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Kettner Edelmetalle
19.02.2026
20:58 Uhr

Panik am Private-Equity-Markt: Blue Owl stoppt Rückzahlungen – Erinnerungen an 2008 werden wach

Was sich zunächst wie eine routinemäßige Portfolioumschichtung anhörte, entpuppt sich als potenzieller Vorbote einer tiefgreifenden Krise im Bereich der privaten Kreditmärkte. Der US-amerikanische Vermögensverwalter Blue Owl Capital hat angekündigt, Vermögenswerte im Wert von 1,4 Milliarden Dollar aus drei seiner Kreditfonds zu veräußern – und die Rückzahlungen an Anleger in einem der Fonds dauerhaft einzustellen. Die Nachricht schlug an der Wall Street ein wie eine Bombe.

Aktien im freien Fall – die Angst greift um sich

Die Reaktion der Märkte war verheerend. Blue Owls Aktie stürzte im Tagesverlauf um fast zehn Prozent ab. Doch damit nicht genug: Der Ausverkauf erfasste die gesamte Private-Equity-Branche wie ein Flächenbrand. Apollo Global Management verlor knapp sechs Prozent, Blackstone und Ares büßten jeweils mehr als sechs Prozent ein, KKR rutschte um fast vier Prozent ab, und die Carlyle Group sackte um über fünf Prozent zusammen. Ein Blutbad, das Erinnerungen an dunklere Zeiten weckt.

Und genau diese Parallele zog niemand Geringeres als der renommierte Ökonom Mohamed El-Erian. Auf der Plattform X stellte er die brisante Frage, ob es sich hier um einen „Kanarienvogel in der Kohlemine" handele – vergleichbar mit den ersten Warnsignalen im August 2007, ein gutes Jahr vor dem Zusammenbruch von Lehman Brothers. Zwar relativierte El-Erian, die aktuelle Situation sei bei weitem nicht von derselben Größenordnung. Doch seine Warnung war unmissverständlich: Es drohe eine „signifikante und notwendige Neubewertung" bestimmter Vermögenswerte in der gesamten Branche.

Der gescheiterte Fusionsplan und die Kehrtwende bei den Rückzahlungen

Die Vorgeschichte macht die Sache noch brisanter. Erst vor wenigen Monaten hatte Blue Owl einen Plan aufgegeben, zwei der drei betroffenen Fonds zu fusionieren. Damals waren die Rückzahlungen im kleinsten Fonds – dem Blue Owl Capital Corp II (OBDC II) – bereits vorübergehend ausgesetzt worden, sollten aber in diesem Quartal wieder aufgenommen werden. Stattdessen verkündete das Unternehmen nun das genaue Gegenteil: Die Rückzahlungen werden dauerhaft gestoppt. Eine Kehrtwende, die bei Anlegern verständlicherweise für Empörung sorgte.

Blue Owls Co-Präsident Craig Packer versuchte auf einer Analystenkonferenz zu beschwichtigen. Man halte die Rückzahlungen nicht an, sondern ändere lediglich die Methode, mit der man den Investoren Liquidität zur Verfügung stelle. Statt vierteljährlicher Rückkaufangebote solle es künftig quartalsweise Kapitalausschüttungen geben, die bis zu 30 Prozent des Fondswerts erreichen könnten – deutlich mehr als die bisherige Obergrenze von fünf Prozent. Ob diese Semantik-Akrobatik die aufgebrachten Anleger beruhigen kann, darf bezweifelt werden.

Software-Sektor als Achillesferse

Ein wesentlicher Treiber der Nervosität ist die massive Konzentration auf den Software- und Technologiesektor. Die zum Verkauf stehenden Kredite verteilen sich zwar auf 128 Unternehmen in 27 Branchen, doch die größte Einzelposition mit 13 Prozent entfällt ausgerechnet auf den schwer angeschlagenen Software-Bereich. Der S&P 500 Software & Services Index hat seit seinem Höchststand im Oktober rund zwei Billionen Dollar an Wert verloren – die Hälfte davon allein in diesem Monat. Beim Blue Owl Technology Income Corp machen Software-Unternehmen sogar 46 Prozent der Fondsanlagen aus. Kein Wunder, dass Anleger im Januar bereits 15,4 Prozent der Vermögenswerte aus diesem Fonds abzogen.

Bewertungen unter der Lupe – oder: Wie real sind die Buchwerte?

Ein besonders heikler Aspekt betrifft die Bewertungspraxis. Blue Owl betonte, die Kredite würden zu 99,7 Prozent ihres Nennwerts verkauft – also praktisch zum Buchwert. Packer bezeichnete dies als „extrem starkes Signal", gerade in einer Zeit, in der Investoren zunehmend Fragen über die Qualität der Portfolios und die Verlässlichkeit der internen Bewertungen stellten. Tatsächlich steht die gesamte Private-Credit-Branche seit Monaten unter Druck, mehr Transparenz bei der Bewertung ihrer Vermögenswerte zu schaffen. Denn anders als bei börsennotierten Aktien und Anleihen gibt es hier keinen täglichen Marktpreis – die Bewertungen werden von den Fondsmanagern selbst vorgenommen.

Dass die Käufer – laut Blue Owl „führende nordamerikanische Pensionsfonds und Versicherungsinvestoren" – tatsächlich bereit waren, nahezu den vollen Buchwert zu zahlen, könnte als Vertrauensbeweis gewertet werden. Oder aber als Zeichen dafür, dass institutionelle Investoren die Gelegenheit nutzen, günstig an diversifizierte Kreditportfolios zu gelangen, während die Privatanleger das Nachsehen haben.

Ein Warnsignal für die gesamte Finanzbranche

Was bei Blue Owl geschieht, ist weit mehr als ein isoliertes Problem eines einzelnen Vermögensverwalters. Es offenbart die strukturellen Risiken einer Branche, die in den vergangenen Jahren explosionsartig gewachsen ist. Private Credit – also die direkte Kreditvergabe durch Fonds statt durch Banken – galt lange als das gelobte Land für renditeorientierte Anleger. Niedrige Zinsen trieben Milliarden in diese Anlageklasse. Doch nun, da die Zinsen gestiegen sind und die Konjunktur schwächelt, zeigen sich die Risse im Fundament.

Die Parallelen zu früheren Krisen sind nicht von der Hand zu weisen. Auch 2007 begann die Finanzkrise nicht mit einem großen Knall, sondern mit scheinbar unbedeutenden Problemen bei einzelnen Fonds – etwa den beiden Bear-Stearns-Hedgefonds, die im Sommer jenes Jahres kollabierten. Niemand behauptet, dass sich die Geschichte eins zu eins wiederholt. Aber die Warnsignale sollten ernst genommen werden.

Für den deutschen Anleger, der in den vergangenen Jahren womöglich von der Verlockung hoher Renditen in Private-Credit-Fonds angezogen wurde, ist dies ein Weckruf. Die vermeintliche Sicherheit illiquider Anlagen entpuppt sich in Krisenzeiten regelmäßig als Trugbild. Wer sein Geld nicht zurückbekommt, wenn er es braucht, hat ein Problem – egal wie hoch die versprochene Rendite ist.

Physische Edelmetalle als Fels in der Brandung

In Zeiten, in denen selbst vermeintlich sichere Kreditfonds ihre Rückzahlungen einstellen und die Bewertungen ganzer Anlageklassen ins Wanken geraten, erweist sich einmal mehr die zeitlose Stärke physischer Edelmetalle. Gold und Silber kennen keine Rückzahlungssperren, keine undurchsichtigen Bewertungsmodelle und keine Abhängigkeit von der Zahlungsfähigkeit Dritter. Wer physisches Edelmetall besitzt, hält einen realen Wert in den Händen – unabhängig davon, was an den Finanzmärkten geschieht. Als Beimischung in einem breit diversifizierten Portfolio bieten Edelmetalle genau jene Stabilität und Krisenfestigkeit, die in turbulenten Zeiten den entscheidenden Unterschied machen kann.

Hinweis: Dieser Artikel stellt keine Anlageberatung dar. Die dargestellten Informationen dienen ausschließlich der allgemeinen Information und spiegeln die Meinung unserer Redaktion wider. Jede Anlageentscheidung sollte auf Basis eigener gründlicher Recherche und gegebenenfalls nach Rücksprache mit einem qualifizierten Finanzberater getroffen werden. Für etwaige Verluste, die aus der Nutzung der in diesem Artikel enthaltenen Informationen resultieren, übernehmen wir keinerlei Haftung.

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