
Peru-Paradox: Mehr Gold und Silber als im Juli, viel weniger als 2025

Perus Minen fördern wieder mehr. Im August 2026 stieg die Produktion von Gold und Silber gegenüber dem Vormonat, das zeigen neue Zahlen des Ministeriums für Bergbau und Energie in Lima. Hinter der Erholung steckt allerdings ein deutliches Minus: Im Vergleich zum Vorjahresmonat ist der Abstand zweistellig.
Die Zahlen: Ein kleines Plus und ein großes Minus
Laut dem Ministeriumsbericht kamen Perus Goldminen im August auf 8,624 Tonnen. Im Juli waren es 8,449 Tonnen, das ergibt ein Plus von 2,1 Prozent. Im August 2025 hatten die Minen aber noch 9,894 Tonnen geliefert. Gemessen daran ging die Förderung um 12,8 Prozent zurück.
Beim Silber sieht es ähnlich aus. Die Produktion stieg von 302,7 auf 312,2 Tonnen, also um 3,1 Prozent. Ein Jahr zuvor waren es noch 348,6 Tonnen. Das ergibt ein Minus von 10,4 Prozent.
- Gold August 2026: 8,624 t (+2,1 % zum Vormonat, −12,8 % zum Vorjahr)
- Silber August 2026: 312,2 t (+3,1 % zum Vormonat, −10,4 % zum Vorjahr)
Warum Peru für den Weltmarkt so wichtig ist
Peru gehört zu den wichtigsten Förderländern der Welt, vor allem bei Silber. Wenn dort die Produktion sinkt, spüren das die Märkte. Die Lage ist ohnehin angespannt: Branchenanalysen beschreiben für den Silbermarkt seit Jahren ein strukturelles Defizit. Die Nachfrage aus Industrie, Photovoltaik und Elektronik ist demnach größer als das Angebot aus Minen und Recycling.
Das alles geschieht bei sehr hohen Preisen. Gold notierte zuletzt um die Marke von 4.000 US-Dollar je Unze, Silber Medienberichten zufolge bei rund 57 Dollar. Ausgerechnet jetzt fördert einer der wichtigsten Lieferanten über ein Zehntel weniger als vor einem Jahr.
Das Problem, das in keiner Tabelle steht
Ein Grund dafür steht in keiner Ministeriumsstatistik: Illegaler und informeller Bergbau. Der Internationale Währungsfonds (IWF) nennt Peru in einem Länderbericht von 2026 den größten Exporteur von illegalem Gold in der Region. Nach den dort zitierten Schätzungen für 2023 standen legalen Goldexporten von rund 6 Milliarden Dollar etwa 4,8 Milliarden Dollar aus illegalen Quellen gegenüber. Das wären rund 44 Prozent.
Die hohen Preise verstärken das Problem. Der IWF warnt, illegale Förderung schade dem Ruf Perus als verlässlichem Standort für Investoren und bremse das Wachstum. Lima versucht gegenzusteuern. Schon im Juli 2025 strich die Regierung laut Reuters mehr als 50.000 informelle Bergleute aus einem Übergangsprogramm, das ihnen den Weiterbetrieb erlaubte. Wie viel Metall seither in den legalen Kreislauf gewechselt ist und wie viel weiterhin daran vorbeiläuft, kann niemand genau sagen.
Was bedeutet das für Anleger?
Die Botschaft ist einfach: Edelmetalle lassen sich nicht beliebig vermehren. Notenbanken können Geld per Knopfdruck schaffen, und Regierungen nehmen Sondervermögen in Milliardenhöhe auf. Gold und Silber dagegen müssen mühsam, teuer und oft unter schwierigen politischen Bedingungen aus der Erde geholt werden. Ein schwächeres Angebot aus einem Kernland wie Peru zeigt das deutlich.
Für deutsche Sparer, denen Inflation und wachsende Staatsschulden zu schaffen machen, ist das ein wichtiges Argument. Physisches Gold und Silber sind nach Ansicht unserer Redaktion als Beimischung in einem breit gestreuten Vermögen eine sinnvolle Absicherung. Sie hängen von keinem Versprechen einer Regierung ab.
Hinweis: Dieser Beitrag stellt keine Anlageberatung dar und ist keine Aufforderung zum Kauf oder Verkauf von Edelmetallen oder anderen Anlageprodukten. Jeder Anleger sollte selbst recherchieren und ist für seine Anlageentscheidungen selbst verantwortlich.
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