
Rapsöl-Deal zwischen China und Kanada auf wackligen Beinen: Experten warnen vor Handelskrieg-Risiken

Die jüngst wiederbelebten Handelsbeziehungen zwischen Peking und Ottawa im lukrativen Rapsölgeschäft stehen bereits vor ihrer ersten Bewährungsprobe. Was auf den ersten Blick wie ein diplomatischer Durchbruch erscheint, entpuppt sich bei näherer Betrachtung als fragiles Konstrukt, das jederzeit in sich zusammenfallen könnte. Branchenkenner schlagen Alarm und warnen vor den Unwägbarkeiten, die das kommende Jahr mit sich bringen dürfte.
Ein Deal ohne Garantien
Der während des Staatsbesuchs von Premierminister Mark Carney in Peking ausgehandelte Kompromiss sieht vor, dass die Zölle auf kanadische Rapsölexporte nach China bis zum 1. März von astronomischen 84 Prozent auf etwa 15 Prozent gesenkt werden. Klingt vielversprechend, doch die Realität sieht anders aus. Brancheninsider berichten von einer beunruhigenden Tatsache: Es gibt keinerlei öffentliche Zusicherung, dass die Importe tatsächlich ohne Unterbrechung fortgesetzt werden.
Masood Rizvi, ein in Saskatchewan ansässiger Spezialist für Agrartechnologie und Rapszüchtung, bringt die Skepsis vieler Produzenten auf den Punkt. Er warnt davor, den Handel zwischen China und Kanada als vollständig normalisiert zu betrachten. Was derzeit zu beobachten sei, stelle lediglich eine vorsichtige Wiederaufnahme dar – keineswegs jedoch einen strukturellen Neuanfang.
Die Festung Nordamerika als Bedrohung
Besonders brisant wird die Situation durch die bevorstehenden Neuverhandlungen des USMCA-Handelsabkommens zwischen den USA, Kanada und Mexiko. Unter der Präsidentschaft von Donald Trump, der bekanntlich eine aggressive Zollpolitik verfolgt, droht die Errichtung einer regelrechten „Festung Nordamerika". Diese protektionistische Strategie könnte Kanadas Spielraum für eigenständige Handelsbeziehungen mit China erheblich einschränken.
Die Bedeutung des Rapsölmarktes für Kanada kann kaum überschätzt werden. Das Land produziert nahezu ein Viertel des weltweiten Rapsölangebots und kontrolliert rund 60 Prozent des globalen Handels mit diesem wichtigen Rohstoff. Rapsöl dient nicht nur als Speiseöl, sondern auch als Grundlage für Tierfutter – ein Wirtschaftszweig von enormer strategischer Relevanz.
Geopolitische Schachzüge auf Kosten der Produzenten
Was sich hier abzeichnet, ist ein klassisches Beispiel dafür, wie Landwirte und Produzenten zu Spielbällen geopolitischer Machtspiele werden. Während Politiker Händeschütteln und vorläufige Abkommen feiern, bleiben die tatsächlichen Wirtschaftsakteure im Ungewissen. Die kanadischen Rapsproduzenten haben bereits schmerzhafte Erfahrungen mit den Launen internationaler Handelspolitik gemacht – und die Aussichten auf Besserung bleiben trübe.
Die Entwicklung zeigt einmal mehr, wie fragil internationale Handelsbeziehungen in Zeiten zunehmender Blockbildung geworden sind. Für Anleger und Investoren unterstreicht diese Situation die Bedeutung krisensicherer Vermögenswerte. Physische Edelmetalle wie Gold und Silber bieten in solch unsicheren Zeiten eine bewährte Möglichkeit zur Vermögenssicherung, da sie von politischen Verwerfungen und Handelskonflikten weitgehend unabhängig bleiben.

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