verspricht Ende der Angriffe auf iranische Energieinfrastruktur
Was sich in dieser Woche im Persischen Golf abgespielt hat, dürfte als eine der schwersten Erschütterungen der globalen Energiemärkte in die Geschichte eingehen. Nach israelischen Angriffen auf Irans gewaltiges South-Pars-Gasfeld und der iranischen Vergeltung gegen Katars Ras-Laffan-LNG-Komplex – die größte Flüssiggas-Anlage der Welt – versuchte Premierminister Benjamin Netanjahu am Donnerstagabend die Wogen zu glätten. Israel werde keine weiteren Angriffe auf iranische Energieinfrastruktur durchführen, so sein Versprechen.
Ein Versprechen, das die Märkte nur bedingt beruhigt
Die Worte Netanjahus zeigten zunächst Wirkung: Der WTI-Ölpreis fiel um sieben Prozent von seinen Tageshöchstständen, Brent-Rohöl gab drei Prozent nach. Doch von Entwarnung kann keine Rede sein. Brent notiert weiterhin bei rund 110 Dollar pro Barrel – weit entfernt von den Niveaus vor der Eskalation, wenngleich unter dem Donnerstagshoch von 119 Dollar. WTI handelt knapp unter der psychologisch bedeutsamen 100-Dollar-Marke bei etwa 96 Dollar.
„Israel hat allein gehandelt", erklärte Netanjahu auf seiner Pressekonferenz – nachdem israelische Offizielle zuvor noch behauptet hatten, die USA seien vorab informiert worden. Ein bemerkenswerter Widerspruch, der Fragen aufwirft. US-Präsident Donald Trump kommentierte die Situation gewohnt direkt: „Ich habe ihm gesagt: ‚Mach das nicht.' Und er wird das nicht mehr tun." Trump fügte hinzu, die Zusammenarbeit mit Israel sei koordiniert, doch gelegentlich handle Netanjahu eigenmächtig – was ihm dann mitgeteilt werde.
Katars LNG-Anlage: Fünf Jahre Wiederaufbau, 20 Milliarden Dollar Kosten
Die Dimension der Zerstörung ist atemberaubend. Kurz nach dem israelischen Angriff auf South Pars schlugen iranische Raketen und Drohnen in Katars Ras-Laffan-Komplex ein. Nach Angaben von QatarEnergy könnte der Wiederaufbau bis zu fünf Jahre dauern und Kosten von 20 Milliarden Dollar verursachen. Damit wären rund 17 Prozent der katarischen LNG-Kapazität für Jahre vom Markt genommen – ein Schlag, dessen Auswirkungen weit über den Nahen Osten hinausreichen und insbesondere europäische Gasimporteure hart treffen dürfte.
Trump drohte dem Iran mit der vollständigen Zerstörung von South Pars, sollten weitere katarische Energieanlagen angegriffen werden. Eine Drohung, die das ohnehin explosive Pulverfass am Golf kaum entschärfen dürfte.
Die Straße von Hormus – praktisch blockiert
Besonders alarmierend: Die Straße von Hormus, durch die unter normalen Umständen etwa ein Fünftel des weltweiten Ölbedarfs transportiert wird, ist faktisch nur noch für iranisch-verbundene Tanker passierbar. Die Ölflüsse durch die Meerenge liegen laut Goldman-Sachs-Analysen 97 Prozent unter dem Normalwert – bei gerade einmal 0,6 Millionen Barrel pro Tag statt der üblichen zweistelligen Millionenmengen. Netanjahu kündigte an, israelische Streitkräfte würden US-amerikanische und alliierte Kräfte bei der Wiedereröffnung der paralysierten Wasserstraße unterstützen.
Goldman Sachs zeichnet düsteres Bild
Die Analystin Yulia Zhestkova Grigsby von Goldman Sachs lieferte ihren Kunden eine erschreckende Bestandsaufnahme des Chaos in der Golfregion. Iranische Vergeltungsschläge hätten unter anderem zwei kuwaitische Raffinerien mit einer kombinierten Verarbeitungskapazität von 0,8 Millionen Barrel pro Tag getroffen, die saudische Samref-Raffinerie im Roten-Meer-Hafen Yanbu sowie das Bab-Ölfeld in den Vereinigten Arabischen Emiraten. Die geschätzten Produktionsausfälle – größtenteils durch vorsorgliche Drosselungen und Lagerkapazitätsmanagement – belaufen sich auf 9,2 Millionen Barrel pro Tag.
Besonders beunruhigend ist Goldmans historische Analyse der größten Ölversorgungsschocks: Im Durchschnitt lag der Produktionsrückgang nach vier Jahren bei 42 Prozent – einschließlich der Folgen von Infrastrukturschäden. Die Eskalation der Angriffe auf Energieanlagen impliziere erhebliche Risiken nicht nur für kurzfristige Ölexporte, sondern für die langfristige Produktionskapazität der gesamten Region.
Trumps Gegenmaßnahmen: Strategische Reserven und Sanktionslockerungen
Die Trump-Administration hat mehrere Schritte unternommen, um den dreistelligen WTI-Preisen entgegenzuwirken. Die Freigabe strategischer Reserven – die zu einem späteren Zeitpunkt wieder aufgefüllt werden müssen – hat den WTI-Brent-Abschlag auf 13 Dollar pro Barrel ausgeweitet, den höchsten Stand seit der Aufhebung des US-Ölexportverbots Anfang 2015. Finanzminister Bessent deutete zudem an, dass eine ähnliche Ausnahmeregelung für sanktioniertes iranisches Öl auf See in Erwägung gezogen werde.
Doch selbst die geschätzten 131 Millionen Barrel russisches und 105 Millionen Barrel iranisches Öl auf See könnten laut Goldman Sachs lediglich etwa zwei Wochen der unterbrochenen Hormus-Flüsse kompensieren. Ein Tropfen auf den heißen Stein.
Europa und Deutschland besonders verwundbar
Für Deutschland und Europa könnte diese Krise kaum zu einem schlechteren Zeitpunkt kommen. Nach Jahren ideologiegetriebener Energiepolitik, dem überhasteten Atomausstieg und der fatalen Abhängigkeit von russischem Gas, die erst durch den Ukraine-Krieg schmerzhaft offenbar wurde, trifft nun der nächste Energieschock einen Kontinent, der seine Resilienz systematisch untergraben hat. Die Grünen und ihre Erben in der deutschen Energiepolitik haben das Land in eine Verwundbarkeit manövriert, die sich nun bitter rächt. Wer Kernkraftwerke abschaltet, Gasförderung im eigenen Land verteufelt und gleichzeitig auf LNG-Importe aus Katar setzt, der darf sich über die Konsequenzen nicht wundern.
Goldman Sachs warnt explizit: Ein hypothetisches US-Ölexportverbot – derzeit nicht das Basisszenario – würde die Versorgung mit Rohöl in Nordwesteuropa und Südkorea erheblich reduzieren. Auch bei Diesel und Benzin wären Nordwesteuropa und Mexiko besonders betroffen.
Drei Wochen Konflikt – historische Verwerfungen
Der dreiwöchige Konflikt hat nach Einschätzung von Energieanalysten bereits jetzt die größte Störung der globalen Öl- und Gasmärkte in der modernen Geschichte verursacht. Rebecca Babin, Senior Energy Traderin bei CIBC Private Wealth Group, brachte es auf den Punkt: Solange die Kampfhandlungen andauerten und Energieinfrastruktur im Spiel bleibe, werde es für die Märkte sehr schwer, sich zu beruhigen. Es sei ein Spiel geworden, bei dem man sich frage, was das nächste Ziel sei und ob die Schäden kurz- oder langfristiger Natur seien.
Unterdessen laufen die US-amerikanischen LNG-Exportanlagen im Golf von Amerika nahe ihrer Maximalkapazität, geschützt von ruhigen Gewässern und der Präsenz amerikanischer Kriegsschiffe. Die Vereinigten Staaten positionieren sich damit einmal mehr als der große Gewinner geopolitischer Verwerfungen – während Europa zusieht und zahlt.
Gold als sicherer Hafen in stürmischen Zeiten
In Zeiten wie diesen zeigt sich einmal mehr der unschätzbare Wert physischer Edelmetalle als Vermögenssicherung. Wenn geopolitische Krisen die Energiemärkte erschüttern, Währungen unter Druck geraten und die Inflation durch explodierende Energiepreise weiter angeheizt wird, bieten Gold und Silber jenen Schutz, den weder Papiergeld noch digitale Versprechen gewährleisten können. Wer sein Portfolio mit physischen Edelmetallen diversifiziert hat, kann diesen turbulenten Zeiten deutlich gelassener entgegenblicken.
Hinweis: Dieser Artikel stellt keine Anlageberatung dar. Die dargestellten Informationen dienen ausschließlich der allgemeinen Information. Jede Anlageentscheidung sollte auf Basis eigener Recherche und gegebenenfalls nach Rücksprache mit einem qualifizierten Finanzberater getroffen werden. Für etwaige Verluste, die aus der Nutzung der in diesem Artikel enthaltenen Informationen resultieren, übernehmen wir keinerlei Haftung.

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