
Polizeibekannter Gewalttäter durfte weiterlaufen – Stunden später war Serkan C. tot
Es ist eine jener Geschichten, die man kaum ertragen kann, ohne dass sich kalte Wut im Magen breitmacht. Ein 26-jähriger Mann mit griechischem Pass, der bereits am Vormittag des 2. Februar wegen gewalttätigen Verhaltens in einem Zug von der Bundespolizei aufgegriffen wurde, durfte wenige Stunden später seine Reise fortsetzen – als wäre nichts gewesen. Am selben Nachmittag schlug er den Zugbegleiter Serkan C. mit gezielten Faustschlägen gegen den Kopf bewusstlos. Der alleinerziehende Vater zweier Kinder starb später an einer Hirnblutung.
Erst randaliert, dann freigelassen – ein tödliches Muster
Wie Medienberichten zufolge bekannt wurde, soll der Beschuldigte bereits gegen 11:50 Uhr am Bahnhof Kaiserslautern von Bundespolizisten aus einem aus Frankreich kommenden TGV abgeführt worden sein. Der Grund: Er war durch aggressives Verhalten aufgefallen, hatte unter anderem gegen eine Zugtür getreten. Zugbegleiter hatten daraufhin die Polizei alarmiert. Doch was folgte? Offenbar – nichts. Keine Ingewahrsamnahme, keine weitergehenden Maßnahmen. Der Mann durfte gehen.
Knapp sechs Stunden später, um 17:45 Uhr, bestieg derselbe Mann einen Regionalexpress nahe Landstuhl. Als Serkan C. ihn routinemäßig nach seinem Fahrausweis fragte und der Mann keinen vorweisen konnte, forderte der pflichtbewusste Zugbegleiter ihn auf, den Zug zu verlassen. Die Antwort waren drei brutale Schläge gegen den Kopf. Serkan C. verlor sofort das Bewusstsein. Er sollte nie wieder aufwachen.
Ein Staat, der seine Bürger nicht mehr schützt
Man muss sich diese Chronologie auf der Zunge zergehen lassen: Ein offensichtlich gewaltbereiter Mann wird von der Polizei aufgegriffen, dokumentiert – und dann wieder in die Freiheit entlassen, wo er wenig später einen Menschen tötet. Wie oft soll sich dieses Muster noch wiederholen, bevor die politisch Verantwortlichen endlich begreifen, dass unser Rechtssystem an fundamentalen Stellen versagt?
Der Beschuldigte war in Luxemburg gemeldet und verfügt über einen griechischen Pass. Über seine tatsächliche Herkunft wird derweil heftig spekuliert. Auffällig ist, dass weder sein Vorname noch weitere Personalien öffentlich gemacht wurden – ein Umstand, der in den sozialen Medien und auch in griechischen Medien für erhebliche Irritationen sorgt. Denn üblicherweise wird zumindest der Vorname eines Tatverdächtigen genannt. Die Staatsanwaltschaft gibt an, der Festgenommene schweige bislang zu seiner Tat. Die Ermittlungsbehörden würden derzeit Videomaterial und Zeugenaussagen auswerten.
Zugbegleiter fordern Konsequenzen – doch reichen Sicherheitsgipfel?
Der Tod von Serkan C. hat deutschlandweit Entsetzen ausgelöst. Zahlreiche Zugbegleiter der Deutschen Bahn fordern nun endlich wirksame Maßnahmen zum Schutz des Personals. DB-Chefin Evelyn Palla hat einen Sicherheitsgipfel in Berlin angekündigt, bei dem über entsprechende Schritte beraten werden soll. Doch seien wir ehrlich: Wie viele Gipfel, Runde Tische und Absichtserklärungen hat dieses Land schon erlebt – ohne dass sich substanziell etwas geändert hätte?
Das eigentliche Problem liegt tiefer. Es liegt in einem System, das Gewalttäter nach einem ersten Vorfall einfach laufen lässt. Es liegt in einer politischen Kultur, die jahrelang die Augen vor der dramatisch gestiegenen Gewalt im öffentlichen Raum verschlossen hat. Und es liegt in einer Justiz, die offenbar nicht in der Lage oder nicht willens ist, potenzielle Gefährder konsequent aus dem Verkehr zu ziehen, bevor Schlimmeres passiert.
Die Kriminalität explodiert – und die Politik schaut zu
Der Fall Serkan C. reiht sich ein in eine erschreckend lange Liste von Gewalttaten, die Deutschland in den vergangenen Jahren erschüttert haben. Messerangriffe, Totschlagsdelikte, brutale Übergriffe im öffentlichen Nahverkehr – die Kriminalitätsstatistiken sprechen eine unmissverständliche Sprache. Und doch scheint die politische Klasse in Berlin nach wie vor mehr damit beschäftigt zu sein, Gendersternchen zu debattieren und Klimaneutralität ins Grundgesetz zu schreiben, als die grundlegendste aller staatlichen Aufgaben zu erfüllen: den Schutz der eigenen Bürger.
Es ist nicht nur die Meinung unserer Redaktion, sondern die eines Großteils der deutschen Bevölkerung: Wir brauchen Politiker, die wieder für Deutschland regieren – und nicht gegen die Interessen seiner Bürger. Serkan C. hat zwei Kinder hinterlassen, die ohne ihren Vater aufwachsen müssen. Er hat seinen Job gemacht, pflichtbewusst und korrekt. Und er hat dafür mit seinem Leben bezahlt. Wenn das keine Anklage gegen den Zustand dieses Landes ist, was dann?
Serkan C. war alleinerziehender Vater von zwei Kindern. Er starb, weil er seinen Beruf ausübte – und weil ein gewalttätiger Mann, den die Polizei Stunden zuvor bereits in Gewahrsam hatte, einfach wieder laufen gelassen wurde.
Deutschland muss sich entscheiden: Will es ein Land sein, in dem Recht und Ordnung noch etwas bedeuten? Oder akzeptieren wir stillschweigend, dass Zugbegleiter, Rettungskräfte und ganz normale Bürger zunehmend um ihre körperliche Unversehrtheit fürchten müssen? Die Antwort auf diese Frage darf nicht auf dem nächsten Sicherheitsgipfel versanden. Sie muss in konkretem politischem Handeln bestehen – und zwar sofort.

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