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19.08.2026
14:48 Uhr
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Nord Stream: Taucher in Kroatien gefasst – Polen ließ ihn noch laufen

Nord Stream: Taucher in Kroatien gefasst – Polen ließ ihn noch laufen
Symbolbild: KI-generiert

Vier Jahre nach der Sprengung der Ostsee-Pipelines hat die kroatische Polizei am Mittwoch in Pula einen Ukrainer festgenommen. Die Bundesanwaltschaft hält den Mann für einen der Taucher, die im September 2022 nahe der Insel Bornholm die Sprengsätze anbrachten. Nun bereitet Deutschland den Auslieferungsantrag vor.

Es ist bereits die zweite Festnahme des Beschuldigten – und genau das macht den Fall politisch brisant.

Ein Taucher, eine Segelyacht aus Rostock

Nach Angaben der Karlsruher Behörde handelt es sich bei Wolodymyr Sch. um einen ausgebildeten Taucher, der zu einer Gruppe um den gesondert verfolgten Serhij K. gehört haben soll. Die Ermittler erklärten, er habe sich an den erforderlichen Tauchgängen beteiligt.

„Für den Transport nutzten er und seine Mittäter eine Segelyacht, die von Rostock aus startete. Die Yacht war zuvor mit Hilfe gefälschter Ausweispapiere über Mittelsmänner bei einem deutschen Unternehmen angemietet worden.“

Medienberichten zufolge sollen die Sprengsätze in rund 80 Metern Tiefe montiert worden sein – ein Einsatz, der professionelles Gerät und militärisches Können voraussetzt. Am 26. September 2022 detonierten die Ladungen. Drei der vier Röhren wurden zerstört.

Warschau blockierte – und die Spur riss ab

Schon im vergangenen Jahr hatten deutsche Ermittler denselben Mann in Polen aufgespürt. Doch Warschaus Justiz verweigerte die Übergabe. Mitte Oktober ließen die Richter ihn frei und verwiesen auf Zweifel, ob die Vorwürfe einen Europäischen Haftbefehl tragen könnten. Auch Ministerpräsident Donald Tusk hatte sich gegen eine Überstellung ausgesprochen.

Ein bemerkenswerter Vorgang: Ein EU-Partner lässt einen von Deutschland gesuchten Beschuldigten laufen, weil man das Pipeline-Projekt selbst stets für ein Kreml-Instrument hielt. Aus Sicht unserer Redaktion zeigt das, wie brüchig die europäische Rechtsgemeinschaft wird, sobald nationale Interessen ins Spiel kommen. Deutschland stand jedenfalls mit leeren Händen da.

Der mutmaßliche Drahtzieher sitzt schon in Haft

Anders verlief es bei Serhij K.: Er war im August 2025 in der Provinz Rimini aufgrund eines Europäischen Haftbefehls gefasst, im November nach Deutschland überstellt und Anfang Juli in Hamburg angeklagt worden. Die Bundesanwaltschaft wirft beiden Männern unter anderem gemeinschaftliches Herbeiführen einer Sprengstoffexplosion, verfassungsfeindliche Sabotage und Zerstörung von Bauwerken vor. Serhij K. gilt den Ermittlern als Kopf der Gruppe. Sein Prozess soll Berichten zufolge in den kommenden Wochen beginnen.

Wolodymyr Sch. bestreitet die Vorwürfe. Es gilt die Unschuldsvermutung. Wer den Auftrag gab, ist laut Ermittlern weiter nicht eindeutig geklärt – die ukrainische Regierung weist jede Beteiligung zurück.

Deutschlands teuerster Sprengstoffanschlag

Man darf die Dimension nicht vergessen: Nord Stream 1 transportierte 2021 noch mehr als ein Drittel der russischen Gasexporte in die EU. Die Zerstörung traf deutsche Infrastruktur, deutsche Industrie, deutsche Heizkostenabrechnungen – und blieb politisch jahrelang seltsam geräuschlos. Medienberichten zufolge forderte die AfD im Mai einen Untersuchungsausschuss.

Für viele Bürger bleibt die zentrale Frage offen: Wer profitierte von der Zerstörung? Solange sie unbeantwortet ist, wirkt die Aufklärung wie ein Verfahren gegen Handlanger, während die Auftraggeber im Dunkeln bleiben. Energiekrisen und geopolitische Erpressbarkeit haben viele Sparer daran erinnert, dass Sachwerte wie physisches Gold und Silber ein bewährter Anker sind, wenn Versorgungssicherheit und Vertrauen erodieren.

Hinweis: Dieser Beitrag dient der Information und stellt weder eine Anlage-, Steuer- noch eine Rechtsberatung dar. Er gibt die Einschätzung unserer Redaktion auf Basis der uns vorliegenden Informationen wieder. Jeder Leser trifft seine Anlageentscheidungen eigenverantwortlich und sollte selbst recherchieren.

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