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Kettner Edelmetalle
02.02.2026
06:43 Uhr

Oracle in der Krise: Tech-Gigant plant verzweifelte Kapitalbeschaffung von bis zu 50 Milliarden Dollar

Was sich derzeit bei Oracle abspielt, gleicht einem Lehrstück darüber, wie schnell selbst vermeintliche Branchenriesen ins Wanken geraten können. Der amerikanische Software-Konzern, einst Inbegriff solider Unternehmensführung, sieht sich mit einer Liquiditätskrise konfrontiert, die das Management zu drastischen Maßnahmen zwingt. Am Wochenende verkündete das Unternehmen überraschend Pläne, zwischen 45 und 50 Milliarden Dollar durch eine Kombination aus Aktien- und Anleiheemissionen aufzunehmen.

Die Alarmglocken schrillen an der Wall Street

Die Nervosität der Investoren ist mehr als berechtigt. Oracles Credit Default Swaps – jene Finanzinstrumente, die das Ausfallrisiko eines Unternehmens widerspiegeln – erreichten bereits Mitte Dezember den höchsten Stand seit der Finanzkrise 2008. Ein Warnsignal, das selbst hartgesottene Marktbeobachter aufhorchen ließ. Morgan Stanley riet seinen Kunden unmissverständlich zum Kauf von Absicherungen gegen einen Oracle-Ausfall und prognostizierte eine weitere Ausweitung der Spreads auf etwa 200 Basispunkte.

Die Analysten von TD Cowen legten nur wenige Tage später nach und präsentierten ein Szenario, das an Dramatik kaum zu überbieten ist: Oracle erwäge demnach die Entlassung von 20.000 bis 30.000 Mitarbeitern sowie den Verkauf seiner Gesundheitssoftware-Sparte Cerner, die erst 2022 für stolze 28,3 Milliarden Dollar erworben wurde. Die Stellenstreichungen allein würden dem Unternehmen zwischen 8 und 10 Milliarden Dollar an zusätzlichem Cashflow verschaffen.

Das KI-Kartenhaus wackelt bedenklich

Im Zentrum der Misere steht Oracles ambitionierte Expansion im Bereich der künstlichen Intelligenz. Das Unternehmen hat sich verpflichtet, massive Rechenzentrumskapazitäten für OpenAI und andere KI-Schwergewichte bereitzustellen. Die Zahlen sind schwindelerregend: Allein für die bestehenden OpenAI-Vereinbarungen müsste Oracle rund 156 Milliarden Dollar an Investitionen stemmen – bei einem Bedarf von geschätzten drei Millionen GPUs.

„Der Unterschied in der Stimmung zwischen US-amerikanischen und asiatischen Banken ist nicht nur ein kleines Detail; es ist das erste ernsthafte Zeichen finanzieller Reibung in Oracles Hyperscale-Ambitionen."

Diese Einschätzung von Sanchit Vir Gogia, Chefanalyst bei Greyhound Research, trifft den Kern des Problems. Während amerikanische Banken zunehmend die Finanzierung von Oracle-verbundenen Rechenzentrumsprojekten verweigern, zeigen sich asiatische Geldhäuser noch bereit – allerdings zu deutlich höheren Konditionen. Die Kreditkosten für Oracle-Projekte sind mittlerweile auf Junk-Bond-Niveau gestiegen.

Ein Geschäftsmodell auf tönernen Füßen

Besonders beunruhigend erscheint die Struktur der zugrundeliegenden Verträge. Der vielgepriesene 300-Milliarden-Dollar-Deal mit OpenAI entpuppt sich bei näherer Betrachtung als Luftschloss: Es handelt sich um Auftragsbestände ohne garantierte Einnahmen, gepaart mit massiven Investitionsanforderungen. OpenAI selbst ist nicht profitabel und hat seinerseits Verpflichtungen von rund 1,4 Billionen Dollar gegenüber verschiedenen Partnern eingegangen.

Die Entwicklung von KI-Rechenzentren – ohne gleichzeitig Bargeld von den Kunden zu kassieren – hat Oracles freien Cashflow ins Negative gedrückt. Dort soll er Prognosen zufolge bis 2030 verharren. Laut Barclays könnte dem Unternehmen ohne dramatische Änderungen bereits Ende 2026 das Geld ausgehen.

Die geplante Rettungsaktion

Die nun angekündigte Kapitalbeschaffung sieht vor, etwa die Hälfte der Mittel über eigenkapitalähnliche Instrumente aufzunehmen, darunter wandelbare Vorzugsaktien und ein Aktienverkaufsprogramm von bis zu 20 Milliarden Dollar. Der Rest soll Anfang 2026 über eine einzige große Anleiheemission fließen. Bereits 2025 hatte Oracle 18 Milliarden Dollar am Anleihemarkt aufgenommen – eine der größten Unternehmensanleihen des Jahres.

Dass diese Ankündigung ausgerechnet an einem Sonntagabend erfolgte, spricht Bände. Gil Luria von DA Davidson & Co. vermutet, das Management wolle damit den „endlosen Kursverfall" stoppen und Investoren vor Börseneröffnung am Montag etwas Hoffnung geben. Die Oracle-Aktie hat seit ihrem Rekordhoch im September bereits rund 50 Prozent verloren – ein Wertverlust von etwa 460 Milliarden Dollar.

Ein Weckruf für Anleger

Die Oracle-Krise offenbart einmal mehr die Fragilität des aktuellen KI-Hypes. Unternehmen, die sich in einem Wettlauf um Marktanteile befinden, gehen Verpflichtungen ein, deren Finanzierung alles andere als gesichert ist. Die Warnung von Gogia sollte jedem CIO zu denken geben: „Wenn sie es nicht finanzieren können, können sie es nicht bauen. Und wenn sie es nicht bauen können, können Sie Ihre Workloads nicht betreiben."

Für konservative Anleger bestätigt sich einmal mehr die Weisheit, nicht blind dem neuesten Technologie-Trend hinterherzulaufen. Während Tech-Aktien wie Oracle dramatische Wertverluste erleiden und selbst Investment-Grade-Anleihen unter Druck geraten, erweisen sich physische Edelmetalle als verlässlicher Anker in stürmischen Zeiten. Gold und Silber kennen keine Liquiditätskrisen und sind nicht von der Zahlungsfähigkeit einzelner Unternehmen abhängig – eine Eigenschaft, die in Zeiten wie diesen unbezahlbar erscheint.

Hinweis: Dieser Artikel stellt keine Anlageberatung dar. Jeder Anleger ist für seine Investitionsentscheidungen selbst verantwortlich und sollte vor jeder Anlageentscheidung eigene Recherchen durchführen sowie gegebenenfalls professionelle Beratung in Anspruch nehmen.

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