
Neue RKI-Files: Was wusste Drosten vom Ursprung des Coronavirus?
Die nun entschwĂ€rzten RKI-Protokolle sorgen weiter fĂŒr ZĂŒndstoff. Nachdem zunĂ€chst die Veröffentlicher diffamiert wurden, wird der Inhalt zunehmend brisant. Ein Whistleblower des Robert-Koch-Instituts hatte die Protokolle des Corona-Krisenstabs fĂŒr die gesamte Zeit der Pandemie an die Berliner Journalistin Aya Velazquez gegeben; diese hatte sie vergangenen Dienstag der Ăffentlichkeit zum Download zur VerfĂŒgung gestellt.
GeheimniskrĂ€merei und brisante EnthĂŒllungen
Offenbar hatte der Whistleblower genug von der GeheimniskrĂ€merei der eigenen Behörde und des Gesundheitsministeriums. Denn bereits ein erster Teil genau jener Protokolle hatte zu einem jahrelangen Rechtsstreit zwischen dem Chef des Online-Magazins Multipolar, Paul Schreyer, und den Behörden gefĂŒhrt. Erst im MĂ€rz 2024 wurden die Protokolle von 2020 bis April 2021 freigegeben; allerdings waren diese in erheblichem Umfang geschwĂ€rzt.
Gesundheitsminister Karl Lauterbach (SPD) hatte daraufhin gesagt, er habe die SchwĂ€rzungen nicht veranlasst, sie seien aber vor allem dazu da, um Personen zu schĂŒtzen. Dies ist spĂ€ter auch geschehen; allerdings waren wohl immer noch nicht nur Namen oder sensible Daten von Pharmafirmen oder VertrĂ€gen geschwĂ€rzt. Sondern, wie die komplett entschwĂ€rzten RKI-Files nun zeigen, noch ein kleines bisschen mehr.
Unterschiedliche Ansichten und WidersprĂŒche
Vor allem sind nun erstmals auch die Protokolle von Mitte 2021 bis Mitte 2023 einsehbar. Und somit der gesamte Teil der Pandemie unter politischer Verantwortung von Karl Lauterbach sowie das noch fehlende halbe Jahr unter Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU). Unter anderem war das Robert-Koch-Institut nicht damit einverstanden, dass etwa die Gesundheitsminister stĂ€ndig von der âPandemie der Ungeimpftenâ sprachen. Das Impfen von Kindern ohne Stiko-Empfehlung wurde kritisch gesehen und auch die Impfung in Altenheimen âĂŒberschĂ€tztâ, hielt das RKI in den Protokollen fest.
Angriffe auf AufklÀrer und die Rolle von Christian Drosten
GroĂe Aufregung haben die Protokolle aber erst einmal in der Corona-Kritiker-Bubble selbst ausgelöst. Ein Youtube-Video mit stundenlang genĂŒsslich vorgetragenen Ad-Hominem-Angriffen sorgte fĂŒr Befremden: Darin wurde etwa der emeritierte Professor Stefan Homburg diffamiert; Aya Velazquez wurde ihre Vergangenheit als Escort-Girl zur Last gelegt.
WĂ€hrenddessen haben sich andere User im Netz um Inhalte bemĂŒht, was nicht ganz einfach war, weil die Homepage rki-transparenzbericht.de unter stĂ€ndigem Beschuss sei. Sie berichtete am Montagabend auf X von ĂŒber drei Millionen erfolgreich abgewehrten Angriffsversuchen sowie einem DDOS-Angriff auf die Website. Einigen Usern ist es trotzdem gelungen, seither weiĂ man: FĂŒr das âTragen von Masken im Freien gibt es keine Evidenzâ. Dies hatte zwar auch Karl Lauterbach 2023 zugegeben. Zwischen diesen beiden Zeitpunkten allerdings waren etwa in Berlin zahlreiche Radfahrer ohne Maske von Ordnungsamt und Polizei von ihren RĂ€dern geholt und verwarnt beziehungsweise mit Ordnungsgeldern belegt worden.
Die Frage nach dem Ursprung des Virus
Der Physiker Roland Wiesendanger stellt die Frage, ob der CharitĂ©-Virologe Christian Drosten, der mit Corona zu BerĂŒhmtheit gelangt war, schon ganz zu Beginn der Pandemie davon wusste, dass ein unnatĂŒrlicher Ursprung des Virus so unwahrscheinlich nicht zu sein scheint. Diese Frage kommt auf, weil in jenem Zusatzmaterial des RKI ein Foto aufgetaucht ist, das ein Mitarbeiter von einer Sitzung am 5. Februar 2020 gemacht haben soll von einem Vortrag von Victor Cormann, ebenfalls Virologe an der CharitĂ©. Darauf ist eine Folie zu sehen, auf der auf eine zusĂ€tzliche Furin-Spaltstelle im Corona-Virus hingewiesen wird.
Gerade diese Spaltstelle des Virus sei in hohem MaĂe fĂŒr die hohe InfektiositĂ€t und die leichte Mensch-zu-Mensch-Ăbertragung von Corona verantwortlich und komme bei keiner anderen natĂŒrlich vorkommenden SARS-artigen Virenart von Corona vor. Sie deute daher auf einen Laborursprung der Corona-Pandemie hin. Dies sei bereits im Januar 2020 von US-Forschern diskutiert worden, wie freigelegte Emails aus den USA belegten â und unter anderem auch mit Beteiligung von Drosten und dem amerikanischen Immunologen Anthony Fauci bei einer Telefonkonferenz am 1. Februar 2020 diskutiert worden.
Drosten und die Labortheorie
Laut Wiesendanger werde es nun mit Auftauchen der neuen RKI-Files unwahrscheinlicher, dass Drosten nicht davon gewusst habe, dass die Labortheorie schon Anfang 2020 nicht von der Hand zu weisen gewesen sei. SchlieĂlich arbeite er eng mit Victor Cormann zusammen. Und wenn Drosten und die CharitĂ© und das RKI schon Anfang Februar 2020 davon gewusst hĂ€tten, dann auch die Politik, der Gesundheitsminister und das Kanzleramt, schlussfolgert Wiesendanger weiter.
War es also die Sorge um die unvorhersehbaren Eigenschaften eines neuartigen, kĂŒnstlich im Labor erzeugten Virus, die damals Anlass gab, dass die Bundeskanzlerin zur Primetime im deutschen Fernsehen von einer der schlimmsten Katastrophen seit Ende des Zweiten Weltkriegs sprach? Diese Aussage sei jedenfalls nicht âdurch das real existierende Infektionsgeschehen in Deutschland zum damaligen Zeitpunkt begrĂŒndetâ, so Wiesendanger, âdas wissen wir spĂ€testens seit Veröffentlichung der RKI-Protokolleâ.
War es also doch ein kĂŒnstliches Virus, das aus einem Speziallabor entfleuchte und die Welt jahrelang in Atem hielt? Noch sind nicht alle Dokumente aus den umfangreichen Protokollen inklusive Zusatzmaterial ausgewertet â und weitere Anfragen zu weiteren Protokollen aus anderen Gremien stehen noch aus.
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