
Raketen gegen Saudi-Arabien: Huthi-Krieg erreicht das Ă–lherz!

Am Samstag haben die Huthi-Milizen aus dem Jemen erneut zwei ballistische Raketen auf Saudi-Arabien abgefeuert, Ziele waren die Städte Taif und Yanbu. Nach Angaben der von Saudi-Arabien angeführten Militärkoalition seien beide Geschosse zerstört worden. Für einige Minuten herrschte trotzdem Alarm, und zwar auch in Mekka und Jeddah.
Der saudische Zivilschutz warnte die Bewohner der vier Städte vor möglicher Gefahr. Rund zehn Minuten später gab die Behörde Entwarnung. Ruhe kehrt damit aber nicht ein. Die Angriffe kommen inzwischen fast täglich.
Eine Woche im Dauerfeuer
Zwei Tage zuvor hatten die Huthis nach eigener Darstellung gleich drei Ziele angegriffen: das Verteidigungsministerium in Riad, Anlagen des Ölkonzerns Saudi Aramco in der Hafenstadt Yanbu am Roten Meer und den internationalen Flughafen König Fahd in Dammam. Dort kamen laut saudischen Behörden zwei Menschen ums Leben. Die angeblichen Treffer in Riad und Yanbu hat Riad bislang nicht bestätigt.
Wie ernst die Lage ist, zeigt ein Bericht der Nachrichtenagentur Reuters. Sechs mit der Sache vertraute Personen sagten demnach, Aramco habe die Mitarbeiter in der Konzernzentrale in Dhahran am Golf zur Räumung aufgefordert. Am Donnerstag meldete die Koalition außerdem abgefangene Drohnen über Riad und Medina. Am Sonntag folgten Medienberichten zufolge eine weitere Rakete und zwei Drohnen, die auf die Region Riad gezielt haben sollen.
Ein Streit um die heiligen Städte
Die Huthis bestreiten, Drohnen in Richtung Medina geschickt zu haben. Anfang des Monats hatten sie Fluggesellschaften davor gewarnt, den saudischen Luftraum zu nutzen. Ausgenommen sei nur der Luftraum über Mekka und Medina. Dass trotzdem Sirenen in der Nähe der heiligsten Stätten des Islam heulen, zeigt, wie wenig solche Zusagen im Ernstfall wert sind.
Der Waffenstillstand ist Geschichte
Mit der neuen Gewalt ist der Waffenstillstand von 2022, den die Vereinten Nationen vermittelt hatten, faktisch am Ende. Er hatte die Angriffe ĂĽber die Grenze hinweg weitgehend gestoppt. Auf der einen Seite steht die Koalition, die Jemens international anerkannte Regierung unterstĂĽtzt. Auf der anderen stehen die Huthis, die die Hauptstadt Sanaa beherrschen und vom Iran unterstĂĽtzt werden.
Damit gibt es im Krieg der USA und Israels gegen den Iran eine weitere Front. Teheran braucht dafĂĽr keinen eigenen Soldaten zu schicken, denn die VerbĂĽndeten im Jemen greifen die reichste Ă–lmonarchie der Region direkt an. Das ist billig fĂĽr Teheran und teuer fĂĽr alle anderen.
Warum Yanbu den Ölmarkt nervös macht
Yanbu ist keine beliebige Hafenstadt. Am Roten Meer endet die Ost-West-Pipeline, über die Saudi-Arabien Öl exportieren kann, ohne durch die Straße von Hormus zu müssen. Laut Branchenberichten liegt die Kapazität dieser Umgehungsroute bei rund sieben Millionen Barrel pro Tag. Wird ausgerechnet dieser Ausweg angegriffen, haben die Märkte kaum noch einen sicheren Plan B.
Die Börsen reagieren entsprechend. Medienberichten zufolge stieg die Nordseesorte Brent am Freitag um 3,5 Prozent auf über 117 Dollar pro Barrel. Seit Beginn des Iran-Kriegs sollen sich die Ölpreise um mehr als 55 Prozent verteuert haben. Für deutsche Pendler, Mittelständler und energieintensive Industriebetriebe ist das schlecht. Sie zahlen ohnehin schon für eine Energiepolitik, die Kritiker seit Jahren als realitätsfern einstufen.
Was bleibt fĂĽr Sparer?
Teureres Öl heißt fast immer auch mehr Inflation, also weniger Kaufkraft für Ersparnisse. In solchen Krisen setzen viele Anleger auf Werte, die nicht vom Versprechen einer Regierung oder dem Kurs einer Aktie abhängen. Physisches Gold und Silber haben sich über Jahrhunderte als Krisenschutz bewährt. Als Beimischung in einem breit gestreuten Vermögen können sie helfen, geopolitische Schocks wie diesen abzufedern.
Hinweis: Dieser Beitrag ist keine Anlageberatung und keine Empfehlung zum Kauf oder Verkauf bestimmter Finanzprodukte. Jeder Anleger sollte sich selbst informieren und ist fĂĽr seine Anlageentscheidungen selbst verantwortlich.
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