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Öko-Eigentor: Papier-Strohhalme schaden der Umwelt mehr als Plastik!

Öko-Eigentor: Papier-Strohhalme schaden der Umwelt mehr als Plastik!
Symbolbild: KI-generiert

Der aufgeweichte Papierhalm im Cola-Glas galt jahrelang als Beweis für ein gutes Gewissen. Jetzt stellt ihn ausgerechnet eine Regierungsstudie aus Südkorea bloß. Eine Lebenszyklus-Analyse im Auftrag des Umweltministeriums in Seoul kommt zu dem Schluss, dass der klassische Plastik-Strohhalm in den meisten Umweltkategorien besser abschneidet als alle seine „grünen“ Ersatzprodukte.

16 Kategorien, ein klarer Sieger

Beauftragt hat die Untersuchung das südkoreanische Ministry of Climate, Energy and Environment, durchgeführt hat sie die Korean Society for Life Cycle Assessment. Sie lief von Mai 2025 bis April 2026. Öffentlich gemacht hat sie am 21. Oktober 2026 der Abgeordnete Kim Wi-sang von der konservativen People Power Party.

Verglichen wurden vier Varianten: herkömmliche Halme aus Polypropylen, Papier, biologisch abbaubarer Kunststoff und sogenanntes Bio-PE aus Pflanzen wie Zuckerrohr. Die Forscher betrachteten den gesamten Lebensweg, von der Rohstoffgewinnung bis zur Entsorgung, und zwar in 16 Umweltkategorien. Grundlage für die Entsorgung waren Koreas Abfallzahlen: 73,6 Prozent der Halme werden verbrannt, 26,4 Prozent landen auf der Deponie.

Das Ergebnis fällt deutlich aus. Der konventionelle Plastikhalm hatte in 10 von 16 Kategorien die geringste Umweltwirkung, darunter Klimawandel, Versauerung, Feinstaub und menschliche Toxizität.

Die bittere Bilanz der Öko-Alternativen

Im Vergleich zum Plastikhalm schnitt Papier in diesen Punkten schlechter ab:

  • 6,33-fach höherer karzinogener Impact
  • 2,04-fach höhere Versauerung
  • 2,23-fach höherer Ozonabbau

Noch schlechter steht Bio-PE da. Medienberichten zufolge kommt es auf einen 16,18-fach höheren karzinogenen Wert und eine fast sechsfache Versauerung. Auch die biologisch abbaubaren Halme liegen mit dem 3,34-fachen karzinogenen Impact klar über dem Original. Wichtig ist dabei: Dieser Wert beschreibt modellierte Emissionen über den gesamten Lebenszyklus. Er bedeutet kein direktes Krebsrisiko für den, der damit trinkt.

Auch das Versprechen der Recyclingfähigkeit hält nicht. Strohhalme aller Materialien seien für Sortieranlagen schlicht zu klein, heißt es. Beim Papier kommen noch Beschichtungen und Kleber hinzu.

„Greenwashing-Politik“: Seoul rudert zurück

Kim Wi-sang spart nicht mit Kritik. Die Regierung müsse das Scheitern ihrer Greenwashing-Politik eingestehen, die sich auf wirkungslose Ersatzmaterialien versteift habe, sagte er laut dem Bericht des Korea Herald. Sinnvoller sei es, den Verbrauch von Einwegprodukten insgesamt zu senken, zum Beispiel Halme nur noch auf Nachfrage herauszugeben.

Südkorea hatte Plastikhalme in Cafés und Restaurants im November 2022 eingeschränkt. Schon ein Jahr später setzte die Regierung die Durchsetzung auf unbestimmte Zeit aus, nachdem es Beschwerden aus der Bevölkerung und Zweifel an der Wirksamkeit gegeben hatte.

Und Brüssel? Verbot zuerst, Prüfung später

Für Europa ist das eine unangenehme Nachricht. Mit ihrer Einwegkunststoff-Richtlinie hat die EU Plastikhalme seit Juli 2021 aus den Regalen verbannt, Deutschland setzte das per Verordnung brav um. Seit Juli 2024 sind außerdem die fest angebundenen Flaschendeckel Pflicht, über die sich Millionen Verbraucher täglich ärgern. Eine gründliche Lebenszyklus-Prüfung der Alternativen, wie sie Korea jetzt vorgelegt hat, gab es vor dem Verbot nicht.

In den USA hat Präsident Donald Trump bereits im Februar 2025 per Dekret die Rückkehr zum Plastikhalm angeordnet. Damals wurde er dafür vielfach belächelt. Die neuen Zahlen aus Seoul lassen diese Häme in einem anderen Licht erscheinen.

Das Muster hinter der Symbolpolitik

Der Fall zeigt im Kleinen, woran viele Umweltvorschriften kranken. Zuerst wird eine gut klingende Lösung politisch durchgesetzt und von den Medien gefeiert. Ob sie überhaupt etwas bringt, prüft man erst Jahre danach oder gar nicht. Die Kosten dafür tragen Bürger, Gastronomen und Mittelständler. Wer Umwelt wirklich schützen will, braucht Fakten statt Gesinnung, und Eigenverantwortung statt Verbotskatalogen aus Brüssel.

Die Frage, die bleibt: Wie viele andere „grüne“ Vorschriften würden eine ehrliche Prüfung wie diese ebenfalls nicht überstehen?

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