
Pulverfass Hormus: Wenn ein paar Kilometer Meerenge die halbe Weltwirtschaft in Geiselhaft nehmen
Es gibt Landkarten, auf denen sich das Schicksal des globalen Wohlstands auf einen schmalen Wasserstreifen verdichtet. Die Straße von Hormus ist ein solcher Punkt – und genau dort ballt sich in diesen Tagen wieder die geballte Zerstörungskraft zweier verfeindeter Militärmaschinerien zusammen. In der Nacht zum Montag hat das US-Militär seine Angriffe auf iranische Militärziele fortgesetzt, bereits die vierte Angriffswelle seit dem Wiederaufflammen der Kämpfe. Teheran antwortete prompt mit Gegenschlägen auf amerikanische Stützpunkte quer durch die Golfregion.
Vier Angriffswellen und kein Ende in Sicht
Nach Angaben des zuständigen US-Regionalkommandos Centcom seien Luftabwehrsysteme, Radarstationen, Raketenstellungen, Drohnenstandorte und kleinere Boote der iranischen Revolutionsgarden ins Visier genommen worden. Dutzende Ziele habe man mit Präzisionsmunition getroffen, teilweise – so berichtete es die Frankfurter Allgemeine Zeitung – erstmals unter Einsatz schwimmender Drohnen. Am Morgen erklärte Washington die Operation für beendet. Doch wer glaubt in diesem Konflikt noch an das Wort „beendet“?
Auslöser sei ein Angriff der Revolutionsgarden auf ein Handelsschiff gewesen. Schon in der Nacht zum Sonntag hatten die Amerikaner daraufhin rund 140 militärische Ziele im Iran bombardiert. Das Mullah-Regime konterte mit Angriffen auf einen Luftwaffenstützpunkt in Jordanien, ein US-Drohnenkommandozentrum in Bahrain sowie weitere Basen in Kuwait. In Bahrain heulten am Morgen die Sirenen – die Bevölkerung wurde aufgefordert, Schutzräume aufzusuchen.
Zwei Erzählungen, eine gefährliche Wahrheit
Bemerkenswert ist der Deutungskampf um die Meerenge selbst. Während die Revolutionsgarden verkünden, die Straße von Hormus bleibe „bis zum Ende der amerikanischen Interventionen“ gesperrt, wischt Centcom das beiseite:
„Der Iran kontrolliert die Meerenge nicht. Der Verkehr fließt.“
Teheran wiederum wirft Washington vor, „alle diplomatischen Bemühungen der vergangenen Monate zunichte gemacht“ zu haben. Wahrheit? Die dürfte, wie so oft im Krieg, irgendwo zwischen den Propagandalinien verschütt gegangen sein.
Warum dieser Konflikt jeden deutschen Bürger etwas angeht
Wer nun denkt, das sei ein fernes Scharmützel am anderen Ende der Welt, der irrt gewaltig. Durch die Straße von Hormus fließt ein erheblicher Teil der globalen Öl- und Flüssiggasexporte. Es genügte ein Blick auf die Energiemärkte, um die Nervosität abzulesen: Die Nordsee-Sorte Brent verteuerte sich zeitweise um rund vier Prozent auf gut 79 US-Dollar je Barrel, die US-Sorte WTI kletterte um mehr als vier Prozent auf über 74 Dollar.
Man stelle sich das Szenario vor: Deutschland, ohnehin durch eine jahrelange ideologiegetriebene Energiepolitik in die Enge getrieben, sitzt am Tropf importierter Rohstoffe. Wer die Atomkraftwerke abschaltet, die Kohle verteufelt und gleichzeitig die Industrie mit Klimavorgaben stranguliert, der macht sich abhängig – abhängig von jedem Funken, der irgendwo zwischen Persischem Golf und Golf von Oman überspringt. Ein Krieg tausende Kilometer entfernt entscheidet plötzlich mit darüber, was der Bürger an der Zapfsäule und auf der Heizkostenabrechnung zahlt.
Warnungen, die verhallen
UN-Generalsekretär António Guterres zeigte sich besorgt und warnte vor einer „erheblichen Eskalation“. Eine Rückkehr zu umfassenden Kampfhandlungen hätte „katastrophale Folgen für die Sicherheit der Region und die Weltwirtschaft“. Er rief beide Seiten auf, unverzüglich an den Verhandlungstisch zurückzukehren. Schöne Worte – doch wann hätte ein Appell aus New York je eine Rakete aufgehalten?
Der stille Gewinner heißt Beständigkeit
In Zeiten, in denen ganze Volkswirtschaften an einem einzigen Seeweg hängen und die Ölpreise binnen Stunden Purzelbäume schlagen, wird eines schmerzhaft deutlich: Papierwerte, Aktienkurse und die Versprechungen der Finanzmärkte sind so verlässlich wie ein Kartenhaus im Sturm. Wer sein Vermögen krisenfest aufstellen möchte, tut gut daran, den Blick auf jene Werte zu richten, die keine Kriegspartei per Knopfdruck entwerten kann. Physisches Gold und Silber haben in der langen Geschichte geopolitischer Verwerfungen stets ihre Rolle als sicherer Hafen behauptet – als Fels in der Brandung, wenn Politik und Märkte ins Wanken geraten. Als sinnvolle Beimischung zu einem breit gestreuten Portfolio verdienen Edelmetalle daher gerade in solch unsicheren Zeiten besondere Aufmerksamkeit.
Hinweis der Redaktion: Dieser Beitrag stellt keine Anlageberatung dar. Die dargestellten Einschätzungen geben ausschließlich die Meinung unserer Redaktion sowie die uns vorliegenden Informationen wieder. Jeder Anleger ist verpflichtet, sich eigenständig umfassend zu informieren und trägt die Verantwortung für seine Anlageentscheidungen selbst. Für den Erfolg oder Misserfolg getroffener Entscheidungen übernehmen wir keine Haftung.

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