
Öl-Notstand im Weißen Haus: Trump holt das Kriegsgesetz raus!

US-Präsident Donald Trump hat am 22. Oktober den Defense Production Act aktiviert, ein Notstandsgesetz aus dem Kalten Krieg, um die amerikanische Ölförderung anzukurbeln. In einem Memorandum erklärt er Förderung, Raffinerien und Treibstofflogistik zur Frage der nationalen Verteidigung. Der Hintergrund: Seit Beginn des Iran-Kriegs im Februar sind die Ölpreise explodiert, und im November stehen die Zwischenwahlen an.
Ein Gesetz aus dem Kalten Krieg
Der Defense Production Act stammt aus dem Jahr 1950, mitten im Koreakrieg. Er gibt dem Präsidenten weitreichenden Zugriff auf die heimische Industrie, wenn die Sicherheit des Landes auf dem Spiel steht. Washington darf dann direkt einkaufen, Abnahmegarantien abgeben und Kredite oder Bürgschaften vergeben.
Genau dieses Werkzeug soll nun Kriegsminister Pete Hegseth einsetzen. Laut dem Memorandum soll er die gesamte Kette ausbauen, von Exploration und Förderung über Lager und Seeterminals bis zu Pipelines. Medienberichten zufolge geht es zunächst um bis zu 150 Millionen Dollar. Die üblichen gesetzlichen Vorbedingungen hat Trump dafür außer Kraft gesetzt.
„Erdöl treibt die Streitkräfte der Nation, ihre industrielle Basis und ihre kritische Infrastruktur an. Ohne sofortiges Handeln des Bundes bleiben die Verteidigungsfähigkeiten der Vereinigten Staaten anfällig für Störungen.“ (Donald Trump, übersetzt)
Als Gründe nennt das Weiße Haus Engpässe in den Lieferketten, fehlende Finanzierung, langwierige Genehmigungsverfahren und lange Vorlaufzeiten. Ohne das Notstandsgesetz könne Amerika die benötigte Energie nicht rechtzeitig bereitstellen, heißt es.
Texas-Raffinerie als Testfall
Die erste Anwendung lief schon. Vizepräsident J.D. Vance hatte vergangene Woche angekündigt, die Regierung wolle über das Gesetz die Produktion der Raffinerie von Delek US Holdings im texanischen Tyler ausweiten. Die Anlage verarbeitet Berichten zufolge rund 74.000 Barrel am Tag. Vance sprach von Millionen Gallonen zusätzlichem Treibstoff, für zivile Zwecke ebenso wie nach Militärstandard.
Neu ist das Vorgehen nicht. Bereits im April hatte Trump das Gesetz genutzt, um Kohle-Lieferketten, Flüssiggas-Kapazitäten und Gasleitungen zu stärken. Im Juni folgte ein Memorandum für Munition. Den nationalen Energienotstand hatte er gleich nach Amtsantritt im Januar 2025 per Dekret 14156 ausgerufen.
113 Dollar je Barrel: Der Preis der Krise
Die Zahlen sind deutlich. Die Nordseesorte Brent kostete am Donnerstag mehr als 113 Dollar je Barrel. An amerikanischen Zapfsäulen lag eine Gallone Normalbenzin laut Automobilclub AAA bei durchschnittlich 4,27 Dollar, Diesel sogar bei 6,30 Dollar. Umgerechnet sind das gut 1,66 Dollar pro Liter Diesel, für amerikanische Verhältnisse ein Schock.
Trump wirft Teheran vor, die Preise vor den Wahlen gezielt nach oben zu treiben. Iran erfinde angebliche Treffer und Minen, schrieb er auf Truth Social. In Wahrheit fließe durch die Straße von Hormus inzwischen mehr Öl als vor dem Konflikt. Ob das stimmt, lässt sich von außen kaum prüfen. Die Märkte zumindest scheinen davon wenig überzeugt.
Und Deutschland?
Ein Blick über den Atlantik zeigt den Unterschied zwischen zwei Denkweisen. Washington behandelt Energie als Frage des Überlebens und schiebt dafür Paragrafen beiseite. In Berlin dagegen gilt die Klimaneutralität bis 2045 inzwischen als Staatsziel im Grundgesetz. Heimische Förderung ist politisch tabu, Genehmigungsverfahren dauern Jahre. Die Folgen eines Ölschocks tragen am Ende Pendler, Mittelstand und Industrie.
Ob Trumps Kurs aufgeht, ist offen. Mit 150 Millionen Dollar baut man keine neue Raffinerie, und neue Kapazitäten brauchen Zeit. Klar ist aber: Wenn Kriege die Energiepreise treiben, verlieren Papiergeld und Ersparnisse an Kaufkraft. Physisches Gold und Silber haben sich in solchen Phasen über Generationen als Schutz bewährt. Als Beimischung in einem breit gestreuten Vermögen bieten sie eine Absicherung, die nicht von Pipelines, Tankern oder Wahlkampf-Posts abhängt.
Hinweis: Dieser Beitrag stellt keine Anlageberatung dar. Er gibt die Meinung unserer Redaktion und die uns vorliegenden Informationen wieder. Jeder Anleger muss selbst recherchieren und ist für seine Anlageentscheidungen allein verantwortlich.
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