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Kettner Edelmetalle
27.08.2026
05:36 Uhr
KI-generiert

Poker um Hormus: Katar reist nach Teheran – Ölpreis rutscht weiter

Poker um Hormus: Katar reist nach Teheran – Ölpreis rutscht weiter
Symbolbild: KI-generiert

Katars Ministerpräsident und Außenminister Mohammed bin Abdulrahman Al Thani wird an diesem Donnerstag in Teheran erwartet. Auf der Tagesordnung: Deeskalation, ein möglicher neuer Gesprächskanal nach Washington – und die Freiheit der Schifffahrt in der Straße von Hormus. Das teilte das katarische Außenministerium laut Nachrichtenagentur AP mit.

Die Märkte reagieren sofort. Brent gab am frühen Donnerstagmorgen laut Reuters um 0,5 Prozent auf 87,43 US-Dollar je Barrel nach, WTI um denselben Satz auf 81,86 Dollar – vierter beziehungsweise fünfter Verlusttag in Folge.

Die Meerenge, an der die halbe Weltwirtschaft hängt

Die Straße von Hormus zwischen Iran und Oman verbindet den Persischen Golf mit dem Golf von Oman. Vor Beginn des amerikanisch-israelischen Krieges gegen den Iran am 28. Februar passierte sie Öl und Gas im Umfang von rund einem Fünftel des Weltverbrauchs.

Seit Teheran nach Kriegsbeginn versuchte, die Wasserstraße dichtzumachen, sind die Öllieferungen laut Schiffsverfolgungsdaten auf etwa ein Viertel des Vorkriegsniveaus eingebrochen. Ein Nadelöhr, ein Ventil – und die Achillesferse einer Weltwirtschaft, die sich jahrzehntelang auf reibungslose Lieferketten verlassen hat.

Iran und Oman basteln an einer Notlösung

Parallel zur katarischen Vermittlung verhandeln Iran und Oman über ein Abkommen zum Schiffsverkehr. Der iranische Vize-Außenminister Kazem Gharibabadi erklärte im Staatsfernsehen, einlaufende Handelsschiffe sollten durch iranische Gewässer geführt werden, der auslaufende Verkehr teils durch iranische, teils durch omanische. Kriegsschiffe blieben ausgeschlossen.

Die Regelung sei vorläufig, ein dauerhafter Plan solle binnen 30 bis 60 Tagen stehen. Übersetzt heißt das: Teheran kontrolliert faktisch, wer wann durchfahren darf – und macht daraus einen Verhandlungshebel.

Trump hat es nicht eilig – und dreht die Sanktionsschraube

US-Präsident Donald Trump gab sich gegenüber Al Jazeera betont gelassen: Er habe „keinen Zeitplan“ für neue Gespräche. Washington setze laut AP stattdessen auf ökonomischen Druck. Finanzminister Scott Bessent kündigte neue Sanktionen an und drohte auch Handelspartnern des Iran mit Maßnahmen; in Medienberichten war zuletzt sogar von den „härtesten Sanktionen der Geschichte“ die Rede.

Irans Außenminister Abbas Araghtschi nannte das in einem Schreiben an die Vereinten Nationen einen „ökonomischen Angriff“ auf die Zivilbevölkerung. Trump hatte laut AP zuvor gedroht, Oman zu bombardieren, sollte das Land den USA im Streit um die Meerenge „in die Quere kommen“. Teheran wiederum knüpft eine Öffnung an die Erfüllung der im Juni vereinbarten, längst gescheiterten Zwischenvereinbarung.

Was das für deutsche Verbraucher bedeutet

Für Deutschland ist das keine ferne Geopolitik, sondern Energiepreis, Frachtrate, Inflation. Eine Volkswirtschaft, die ihre eigene Grundlastversorgung planmäßig verkleinert hat, ist bei jedem Schuss am Golf besonders verwundbar – aus Sicht unserer Redaktion die eigentliche Lehre dieser Krise.

An den Finanzmärkten zeigt sich das Muster deutlich: Nach Berichten von Fachmedien schoss Gold mit dem Kriegsausbruch nach oben, korrigierte anschließend spürbar und schwankt seither zwischen Kriegsrisiko und Diplomatie. Physische Edelmetalle bleiben in einem solchen Umfeld eine nachvollziehbare Beimischung zur Vermögenssicherung – als Versicherung, nicht als Wette.

Hinweis: Dieser Beitrag ist keine Anlageberatung und keine Kauf- oder Verkaufsempfehlung. Er gibt die Einschätzung unserer Redaktion auf Basis der uns vorliegenden Informationen wieder. Jeder Anleger muss eigenständig recherchieren und trägt die Verantwortung für seine Entscheidungen selbst.

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