
Piraterie auf den Weltmeeren: Bedrohung für den globalen Handel nimmt dramatisch zu

Die Romantisierung der Seeräuberei gehört ins Reich der Hollywoodfilme. Die Realität auf den Weltmeeren sieht düsterer aus denn je. Das Internationale Schifffahrtsbüro (IMB) in London verzeichnete für das vergangene Jahr erschreckende 137 Piratenangriffe und Angriffsversuche – ein deutlicher Anstieg gegenüber den 116 Vorfällen im Jahr 2024. Damit erreicht die maritime Kriminalität einen neuen Höchststand, der selbst die Werte der drei Vorjahre übertrifft.
Die Straße von Singapur: Ein Nadelöhr wird zum Jagdrevier
Besonders alarmierend ist die Konzentration der Überfälle auf eine der wichtigsten Handelsrouten der Welt. Satte 80 der insgesamt 137 Vorfälle ereigneten sich in der Straße von Singapur, jener schmalen Meerenge zwischen Singapur und Indonesien. Das entspricht einem Anteil von nahezu 60 Prozent aller weltweiten Piratenangriffe. Durch dieses maritime Nadelöhr fließt nach älteren Angaben des Schifffahrtsbüros etwa ein Drittel des gesamten Welthandels. Die Piraten haben sich also strategisch klug positioniert – dort, wo die Beute am reichhaltigsten ist.
Die Zahlen sprechen eine unmissverständliche Sprache: In 121 Fällen gelang es den Angreifern, Schiffe zu entern. Vier Schiffe wurden komplett entführt, zwei unter Beschuss genommen. Lediglich zehn Mal blieb es bei einem gescheiterten Versuch. Die deutsche Sektion der Internationalen Handelskammer warnt eindringlich:
„Auch wenn viele Zwischenfälle als ‚geringfügig' eingestuft werden, bleibt die Lage für Seeleute ernst."
Deutsche Schiffe im Fadenkreuz der Piraten
Auch die deutsche Handelsflotte bleibt von dieser Entwicklung nicht verschont. Acht Mal waren deutsche Schiffe im vergangenen Jahr von Piraterie betroffen. Dabei ist zu bedenken, dass die tatsächliche Betroffenheit deutscher Reeder vermutlich noch höher liegt, da ein Großteil der deutschen Handelsflotte unter ausländischer Flagge fährt – eine gängige Praxis, die schlicht kostengünstiger ist.
Ein dokumentierter Vorfall vom März illustriert die Bedrohungslage eindrücklich: Das Containerschiff „Callao Express" wurde nahe der ecuadorianischen Küste von zwei unbeleuchteten Schnellbooten verfolgt. Nur durch geistesgegenwärtiges Handeln der Besatzung – Alarmierung der Behörden, Geschwindigkeitserhöhung und Ausweichmanöver – konnte ein Überfall verhindert werden. Die Angreifer gaben schließlich auf.
Globale Handelsströme unter Druck
Die zunehmende Piraterie ist nur ein weiteres Symptom einer Welt, die aus den Fugen gerät. Während die EU-Marinemission im Roten Meer die Angriffe der Huthi-Rebellen nicht verhindern kann, wächst die Bedrohung auch in anderen Gewässern. Die Lieferketten, ohnehin durch geopolitische Spannungen und Handelskriege belastet, werden durch die maritime Unsicherheit zusätzlich strapaziert.
Für die deutsche Exportwirtschaft, die auf funktionierende Seewege angewiesen ist, bedeutet diese Entwicklung steigende Versicherungsprämien, längere Transportzeiten durch Umwege und letztlich höhere Kosten für Verbraucher. In Zeiten, in denen die Inflation ohnehin die Kaufkraft der Bürger schmälert, ist dies eine weitere Hiobsbotschaft.
Die internationale Gemeinschaft steht vor der Herausforderung, die Sicherheit auf den Weltmeeren wiederherzustellen. Doch angesichts der vielfältigen Krisenherde – von der Ukraine bis zum Nahen Osten – scheint die Bekämpfung der Piraterie auf der Prioritätenliste nach unten zu rutschen. Eine gefährliche Entwicklung, die den freien Welthandel langfristig bedroht.
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