
Öl-Erpressung im Golf: Teheran will Trump die Midterms vermasseln!

Die Mullahs wollen in Amerika mitwählen, und zwar über den Ölpreis. Die Washington Post beruft sich auf iranische Regierungsvertreter. Demnach soll die Angriffswelle auf Handelsschiffe in der Straße von Hormus gezielt die US-Zwischenwahlen am 3. November beeinflussen. Teheran halte die Wochen bis dahin für entscheidend, um Präsident Donald Trump unter Druck zu setzen.
Bezahlen wird das nicht nur der amerikanische Autofahrer. Auch an deutschen Zapfsäulen kommt die Rechnung an.
Das Carter-Drehbuch von 1980
Einige Offizielle in Teheran hätten ein klares Ziel, berichten ein arabischer und ein westlicher Diplomat der Zeitung: Trump solle an der Wahlurne „bestraft“ werden. Als Vorbild diene die Geiselkrise von 1979 bis 1981. Damals hielten iranische Studenten 52 Amerikaner 444 Tage lang in der US-Botschaft fest. Jimmy Carter verlor 1980 die Wahl gegen Ronald Reagan, und die Geiseln kamen erst frei, als Reagan vereidigt wurde.
Wie ernst Teheran diese historische Parallele nimmt, beschreibt der arabische Diplomat mit drastischen Worten:
„Sie sind besessen. Sie glauben, sie könnten eine Präsidentschaft stürzen.“
Laut dem Bericht laufen im iranischen Staatsfernsehen Talkshows, die über steigende Energiepreise diskutieren und darüber, wie sehr republikanische Verluste Trumps Spielraum einengen würden. Da ist der Wunsch der Vater des Gedankens. Alle Quellen äußerten sich anonym.
Fünf, sechs Schiffe pro Nacht
Die Zahlen sind alarmierend. Die britische Seeüberwachung UKMTO zählte im laufenden Monat bereits mehr als 20 iranische Angriffe auf Schiffe in der Meerenge, ein Schiff sei gesunken. Im September seien es im Schnitt rund 30 Attacken pro Woche gewesen. Der iranische Sicherheitsberater Mohsen Rezaei prahlte im Staatssender Press TV, sein Land nehme jede Nacht „fünf oder sechs“ Schiffe ins Visier.
Die USA halten laut einem westlichen Beamten mit täglichen Einsätzen von Kampfjets, Drohnen und Spezialkräften dagegen. Zeitweise hatte das Erfolg: Laut dem Analysehaus Kpler lagen die Ölexporte durch die Meerenge im September an mehreren Tagen fast wieder auf Vorkriegsniveau. Medienberichten zufolge passierten vor dem Krieg täglich rund 40 große Rohöltanker die Straße von Hormus. Sie gilt als die wichtigste Öl-Schlagader der Welt.
30 Dollar Angstaufschlag
Amena Bakr, bei Kpler zuständig für Energie im Nahen Osten, beziffert den geopolitischen Risikoaufschlag auf rund 30 Dollar pro Barrel. Wie Medien berichten, notierte die Nordseesorte Brent zuletzt über 111 Dollar und damit so hoch wie seit Mai nicht mehr. Für Deutschland mit seiner ohnehin teuren, von der Politik selbst verschärften Energiewende ist das Gift. Industrie, Pendler und Familien, die mit Öl heizen, bekommen es zu spüren.
Ein Regime unter Druck
Am Verhandlungstisch geht es nicht voran. Bei einem direkten Treffen im September am Rande der Vereinten Nationen hätten beide Seiten Vorschläge ausgetauscht. Teheran lehne aber die Forderung Washingtons nach einem nuklearen Zugeständnis vorab ab. Ein westlicher Diplomat meint, der Iran wolle sich mit den Angriffen wieder mehr Gewicht in den Gesprächen verschaffen.
Dahinter könnte auch Verzweiflung stecken. In der Führung wachse laut dem Bericht die Sorge, dass der Staat in einigen Monaten grundlegende Aufgaben nicht mehr erfüllen könne, bis hin zur Bezahlung der eigenen Sicherheitskräfte. Trump hatte zuvor erklärt, die USA würden Iran vor den Midterms nicht angreifen. Die Blockade bleibe aber bestehen.
Laut der Forscherin Negar Mortazavi vom Center for International Policy in Washington zielt die Botschaft über den Wahltag hinaus. Iranische Offizielle wollten vermitteln, dass ein Angriff auf ihr Land einen hohen politischen Preis habe, bis hin zu verlorenen Wahlen. Gemeint seien damit auch künftige US-Regierungen.
Unser Fazit: Krisen kennen keine Wahltermine
Der Fall zeigt, wie verwundbar eine globalisierte Wirtschaft ist. Eine Meerenge von wenigen Dutzend Kilometern reicht, um Energiepreise, Inflation und sogar Wahlen in der größten Demokratie der Welt zu beeinflussen. Wer sein Erspartes schützen will, sollte das nicht allein Politikern und Notenbanken überlassen. Physisches Gold und Silber haben über Jahrhunderte Kriege, Ölkrisen und Regierungswechsel überdauert. Als Beimischung in einem breit gestreuten Vermögen können sie einen stabilen Anker bilden.
Hinweis: Dieser Beitrag stellt keine Anlageberatung dar. Er gibt die Meinung unserer Redaktion auf Basis der uns vorliegenden Informationen wieder. Jeder Anleger sollte eigenständig recherchieren und trägt die Verantwortung für seine Anlageentscheidungen selbst.
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