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Rathaus von Limoges in Trümmern: Anti-Terror-Einheit nimmt Tatverdächtigen aus linksextremer Szene fest

Rathaus von Limoges in Trümmern: Anti-Terror-Einheit nimmt Tatverdächtigen aus linksextremer Szene fest
Symbolbild: KI-generiert

Drei Tage nach dem verheerenden Brand im Rathaus von Limoges hat die französische Polizei am Dienstag einen Tatverdächtigen festgenommen. Medienberichten zufolge handelt es sich um einen Aktivisten der ultralinken Szene, den die Behörden längst als Gefährder führen. Die Ermittlungen hat inzwischen die Anti-Terror-Abteilung der Kriminalpolizei übernommen.

Zugriff im Morgengrauen

Laut französischen Medien rückte die Eliteeinheit RAID in der Gemeinde Val-d'Issoire im Département Haute-Vienne an, nordwestlich von Limoges. Der Mann soll aus der Region stammen, Apollo News verortet ihn im benachbarten Département Creuse. Zum Alter gibt es unterschiedliche Angaben: Mal ist von 34, mal von 40 Jahren die Rede.

Polizeikreisen zufolge ist er als „fiché S“ registriert. Mit diesem Vermerk erfasst Frankreich Personen, die als mögliche Gefahr für die Staatssicherheit gelten. Bekannt sei er außerdem wegen Gewalt gegen Amtsträger. Für ihn gilt die Unschuldsvermutung. Ob er das Feuer gelegt hat, müssen die Ermittler erst noch beweisen.

Zweieinhalb Stunden bis zum Einsturz

Was am Samstagabend passierte, wirkt wie ein Angriff auf den Staat selbst. Gegen 18 Uhr gingen Berichten zufolge zuerst Polizeifahrzeuge in Flammen auf, dann das Rathaus. Um 20:30 Uhr stürzte der Glockenturm vor laufenden Kameras in sich zusammen. Das Dach brach auf die Stockwerke darunter. Der zuständige Präfekt sprach von einer vorsätzlichen Tat und erklärte, das Gebäude sei „zum großen Teil verloren“.

Der Bau wurde 1883 fertiggestellt und war im Zweiten Weltkrieg ein Zentrum des Widerstands gegen die deutsche Besatzung. Krieg und Besatzung hat das Rathaus überstanden. Zerstört wurde es nun von Randalierern am Rande einer Demonstration.

Ein Land brennt

Der Brand fiel in eine Welle landesweiter Proteste gegen hohe Lebenshaltungskosten und Missstände an Schulen und Universitäten. Laut Innenministerium gingen am Samstag rund 550.000 Menschen auf die Straße. In Limoges waren es etwa 5.000, darunter nach Behördenangaben rund 700 „radikalisierte und extrem gewalttätige“ Personen. Medienberichten zufolge wurden in ganz Frankreich fast 3.000 Geschäfte geplündert, in Marseille gilt eine Ausgangssperre.

Bürgermeister Guillaume Guérin von den Republikanern hatte schon vor der Festnahme von Staatsversagen gesprochen. Den Tätern unterstellt er eine gezielte Planung: Sie sollen das Gebäude vorher ausgespäht haben. Justizminister Gérald Darmanin hatte angedeutet, dass die Justiz die Tat als Terrorakt einstufen könnte, falls Personen aus der Ultralinken die Zerstörung organisiert hätten.

Schwere Vorwürfe aus Cannes

Noch weiter ging David Lisnard, Bürgermeister von Cannes und Präsidentschaftskandidat seiner Partei „Nouvelle Énergie“. Wie Le Figaro berichtet, macht er „Terroristenausbildungslager auf dem Plateau de Millevaches“ für den Brand verantwortlich. Die abgelegene Hochebene gilt seit Jahren als Rückzugsort linker Aussteiger. Die berühmte Tarnac-Affäre von 2008 nahm dort ihren Anfang, auch wenn die Angeklagten 2018 weitgehend freigesprochen wurden.

Die Frage, die bleibt

Und Präsident Emmanuel Macron? Er hält trotz der Unruhen an einer mehrtägigen Reise durch die Golfstaaten fest. Am Freitag soll Premierminister Sébastien Lecornu nach Limoges kommen und die Ruine besichtigen.

Aus Sicht unserer Redaktion zeigt der Fall ein bekanntes Muster: Der Verdächtige war den Behörden offenbar bekannt und soll unter Beobachtung gestanden haben. Trotzdem konnte offenbar niemand die Tat verhindern. Ähnliches hat man nach Anschlägen auch in Deutschland zu oft erlebt. Linksextreme Gewalt wird dort politisch gern kleingeredet. Ein Staat, der seine Gefährder kennt und sie trotzdem nicht stoppt, verspielt nach Ansicht unserer Redaktion das Vertrauen seiner Bürger.

Hinweis der Redaktion: Die in diesem Artikel genannten Informationen zum Tatverdächtigen und zu den Hintergründen der Tat beruhen überwiegend auf Medienberichten und Angaben von Behörden und Politikern, die zum Zeitpunkt der Veröffentlichung nicht abschließend verifiziert werden konnten. Für den Beschuldigten gilt die Unschuldsvermutung, solange keine rechtskräftige Verurteilung vorliegt.

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