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Kettner Edelmetalle
10.04.2026
07:34 Uhr

Pulverfass Islamabad: Vance pokert mit dem Iran um den Frieden im Nahen Osten

Während Europa sich in bürokratischen Selbstfindungsprozessen verliert und die neue Große Koalition in Berlin noch immer um Reformkompromisse ringt, geschieht auf der Weltbühne Historisches: In Islamabad treffen sich an diesem Wochenende die Vereinigten Staaten und der Iran zu direkten Friedensgesprächen. Es ist ein diplomatisches Hochseilakt, bei dem ein falscher Schritt die gesamte Region in Flammen setzen könnte – und bei dem ausgerechnet Pakistan als Vermittler fungiert.

Hochkarätige Delegationen, fragile Grundlage

Die USA entsenden kein geringeres Kaliber als Vizepräsident J.D. Vance persönlich an den Verhandlungstisch. An seiner Seite: Sondergesandter Steve Witkoff und Jared Kushner, Berater im Weißen Haus und Schwiegersohn von Präsident Trump. Allein die Zusammensetzung dieser Delegation zeigt, wie ernst Washington die Angelegenheit nimmt. Auf iranischer Seite werden Parlamentspräsident Mohammad Baqer Qalibaf und Außenminister Abbas Araghchi erwartet.

Die Gespräche bauen auf einer zweiwöchigen Waffenruhe auf, die nach 38 Tagen bewaffneter Auseinandersetzungen im Nahen Osten mühsam ausgehandelt wurde. Doch diese Feuerpause ist so brüchig wie dünnes Eis im Frühling. Kaum war sie verkündet, erschütterten die heftigsten israelischen Luftangriffe seit Langem den Libanon – mit über 200 Toten nach libanesischen Angaben. Der Iran spricht bereits von Verstößen gegen den Waffenstillstand.

Die Libanon-Frage als Sprengstoff

Ein zentraler Streitpunkt, der die Verhandlungen schon vor ihrem Beginn belastet, ist die Frage, ob der Libanon Teil des Waffenstillstandsabkommens ist. Israel betont unmissverständlich, dass sein Konflikt mit der Hisbollah nicht von der Vereinbarung abgedeckt sei. Der Iran und Pakistan hingegen bestehen darauf, dass die Feuerpause die gesamte Region umfasse. Trump selbst stellte gegenüber dem US-Sender PBS klar, der Waffenstillstand erstrecke sich nicht auf den Libanon oder israelische Maßnahmen gegen die Hisbollah. Es handele sich um einen „separaten Konflikt".

Vance reagierte auf diese Kontroverse mit bemerkenswerter Direktheit: Die Gespräche sollten nicht an der Libanon-Frage scheitern. „Das wäre dumm, aber das ist ihre Entscheidung", so der Vizepräsident. Man mag von Trumps Außenpolitik halten, was man will – aber diese Klarheit in der Kommunikation ist erfrischend. Kein diplomatisches Herumeiern, keine weichgespülten Floskeln. Hier wird Tacheles geredet.

Das Chaos um die Zehn-Punkte-Pläne

Für erhebliche Verwirrung sorgen derzeit gleich mehrere Versionen eines iranischen Zehn-Punkte-Plans, die in Umlauf geraten sind. Iranische Staatsmedien veröffentlichten nach der Feuerpause einen Forderungskatalog, der es in sich hat: eine amerikanische Nichtangriffsgarantie, der Abzug sämtlicher US-Kampftruppen aus der Region, Reparationen für Kriegsschäden und – besonders brisant – die Anerkennung des iranischen Rechts auf Urananreicherung.

Vance enthüllte bei einem Pressegespräch in Ungarn, dass es tatsächlich drei verschiedene Versionen dieses Plans gebe. Die erste sei vermutlich „von ChatGPT verfasst" worden und umgehend im Papierkorb gelandet – eine Bemerkung, die in ihrer beißenden Ironie kaum zu überbieten ist. Die zweite Version sei „deutlich vernünftiger" gewesen und basiere auf einem Austausch zwischen den USA, Pakistan und dem Iran. Diese habe Trump als „durchführbar" eingestuft. Eine dritte, noch maximalistischere Fassung kursiere in sozialen Medien und stamme möglicherweise von „Verrückten am Rande des iranischen Systems", die anonym Informationen durchsickern ließen.

Der amerikanische Gegenvorschlag

Washington arbeitet seinerseits mit einem eigenen 15-Punkte-Plan, dessen Details bislang weitgehend unter Verschluss gehalten werden. Bekannt ist lediglich, dass die USA eine drastische Reduzierung des iranischen Raketen- und Atomprogramms fordern, einen vollständigen Stopp der Urananreicherung sowie den Verzicht auf eine iranische Kontrolle der Straße von Hormus – jener strategisch überlebenswichtigen Wasserstraße, durch die ein erheblicher Teil der globalen Energieexporte fließt.

Trump selbst erklärte in den sozialen Medien, es gebe „nur eine Gruppe sinnvoller Punkte", die für die Vereinigten Staaten akzeptabel seien. Viele der 15 Punkte seien bereits vereinbart. Ob das Wunschdenken oder Verhandlungstaktik ist, wird sich zeigen.

Pakistan als unerwarteter Friedensstifter

Bemerkenswert ist die Rolle Pakistans in diesem geopolitischen Schachspiel. Premierminister Shahbaz Sharif hat beide Seiten offiziell eingeladen und die Hoffnung geäußert, dass aus den Gesprächen ein dauerhafter Frieden erwachsen könne. Die Sicherheitsvorkehrungen in Islamabad sind beispiellos: Straßen zur sogenannten Red Zone – dem hochgesicherten Regierungsviertel mit Botschaften und Amtssitzen – wurden mit Containern abgesperrt. Schulen und Regierungsbüros bleiben für zwei Tage geschlossen.

Die Spannungen im Land selbst sind greifbar. In Pakistan lebt eine große schiitische Minderheit, und seit Beginn des Konflikts im Februar kam es zu proiranischen Demonstrationen. Am 1. März starben mindestens 22 Menschen bei Zusammenstößen zwischen Demonstranten und der Polizei, nachdem ein Mob versucht hatte, das US-Konsulat in Karachi zu stürmen. Man muss kein Sicherheitsexperte sein, um zu erkennen, welches Risiko diese Gespräche auch für das Gastgeberland bergen.

Was auf dem Spiel steht – auch für Europa und Deutschland

Die Tragweite dieser Verhandlungen kann kaum überschätzt werden. Ein Scheitern würde die fragile Feuerpause gefährden und könnte die Gewalt in der gesamten Region erneut eskalieren lassen. Die Folgen wären auch in Europa unmittelbar spürbar: steigende Energiepreise, neue Flüchtlingsströme, wachsende Unsicherheit an den Finanzmärkten. Ein Erfolg hingegen könnte nicht nur einen dauerhaften Waffenstillstand sichern, sondern den Grundstein für weitreichende politische und wirtschaftliche Abkommen legen.

Während die Trump-Administration hier mit einer Mischung aus Härte und Pragmatismus agiert, fragt man sich unweigerlich, welche Rolle Europa – und insbesondere Deutschland – in dieser Krise spielt. Die Antwort ist so ernüchternd wie vorhersehbar: praktisch keine. Die neue Große Koalition unter Friedrich Merz ist derart mit innenpolitischen Grabenkämpfen und dem Verwalten eines 500-Milliarden-Schuldenberges beschäftigt, dass für echte außenpolitische Gestaltungskraft schlicht keine Kapazitäten übrig bleiben. Deutschland, einst als ehrlicher Makler auf der Weltbühne geschätzt, ist zum Zuschauer degradiert worden – ein Zustand, der angesichts der geopolitischen Umwälzungen unserer Zeit geradezu fahrlässig erscheint.

Die kommenden Tage in Islamabad werden zeigen, ob Diplomatie noch in der Lage ist, das zu leisten, was Waffen nicht vermochten. Die Welt hält den Atem an. Und Gold, jener zeitlose Gradmesser globaler Unsicherheit, dürfte in jedem Szenario seinen Wert unter Beweis stellen – ob die Gespräche nun scheitern oder gelingen. Denn eines ist gewiss: Die geopolitischen Verwerfungen unserer Zeit sind längst nicht ausgestanden, und wer sein Vermögen schützen will, tut gut daran, auf bewährte Werte zu setzen.

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