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Renten-Zeitbombe tickt: Weltweit geraten die Pensionskassen ins Wanken!

Renten-Zeitbombe tickt: Weltweit geraten die Pensionskassen ins Wanken!
Symbolbild: KI-generiert

Die Menschen leben länger, gleichzeitig kommen immer weniger Kinder zur Welt. Das bringt Rentensysteme rund um den Globus in Bedrängnis. Der neue Marsh CFA Institute Global Pension Index 2026 hat 55 Altersvorsorgesysteme untersucht und kommt zu einem düsteren Ergebnis. Für Deutschland fällt das Zeugnis besonders schlecht aus.

Weniger Kinder, mehr Rentenjahre

Die Zahlen sind deutlich. In 43 der 55 untersuchten Länder liegt die Geburtenrate unter 2,1 Kindern pro Frau. So viele Kinder braucht es, damit eine Bevölkerung nicht schrumpft. In 23 Ländern liegt die Rate sogar unter 1,5.

Auf der anderen Seite steigt die Lebenserwartung. Wer in einer entwickelten Region 65 Jahre alt wird, lebt heute im Schnitt noch rund 20 Jahre. Das sind 50,9 Prozent mehr als im Jahr 1950. Die Studienautoren ziehen daraus eine klare Bilanz:

„Sehr wenige Systeme sind in ihrer derzeitigen Form sicher.“

Sebastien Betermier leitet das International Centre for Pension Management. Er sprach Medienberichten zufolge von einer „tickenden Zeitbombe“. Einige Pensionsfonds hätten Mitglieder, die seit fast 50 Jahren in Rente seien und inzwischen 107 oder 108 Jahre alt würden. Jedes zusätzliche Lebensjahr sei eine neue Verbindlichkeit. Bezahlen müsse sie am Ende die nächste Generation.

Deutschland: Platz 25 und die Note D bei der Zukunftsfähigkeit

Deutschland kommt im aktuellen Index auf 67,9 von 100 Punkten. Das reicht für Rang 25 von 55. Im Vorjahr stand die Bundesrepublik bei fast gleicher Punktzahl noch auf Platz 20. Am schwächsten schneidet das Land bei der Nachhaltigkeit ab. Hier gibt es nur 47,2 Punkte und laut Fachmedien die Note D. Die Niederlande führen die Rangliste mit 85,5 Punkten an.

Der Grund für das schwache Ergebnis ist das Umlageverfahren. Dabei zahlen die heutigen Beschäftigten direkt die Renten der heutigen Ruheständler. Laut der Studie ist dieses Modell besonders anfällig, wenn die Zahl der Erwerbstätigen schrumpft. Schon jetzt fließen jedes Jahr mehr als 100 Milliarden Euro aus dem Bundeshaushalt in die gesetzliche Rentenversicherung. Eine Reform, die das System dauerhaft stabil macht, hat die Bundesregierung unter Friedrich Merz bisher nicht vorgelegt.

Amerikas Rentenkasse ist ab 2032 leer

Auch in den USA wird es eng. Laut dem jüngsten Bericht seiner Treuhänder sind die Reserven des Old-Age and Survivors Insurance Trust Fund im vierten Quartal 2032 aufgebraucht. Aus diesem Fonds werden die Renten und Hinterbliebenenleistungen von zig Millionen Amerikanern bezahlt.

Kapitalgedeckte Systeme haben ebenfalls Probleme. Die Studie warnt, dass viele ausgereifte Fonds künftig mehr auszahlen als sie an Beiträgen einnehmen. In Australien war das nach Angaben der Finanzaufsicht APRA bereits bei etwa einem Drittel der Superannuation-Fonds der Fall, gemessen über drei Jahre.

Mehr Risiko für höhere Renditen

Viele Pensionsfonds suchen deshalb nach höheren Erträgen. Sie investieren stärker in Private Equity, Infrastruktur und private Kredite. Gerade private Kredite an Softwarefirmen stehen aber derzeit besonders in der Kritik. Betermier warnt: Höhere Renditen gebe es nur, wenn man auch höhere Risiken eingehe.

Jean-Pierre Aubry vom Center for Retirement Research am Boston College sieht das ähnlich. Seiner Einschätzung nach verlagere jeder ein wenig mehr Risiko, wo es gehe, weil die Kosten durch den demografischen Wandel stiegen. Die Pensionsfonds der US-Bundesstaaten und Kommunen hätten nur noch rund 20 Prozent ihres Vermögens in Anleihen angelegt. Damit trügen sie deutlich mehr Anlagerisiko als vergleichbare Fonds in Europa und Kanada.

Widerspruch aus Australien

Nicht alle Fondsmanager sehen das so. David Elias, Chef des australischen Pensionsfonds Hostplus, nennt die Demografie nur einen von vielen Faktoren für Anlageentscheidungen. Er setzt auf eine breite Streuung über Anlageklassen, Regionen und Branchen hinweg. Regierungen könnten den Druck außerdem durch Zuwanderung und technischen Fortschritt abfedern. Lösen müssten sie das Problem aber in jedem Fall.

Was das für Sparer bedeutet

Für viele Bürger stellt sich eine einfache Frage: Kann man sich auf das Rentenversprechen des Staates noch verlassen? Wer im Alter seinen Lebensstandard halten will, wird stärker selbst vorsorgen müssen. Physisches Gold und Silber gelten dabei seit Generationen als Mittel, um Vermögen zu sichern. Sie hängen nicht von einem Schuldner ab und auch nicht davon, wie sich die Bevölkerung entwickelt. Als Beimischung in einem breit gestreuten Vermögen können sie eine sinnvolle Ergänzung sein.

Hinweis: Dieser Beitrag dient ausschließlich der Information. Er ist keine Anlageberatung und keine Aufforderung, Finanzprodukte zu kaufen oder zu verkaufen. Jeder Anleger sollte sich selbst gründlich informieren und trägt für seine Anlageentscheidungen die alleinige Verantwortung.

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