
Pleitewelle ohne Ende: Deutschlands industrielles Tafelsilber wird verramscht
Wer geglaubt hatte, das Schlimmste sei ĂŒberstanden, der wird in diesen Tagen eines Besseren belehrt. Die Wirtschaftsauskunftei Creditreform schlĂ€gt Alarm: Auch 2026 werde die Insolvenzwelle ĂŒber die deutsche Wirtschaft hinwegrollen â und sie wird Spuren hinterlassen, die so schnell niemand mehr ausbĂŒgeln kann. Was hier verloren geht, ist nichts weniger als das industrielle RĂŒckgrat einer Nation, die einst stolz das Etikett âMade in Germanyâ in alle Welt exportierte.
Wenn kerngesunde Betriebe das Handtuch werfen mĂŒssen
Besonders bitter: Es trifft eben nicht nur die wackligen Kandidaten, sondern zunehmend Unternehmen mit eigentlich solider Struktur. Der Chefökonom von Creditreform, Patrik-Ludwig Hantzsch, brachte es gegenĂŒber Reuters auf den Punkt â viele Betriebe aus dem Verarbeitenden Gewerbe mĂŒssten den Markt verlassen, obwohl sie betriebswirtschaftlich grundsĂ€tzlich tragfĂ€hig seien. Eine Zahl wagte er nicht zu nennen, das Jahr sei eine âviel zu groĂe Blackboxâ. Klartext: Die Lage ist so verfahren, dass selbst nĂŒchterne Statistiker kapitulieren.
Was hier still und leise verschwindet, sind oft Unternehmen, die mit ihren bestehenden Anlagen heute gar keine Genehmigung mehr erhalten wĂŒrden â ein Treppenwitz der deutschen Regulierungswut. Vor allem das metallverarbeitende Gewerbe blutet aus. Genau jene Betriebe, die Innovationskraft und Know-how ĂŒber Jahrzehnte aufgebaut haben, gehen fĂŒr immer verloren. Wer einmal eine Drehbank, eine Schmiede oder eine Spezialfertigung dichtmacht, der baut sie nicht wieder auf. Diese Substanz ist unwiederbringlich.
Energiepreise, BĂŒrokratie, Politikversagen
Die Ursachen liegen offen auf dem Tisch, doch die politische Klasse in Berlin scheint sie konsequent zu ignorieren. Hohe Energiepreise â Resultat einer ideologisch verbohrten Klimapolitik, die Industrie und Mittelstand seit Jahren als COâ-Schleudern brandmarkt. Eine BĂŒrokratie, die mittlerweile groteske ZĂŒge angenommen hat. Ein Welthandel, der unter Trumps Zollpolitik Ă€chzt, wĂ€hrend BrĂŒssel mit Lieferkettengesetzen, Taxonomie-Verordnungen und Berichtspflichten den letzten Rest unternehmerischer Energie absaugt.
Hantzsch spricht von einer âdoppelten Belastungâ, die sich tief in die Substanz vieler Betriebe fresse. Die Krise sei nicht konjunktureller, sondern struktureller Natur. Ăbersetzt heiĂt das: Selbst wenn der nĂ€chste Aufschwung kommt, werden viele dieser Unternehmen nicht mehr existieren. Das 500-Milliarden-Sondervermögen der GroĂen Koalition unter Friedrich Merz wird daran nichts Ă€ndern â im Gegenteil, es treibt die Inflation weiter an und belastet kommende Generationen mit Zinslasten, ohne die strukturellen Probleme an der Wurzel zu packen.
Westeuropa als Sorgenkind, Deutschland im traurigen Spitzenfeld
Der Befund ist europaweit verheerend: 197.610 Unternehmenspleiten in Westeuropa im Jahr 2025 â ein Niveau, das es seit ĂŒber zwei Jahrzehnten nicht mehr gegeben hat. Plus 4,8 Prozent zum Vorjahr. Die Schweiz fĂŒhrt das traurige Ranking mit einem Plus von 35,3 Prozent an, gefolgt von Griechenland mit 24,4 Prozent. Deutschland reiht sich mit 8,8 Prozent in die unrĂŒhmliche Liste ein.
Bemerkenswert hingegen: In Osteuropa gingen die Insolvenzen insgesamt um 7,1 Prozent zurĂŒck. Die Niederlande, Irland und Norwegen verzeichneten ebenfalls einen RĂŒckgang. Hantzsch konstatiert lakonisch, Europa entwickle sich zunehmend auseinander â die wirtschaftliche SchwĂ€che der zentralen IndustrielĂ€nder belaste den gesamten Kontinent. Mit anderen Worten: WĂ€hrend Deutschland und seine direkten Nachbarn straucheln, ziehen andere davon.
Ein âneues Erfolgsmodellâ â aber wer soll es schmieden?
Hantzsch fordert ein âneues Erfolgsmodell fĂŒr Deutschlandâ. Schön gesagt, doch wer soll das liefern? Eine Politik, die seit Jahren primĂ€r damit beschĂ€ftigt ist, gendergerechte Sprache zu normieren, Heizungen zu verbieten und Verbrenner aus dem Markt zu drĂ€ngen, wird kaum die Kraft aufbringen, einen industriellen Aufbruch zu organisieren. Die Substanz, die heute verloren geht, ist morgen nicht mehr abrufbar â und mit ihr verschwinden ArbeitsplĂ€tze, Steuereinnahmen und Wertschöpfung, die einst den deutschen Wohlstand begrĂŒndeten.
Insolvenzen seien, so Hantzsch, kein Ăbel an sich, sondern ein âĂŒberlebenswichtiger Mechanismus in unserer sozialen Marktwirtschaftâ. Das stimmt â aber wenn der Mechanismus zur Massenabwicklung kerngesunder Betriebe mutiert, dann ist es Zeit, die Rahmenbedingungen zu hinterfragen, die diese Lage erst herbeigefĂŒhrt haben. Hohe Steuern, hohe Energiekosten, ausufernde Regulierung und eine politische Klasse, die den industriellen Mittelstand bestenfalls als Lobbyobjekt, schlimmstenfalls als KlimasĂŒnder begreift â das ist die toxische Mischung, die Deutschland gerade in den Abgrund schlittern lĂ€sst.
Vermögenssicherung in unsicheren Zeiten
In Phasen wie diesen, in denen die wirtschaftlichen Fundamente erschĂŒttert werden und politische Fehlentscheidungen die Inflation weiter befeuern, gewinnt der Gedanke der Vermögenssicherung an Bedeutung. Physische Edelmetalle wie Gold und Silber haben sich ĂŒber Jahrhunderte als verlĂ€sslicher Wertspeicher in Krisenzeiten bewĂ€hrt. Sie sind kein Allheilmittel, doch als Beimischung in einem breit gestreuten Portfolio bieten sie einen handfesten Schutz vor genau jenen Risiken, die uns die kommenden Jahre bescheren dĂŒrften: Geldentwertung, Schuldenexplosion und politische UnwĂ€gbarkeiten.
Hinweis: Dieser Artikel stellt keine Anlageberatung dar. Jeder Anleger ist fĂŒr seine Investitionsentscheidungen selbst verantwortlich und sollte sich umfassend informieren oder einen unabhĂ€ngigen Berater hinzuziehen. Die hier geĂ€uĂerten EinschĂ€tzungen entsprechen der Meinung unserer Redaktion auf Basis der vorliegenden Informationen.
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