
Napalm-Fund in der Slowakei: Zugriff auf Saboteur-Verdächtigen in Hamburg

Ein 26-jähriger Lette sitzt seit Dienstag in Hamburg hinter Gittern. Der Vorwurf wiegt schwer: Er soll an der Vorbereitung eines Brandanschlags auf eine Drohnenfabrik in der Ostslowakei beteiligt gewesen sein. Zwei mutmaßliche Komplizen wurden zeitgleich in der Slowakei festgenommen.
Medienberichten zufolge vollstreckten die Hamburger Behörden einen europäischen Haftbefehl, den ein slowakisches Gericht erlassen hatte. Eine Sprecherin der Generalstaatsanwaltschaft bestätigte demnach zudem ein Auslieferungsersuchen der Slowakei; das Amtsgericht habe eine sogenannte Festhalteanordnung erlassen. Es gilt die Unschuldsvermutung.
Benzin, Styropor – und eine handgezeichnete Karte
Was die slowakische Polizei bei den Zugriffen sicherstellte, klingt nach Kriegshandwerk statt nach Kleinkriminalität: eine größere Menge Brandgemisch, Werkzeug, Mobiltelefone, eine Kamera und ein handgezeichneter Lageplan der Fabrik.
Erste forensische Untersuchungen ergaben laut Polizeiangaben, dass die Mischung aus Benzin und Polystyrol bestand – im Volksmund: selbstgemachtes Napalm. Ein Stoff, der klebt, extrem heiß brennt und kaum zu löschen ist.
Nach Darstellung der Ermittler hätten sich zum möglichen Tatzeitpunkt rund 70 Menschen auf dem Werksgelände aufgehalten. Der Wert der Anlagen in der Halle wird auf einen zweistelligen Millionen-Euro-Betrag geschätzt. Die entscheidenden Hinweise sollen vom slowakischen Nachrichtendienst gekommen sein.
Ein ukrainischer Drohnenhersteller mitten in der EU
Betroffen ist Berichten zufolge ein Werk für unbemannte Luftfahrtsysteme nahe Prešov. Der ukrainische Aufklärungsdrohnen-Hersteller Skyeton hatte dort 2024 eine Produktion angekündigt. Ein Unternehmensvertreter erklärte gegenüber ukrainischen Medien sinngemäß, russische Stellen versuchten regelmäßig, Produktionsstätten wie auch den Ruf des Unternehmens anzugreifen.
Wer die Auftraggeber sind, ist offiziell nicht benannt. Die slowakische Polizei spricht lediglich davon, das Trio habe "im Auftrag" nicht genannter Dritter gehandelt. Sicherheitsexperten sehen darin ein Muster, das seit Kriegsbeginn in mehreren EU-Staaten auftaucht: angeworbene Gelegenheitstäter, kleine Honorare, große Wirkung.
Deutschland als Drehscheibe – und als Ziel
Der Fall reiht sich in eine beunruhigende Serie. Anfang August wurde am Flughafen Leipzig/Halle eine mit Sprengstoff bestückte Drohne nahe einem ukrainischen Frachtflugzeug entdeckt; US-Regierungsvertreter sprachen laut Medienberichten von 18 Drohnenvorfällen an diesem Standort seit Januar 2026. Bundeskanzler Friedrich Merz erklärte, Deutschland sei zunehmend Ziel hybrider Angreifer geworden.
Hinzu kommen Brandstiftungen bei Rüstungszulieferern in Estland und Tschechien. Hybride Kriegsführung – das klingt nach Fachjargon, bedeutet aber schlicht: Sabotage unterhalb der Schwelle eines offenen Krieges.
Sicherheit ist kein Nebenschauplatz
Aus Sicht unserer Redaktion offenbart der Fall zweierlei. Erstens: Die Zusammenarbeit von Nachrichtendiensten und Polizei hat hier offenbar funktioniert – ein Erfolg, der Anerkennung verdient. Zweitens: Deutschland ist längst Teil des Schlachtfelds, ob es das wahrhaben will oder nicht.
Kritiker mahnen seit Jahren, dass Personal, Technik und Befugnisse der Sicherheitsbehörden nicht mit der Bedrohungslage Schritt halten, während politische Debatten sich häufig um Nebenschauplätze drehen. Ein Brandsatz aus Benzin und Styropor kostet fast nichts – der Schaden kann in die Millionen gehen.
Für Bürger bleibt eine unbequeme Erkenntnis: Industriestandorte, Flughäfen und Logistikketten sind verwundbar. Wer sein Vermögen krisenfest aufstellen will, setzt traditionell auch auf physische Edelmetalle als Beimischung – Werte, die keine Lieferkette und kein Serverraum absichern muss.
Hinweis: Dieser Beitrag dient der Information und stellt keine Anlageberatung dar. Wir geben keine Kauf- oder Verkaufsempfehlungen. Jeder Anleger ist für seine Entscheidungen selbst verantwortlich und sollte eigenständig recherchieren.
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