
Platingruppenmetalle im Höhenflug: Ruthenium explodiert um 88 Prozent
Während die breite Öffentlichkeit gebannt auf den Goldpreis starrt, vollzieht sich bei den sogenannten Platingruppenmetallen (PGM) eine bemerkenswerte Rallye, die kaum jemand auf dem Radar hat. Das Geologische Institut der Vereinigten Staaten (USGS) hat jüngst die Durchschnittspreise dieser Edelmetallgruppe für November 2025 veröffentlicht – und die Zahlen haben es in sich.
Rhodium und Ruthenium als heimliche Stars
Die Daten sprechen eine deutliche Sprache. Im Monatsvergleich zum Oktober 2025 legte der durchschnittliche Engelhard-Preis für Rhodium um satte fünf Prozent zu. Rhodium, jenes seltene Metall, das vor allem in der Automobilindustrie für Katalysatoren unverzichtbar ist, setzt damit seinen Aufwärtstrend fort. Wer den Jahresvergleich heranzieht, erkennt das wahre Ausmaß der Bewegung: Gegenüber November 2024 schoss der Rhodium-Preis um 74 Prozent in die Höhe.
Doch selbst Rhodium verblasst neben dem eigentlichen Überflieger. Ruthenium – ein Metall, das den meisten Anlegern nicht einmal dem Namen nach geläufig sein dürfte – verzeichnete im Jahresvergleich einen atemberaubenden Preisanstieg von 88 Prozent. Wohlgemerkt: Der Monatspreis blieb gegenüber Oktober unverändert, was darauf hindeutet, dass die explosive Aufwärtsbewegung bereits in den Vormonaten stattfand und sich nun auf hohem Niveau konsolidiert.
Platin glänzt, Palladium schwächelt leicht
Auch Platin konnte sich im Jahresvergleich eindrucksvoll behaupten – plus 61 Prozent gegenüber November 2024. Allerdings gab der Monatsdurchschnitt im Vergleich zum Oktober um vier Prozent nach. Eine Verschnaufpause nach einem fulminanten Anstieg? Möglich. Oder doch ein erstes Warnsignal? Die kommenden Monate werden es zeigen.
Palladium notierte im November 2025 bei durchschnittlich 1.422,50 US-Dollar und lag damit nur marginal – um 0,5 Prozent – unter dem Oktoberwert von 1.429,43 Dollar. Im Jahresvergleich steht dennoch ein Plus von 39 Prozent zu Buche. Einzig Iridium tanzte aus der Reihe: Sowohl im Monats- als auch im Jahresvergleich gab das Metall um jeweils ein Prozent nach.
Was steckt hinter dem PGM-Boom?
Die Gründe für die teils spektakulären Preissteigerungen sind vielschichtig. Die geopolitischen Verwerfungen – von Trumps aggressiver Zollpolitik über die Eskalation im Nahen Osten bis hin zu den anhaltenden Spannungen mit China – treiben Anleger verstärkt in physische Werte. Hinzu kommt, dass Südafrika, der mit Abstand größte Produzent von Platingruppenmetallen, seit Jahren mit Energieengpässen, maroder Infrastruktur und politischer Instabilität kämpft. Das Angebot wird knapper, während die industrielle Nachfrage – insbesondere aus der Wasserstofftechnologie und der Halbleiterindustrie – stetig wächst.
Für den deutschen Anleger ergibt sich daraus eine interessante Perspektive. Während die neue Große Koalition unter Friedrich Merz mit ihrem 500-Milliarden-Euro-Sondervermögen die Inflation weiter anfacht und den Euro langfristig schwächt, bieten physische Edelmetalle einen bewährten Schutzschild gegen die schleichende Enteignung durch Geldentwertung. Wer sein Vermögen nicht dem Gutdünken einer Regierung überlassen möchte, die Generationen mit Schulden belastet, sollte die Diversifikation in Edelmetalle ernsthaft in Betracht ziehen.
Gold und Silber bleiben das Fundament
So faszinierend die Entwicklung bei den Platingruppenmetallen auch sein mag – für den durchschnittlichen Privatanleger bleiben Gold und Silber die zugänglichsten und liquidesten Optionen zur Vermögenssicherung. Sie sind seit Jahrtausenden bewährt, weltweit anerkannt und – anders als Papiergeld – nicht beliebig vermehrbar. In Zeiten, in denen Regierungen Schulden auftürmen, als gäbe es kein Morgen, ist physisches Edelmetall als Beimischung in einem breit gestreuten Portfolio nicht nur sinnvoll, sondern geradezu geboten.
Hinweis: Dieser Artikel stellt keine Anlageberatung dar. Die dargestellten Informationen dienen ausschließlich der allgemeinen Information. Jede Anlageentscheidung sollte auf Basis eigener, sorgfältiger Recherche und gegebenenfalls nach Rücksprache mit einem qualifizierten Finanzberater getroffen werden. Für etwaige Verluste, die aus der Nutzung der hier bereitgestellten Informationen resultieren, übernehmen wir keinerlei Haftung.
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