
Rente mit 70: BSW geißelt Rentenkommission – und hat damit einen Punkt

Während Millionen Deutsche sich fragen, ob sie überhaupt noch jemals in den Ruhestand kommen werden, diskutiert die von der Bundesregierung eingesetzte Alterssicherungskommission allen Ernstes über eine Anhebung des Renteneintrittsalters auf 70 Jahre. Der Generalsekretär des Bündnis Sahra Wagenknecht (BSW), Oliver Ruhnert, hat diese Überlegungen nun scharf attackiert – und man muss ihm in wesentlichen Punkten Recht geben, auch wenn man politisch ganz andere Wege bevorzugen mag.
Eine „kalte Rentenkürzung" durch die Hintertür
Ruhnert nannte die Debatte über die Rente ab 70 einen „Skandal" und sprach von einer „kalten Rentenkürzung", die Millionen Bürger treffen würde. Und tatsächlich: Wer das Renteneintrittsalter immer weiter nach oben schraubt, kürzt de facto die Rente all jener, die es physisch oder psychisch schlicht nicht schaffen, bis 70 durchzuhalten. Der Dachdecker mit kaputten Knien, die Krankenschwester mit zerschlissenem Rücken, der Fabrikarbeiter nach Jahrzehnten im Schichtbetrieb – sie alle würden mit empfindlichen Abschlägen bestraft, weil sie vorzeitig in Rente gehen müssten.
Besonders pikant: Der BSW-Generalsekretär richtete seine Kritik explizit auch gegen die SPD, der er vorwarf, bei diesem Thema „einzuknicken". Eine Partei, die sich seit über 160 Jahren als Vertreterin der arbeitenden Bevölkerung inszeniert, scheint offenbar bereit zu sein, genau diese Klientel im Stich zu lassen. Dass die Sozialdemokraten als Juniorpartner in der Großen Koalition unter Friedrich Merz kaum noch eigene Akzente setzen können, überrascht freilich niemanden mehr.
Das österreichische Modell: Vorbild oder Utopie?
Als Alternative verwies Ruhnert auf das Rentensystem in Österreich. Dort gingen die Menschen mit 65 in Rente und erhielten im Durchschnitt 800 Euro monatlich mehr als ihre deutschen Nachbarn. Der entscheidende Unterschied liege in der Breite der Beitragszahler: In der Alpenrepublik zahlten alle in das System ein – Selbstständige, Beamte, Minister, Abgeordnete. Ausnahmslos.
Und genau hier liegt der wunde Punkt des deutschen Systems. Während der einfache Angestellte brav seine Beiträge entrichtet, genießen Beamte und Politiker ihre eigenen, deutlich komfortableren Versorgungssysteme. Eine Zwei-Klassen-Gesellschaft bei der Altersvorsorge, die man in einem Land, das sich so gerne auf Solidarität beruft, eigentlich nicht erwarten würde. Die Forderung, alle Bürger in ein einheitliches System zu integrieren, ist im Kern richtig – auch wenn die praktische Umsetzung erhebliche Hürden mit sich brächte.
Die Junge Union will noch weiter gehen
Parallel zur Debatte um das Renteneintrittsalter sorgt auch der Vorsitzende der Jungen Union, Johannes Winkel, für Aufsehen. Er fordert eine Senkung der jährlichen Rentenausgaben um mehr als 50 Milliarden Euro. Man fragt sich unwillkürlich, wo diese Einsparungen herkommen sollen, wenn nicht aus den Taschen der Rentner. Gleichzeitig plädiert Deutsche-Bank-Chef Christian Sewing dafür, insbesondere Büroangestellte im Alter länger arbeiten zu lassen. Es scheint, als hätten sich Politik und Wirtschaft auf ein gemeinsames Ziel verständigt: den deutschen Arbeitnehmer so lange wie möglich im Hamsterrad zu halten.
Ein System am Abgrund
Die Wahrheit ist unbequem, aber sie muss ausgesprochen werden: Das deutsche Rentensystem steht vor dem Kollaps. Die demographische Entwicklung – zu wenige Kinder, eine alternde Gesellschaft – macht eine Reform unausweichlich. Doch statt an den Stellschrauben zu drehen, die wirklich etwas bewegen würden, greift die Politik zum einfachsten aller Mittel: Sie verschiebt das Problem in die Zukunft und bürdet es den Arbeitnehmern auf.
Was Deutschland bräuchte, wäre eine ehrliche Debatte über die Grundlagen unseres Sozialsystems. Eine Debatte, die auch unbequeme Fragen stellt: Warum zahlen nicht alle in die gesetzliche Rente ein? Warum werden versicherungsfremde Leistungen aus der Rentenkasse finanziert? Und warum hat die Politik jahrzehntelang zugesehen, wie die demographische Zeitbombe tickt, ohne gegenzusteuern?
Stattdessen hat man lieber ein 500-Milliarden-Euro-Sondervermögen für Infrastruktur beschlossen, das kommende Generationen mit Zinsen und Tilgung belasten wird. Geld, das an anderer Stelle fehlt – etwa bei der Stabilisierung der Renten. Friedrich Merz hatte versprochen, keine neuen Schulden zu machen. Dieses Versprechen hat sich als ebenso haltbar erwiesen wie die Zusage, das Rentenniveau zu sichern.
In Zeiten wirtschaftlicher Unsicherheit und politischer Unberechenbarkeit zeigt sich einmal mehr, wie wichtig private Vorsorge ist. Wer sich allein auf staatliche Versprechen verlässt, könnte am Ende mit leeren Händen dastehen. Physische Edelmetalle wie Gold und Silber haben sich über Jahrhunderte als verlässlicher Wertspeicher bewährt und können als sinnvolle Ergänzung eines breit gestreuten Portfolios zur Vermögenssicherung beitragen – gerade dann, wenn das Vertrauen in staatliche Systeme schwindet.
Hinweis: Dieser Artikel stellt keine Anlageberatung dar. Jede Anlageentscheidung sollte auf Basis eigener Recherche und gegebenenfalls nach Rücksprache mit einem qualifizierten Finanzberater getroffen werden. Für Verluste, die aus der Umsetzung der hier dargestellten Informationen entstehen, übernehmen wir keinerlei Haftung.
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