
Öffentlich-rechtliche Zufälle: ZDF-Studioleiter als „zufälliger Passant" bei Radio Bremen

Man könnte es für einen schlechten Witz halten, wäre es nicht bittere Realität: Bei einer vermeintlich spontanen Straßenumfrage von Radio Bremen zum Thema Brückenästhetik wurde ausgerechnet der Leiter des ZDF-Landesstudios Bremen als „zufälliger" Gesprächspartner präsentiert. Ohne jeglichen Hinweis auf seine Position im öffentlich-rechtlichen Rundfunk durfte Alexander Poel den Zuschauern seine Vorliebe für „schöne klassische Brücken mit Bögen und ein bisschen Schnörkel" kundtun.
Die Illusion der Zufälligkeit
Der etwa vierminütige Beitrag erschien in der Sendereihe „Wochenserie" der Abendsendung „buten un binnen". Neben einem Statik-Experten und einem sogenannten „Kunst-Paten" sollten auch vermeintlich wahllos angesprochene Passanten zu Wort kommen. Dass einer dieser angeblich zufällig ausgewählten Fußgänger ein hochrangiger Funktionär des öffentlich-rechtlichen Rundfunks ist, verschwieg man den Gebührenzahlern geflissentlich.
Alexander Poel ist seit Anfang 2025 Leiter des ZDF-Landesstudios Bremen. Seine Karriere führte ihn zuvor durch die ZDF-Landesstudios Bayern sowie durch diverse Auslandsstudios in Paris, London, Brüssel, Istanbul und Tel Aviv. Ein Mann also, der dem Bremer Sender Radio Bremen mit Sicherheit nicht unbekannt gewesen sein dürfte. Die Frage, ob es sich hier tatsächlich um einen Zufall handelt oder um eine bewusste Inszenierung, drängt sich förmlich auf.
Systematische Intransparenz beim ÖRR
Dieser Vorfall reiht sich nahtlos in eine lange Liste ähnlicher Fälle ein. Immer wieder werden bei öffentlich-rechtlichen Sendern Parteifunktionäre, Aktivisten oder eben ÖRR-Mitarbeiter als vermeintlich neutrale Bürger präsentiert, ohne dass deren tatsächliche Funktion kenntlich gemacht wird. Was einmal als Ausrutscher durchgehen könnte, entwickelt sich zunehmend zu einem Muster, das das Vertrauen in die Objektivität des öffentlich-rechtlichen Rundfunks weiter untergräbt.
Die Dreistigkeit, mit der hier vorgegangen wird, ist bemerkenswert. Man scheint sich im Elfenbeinturm der Rundfunkanstalten offenbar sicher zu fühlen – schließlich fließen die Zwangsgebühren unabhängig von der Qualität der Berichterstattung. Über acht Milliarden Euro jährlich kassiert der öffentlich-rechtliche Rundfunk von den deutschen Haushalten, und was bekommt der Bürger dafür? Inszenierte Straßenumfragen, bei denen sich die Kollegen gegenseitig interviewen.
Die Arroganz der Macht
Besonders pikant erscheint der Vorfall vor dem Hintergrund der aktuellen Debatte um die Qualitätsstandards im öffentlich-rechtlichen Rundfunk. Während Intendanten und Programmdirektoren nicht müde werden, die hohen journalistischen Standards ihrer Häuser zu betonen, zeigt die Praxis ein völlig anderes Bild. Die Selbstreferenzialität des Systems kennt offenbar keine Grenzen mehr.
Radio Bremen, die kleinste ARD-Anstalt, produziert für das chronisch klamme Bundesland Bremen ein Programm, das sich zunehmend als Echokammer der eigenen Blase entpuppt. Dass ausgerechnet dort ein ZDF-Funktionär als neutraler Bürger auftritt, ohne dass dies transparent gemacht wird, spricht Bände über das Selbstverständnis dieser Institutionen.
Der Bürger als Zahlmeister ohne Mitsprache
Was bleibt, ist ein weiterer Beweis dafür, dass der öffentlich-rechtliche Rundfunk dringend einer grundlegenden Reform bedarf. Die Zwangsfinanzierung durch den Rundfunkbeitrag entkoppelt die Sender vollständig von den Bedürfnissen und Erwartungen ihrer Zuschauer. Wer zahlen muss, egal ob er will oder nicht, dem schuldet man offenbar keine Rechenschaft mehr.
Die Reaktionen in den sozialen Medien zeigen deutlich, dass die Bürger diese Praktiken längst durchschaut haben. „Oops, they did it again" kommentiert ein Nutzer treffend. Ein anderer fragt sich, „wie blöd man sein kann". Die Antwort ist simpel: So blöd, wie man sein darf, wenn Konsequenzen ausbleiben.
Es wäre an der Zeit, dass die Politik endlich handelt und den öffentlich-rechtlichen Rundfunk auf ein vernünftiges Maß zurückstutzt. Ein schlanker, wirklich unabhängiger Grundfunk wäre im Interesse aller Bürger – nur eben nicht im Interesse derjenigen, die vom aktuellen System profitieren. Und das sind, wie dieser Fall einmal mehr zeigt, vor allem die Funktionäre des Systems selbst.
Silber-Explosion 2026:Das unterschätzte Edelmetall
Keine Kreditkarte erforderlich • Keine versteckten Kosten
Ihre Experten im Webinar:

Dominik Kettner
CEO Kettner Edelmetalle

Ernst Wolff
Der Systemkritiker

Jochen Staiger
Der Rohstoff-Realist
Top-Experten
Dominik Kettner & Star-Gäste
Live Q&A
Ihre Fragen
15.000€ Gold
zu gewinnen
- Kettner Edelmetalle News
- Finanzen
- Wirtschaft
- Politik














