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26.01.2026
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Rechtschreibung noch nicht verloren: Deutsche Jugend trotzt dem Verfall der Sprache

Rechtschreibung noch nicht verloren: Deutsche Jugend trotzt dem Verfall der Sprache

In einer Zeit, in der Emojis ganze Sätze ersetzen und Autokorrektur-Programme das Denken übernehmen, kommt eine Nachricht, die fast schon wie ein Lichtblick in der bildungspolitischen Dunkelheit wirkt: Die überwältigende Mehrheit der deutschen Kinder und Jugendlichen hält korrektes Schreiben noch immer für wichtig. Doch was sagt uns diese Erkenntnis wirklich über den Zustand unseres Bildungssystems?

85 Prozent wollen richtig schreiben – aber können sie es auch?

Eine aktuelle Umfrage im Auftrag des Nachhilfeanbieters Studienkreis offenbart erstaunliche Zahlen: Satte 85 Prozent der befragten Kinder und Jugendlichen zwischen 8 und 16 Jahren gaben an, dass ihnen korrektes Schreiben „wichtig" oder „sehr wichtig" sei. Die Marktforschungsagentur „KB&B Family Facts" befragte dafür im Dezember 2025 insgesamt 1.011 junge Menschen. Ein Ergebnis, das zunächst Hoffnung macht – doch bei genauerem Hinsehen drängen sich kritische Fragen auf.

Denn zwischen dem Wunsch, richtig zu schreiben, und der tatsächlichen Fähigkeit dazu klafft in Deutschland bekanntlich eine gewaltige Lücke. Die PISA-Studien der vergangenen Jahre haben uns schonungslos vor Augen geführt, wie dramatisch das Bildungsniveau in diesem Land gesunken ist. Dass Kinder Rechtschreibung für wichtig halten, ist löblich – dass sie sie beherrschen, wäre noch löblicher.

Geschlechterspezifische Unterschiede: Mädchen nehmen Sprache ernster

Die Umfrage fördert auch interessante Unterschiede zwischen den Geschlechtern zutage. Während nur 8 Prozent der Mädchen Rechtschreibung als „nicht wichtig" einstuften, waren es bei den Jungen stolze 19 Prozent – mehr als doppelt so viele. Zehn Prozent der männlichen Befragten fanden Rechtschreibung sogar „nervig und unnötig". Man könnte meinen, hier zeige sich bereits in jungen Jahren jene Gleichgültigkeit gegenüber sprachlicher Präzision, die später in schlampig formulierten Bewerbungsschreiben und peinlichen Geschäftskorrespondenzen mündet.

Bemerkenswert ist auch, dass Mädchen aus guter Rechtschreibung ein besseres Selbstwertgefühl ziehen. 39 Prozent von ihnen gaben an, richtig schreiben zu wollen, „damit ich mich gut fühle". Eine Einstellung, die man sich von manchem erwachsenen Zeitgenossen wünschen würde, der seine Texte offenbar ohne jeden Blick auf Grammatik und Orthographie in die Welt hinausschleudert.

Gymnasiasten als letzte Bastion der Sprachkultur?

Wenig überraschend zeigen sich auch deutliche Unterschiede je nach Schulform. Gymnasialschüler hielten Rechtschreibung zu 48 Prozent für „sehr wichtig", und nur 8 Prozent von ihnen stuften sie als unwichtig ein. Zudem verbinden Gymnasialkinder fehlerfreies Schreiben häufiger damit, von anderen ernst genommen zu werden – 56 Prozent sahen hier einen direkten Zusammenhang.

Diese Zahlen werfen ein Schlaglicht auf die zunehmende Bildungskluft in Deutschland. Während an Gymnasien offenbar noch ein gewisses Bewusstsein für sprachliche Standards existiert, scheint dieses an anderen Schulformen weniger ausgeprägt zu sein. Eine Entwicklung, die man durchaus als Versagen der Bildungspolitik der vergangenen Jahrzehnte interpretieren darf.

Karrierechancen durch korrektes Schreiben

Immerhin haben die jungen Menschen verstanden, worum es letztlich geht: 86 Prozent der Befragten glauben, dass korrekte Rechtschreibung ihre Karrierechancen verbessert. Bei Mädchen und Gymnasialkindern liegt dieser Wert sogar bei 89 beziehungsweise 90 Prozent. Der pragmatische Blick auf die berufliche Zukunft scheint also noch intakt zu sein.

„Für gute Noten in der Schule" – so begründeten 84 Prozent der Befragten, warum ihnen Rechtschreibung wichtig ist. 45 Prozent wollen richtig schreiben, „damit andere mich ernst nehmen".

Trotz KI und Autokorrektur: Rechtschreibung bleibt relevant

Besonders erfreulich ist die Erkenntnis, dass 79 Prozent der jungen Menschen davon überzeugt sind, dass Rechtschreibung auch in Zukunft wichtig bleiben wird – trotz Autokorrektur, Diktierfunktionen und künstlicher Intelligenz. Diese Einsicht zeugt von einem gesunden Realismus, den man in Zeiten der digitalen Bequemlichkeit nicht unbedingt erwarten würde.

Denn wer sich blind auf technische Hilfsmittel verlässt, wird früher oder später auf die Nase fallen. Autokorrektur-Programme produzieren regelmäßig haarsträubenden Unsinn, und auch die vielgepriesene künstliche Intelligenz ist weit davon entfernt, menschliches Sprachgefühl zu ersetzen. Wer die Grundlagen nicht beherrscht, wird auch die Fehler der Maschinen nicht erkennen können.

Fehler bei Influencern: Jugend zeigt sich kritisch

Dass 54 Prozent der befragten Kinder angaben, sich an Schreibfehlern bei anderen zu stören – etwa in Chats oder bei Influencern –, ist ein weiteres ermutigendes Signal. Je älter die Kinder werden, desto kritischer werden sie offenbar gegenüber sprachlichen Nachlässigkeiten. Vielleicht ist die Hoffnung auf eine Generation, die wieder Wert auf korrektes Deutsch legt, doch nicht ganz unbegründet.

Freilich bleibt die Frage, ob diese positive Grundeinstellung auch in entsprechende Fähigkeiten umgesetzt werden kann. Dafür bräuchte es ein Bildungssystem, das seinen Namen verdient – mit Lehrern, die selbst die deutsche Sprache beherrschen, und Lehrplänen, die Rechtschreibung nicht als lästiges Übel, sondern als kulturelle Errungenschaft behandeln. Ob die neue Bundesregierung unter Friedrich Merz hier die richtigen Weichen stellen wird, bleibt abzuwarten.

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