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Kettner Edelmetalle
21.08.2026
08:53 Uhr
KI-generiert

Roboter statt Wischermotoren: Bosch baut Menschmaschinen im Schwarzwald

Roboter statt Wischermotoren: Bosch baut Menschmaschinen im Schwarzwald
Symbolbild: KI-generiert

Bosch steigt in ein völlig neues Geschäft ein: Ab August 2027 sollen im Werk Bühl im Nordschwarzwald humanoide Roboter in Serie vom Band laufen. Partner ist das Londoner Start-up Humanoid, das die Maschinen entwickelt – Bosch übernimmt die Fertigung. Das berichtet die "Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung" unter Berufung auf Humanoid.

Es wäre das erste Mal, dass der schwäbische Technologiekonzern KI-gesteuerte Maschinen fertigt, die mit Kopf, Armen, Händen und Beinen dem menschlichen Körper nachempfunden sind. Zunächst ist laut Humanoid eine Stückzahl im niedrigen dreistelligen Bereich geplant.

Wer die ersten Roboter bekommt

Erster Großabnehmer soll dem Bericht zufolge der fränkische Autozulieferer Schaeffler werden, der die Maschinen in der eigenen Produktion einsetzen will. Beide deutschen Konzerne sind zugleich Kooperationspartner und Investoren bei dem Briten-Start-up.

Bosch prüft nach eigenen Angaben außerdem, ob man auch Bauteile zuliefert – Antriebe, Motoren, Sensoren. Also genau jene Kompetenzen, mit denen der Konzern seit Jahrzehnten Geld verdient.

Humanoid selbst ist erst 2024 gegründet worden und hat sich in rasantem Tempo hochgearbeitet. Nach Unternehmensangaben sammelte die Firma im Juli 2026 in einer Finanzierungsrunde 152 Millionen Dollar ein und wurde dabei mit 1,35 Milliarden Dollar bewertet – Europas erstes reines Humanoiden-Einhorn. Zu den Geldgebern zählen demnach neben Bosch und Schaeffler auch Investoren aus den USA und Taiwan.

Aufbruchsignal in einem Werk unter Druck

Ausgerechnet Bühl. Der Standort im Nordschwarzwald steht Medienberichten zufolge seit Monaten unter massivem Sparzwang; im Zuge des konzernweiten Abbauprogramms von rund 13.000 Stellen sollten allein dort über tausend Arbeitsplätze wegfallen, nach zähen Verhandlungen mit der IG Metall wurde die Zahl später abgemildert.

Für die Beschäftigten dürfte das Roboterprojekt deshalb mehr sein als eine technische Fußnote. Es ist die Frage, ob Deutschland in der nächsten Industriewelle noch mitspielt – oder nur zusieht.

"Wir sehen erhebliche Wachstumschancen im Bereich der humanoiden Robotik", erklärte Bosch-Technikchef Mathias Pillin anlässlich der Finanzierungsrunde. Bosch agiere als Auftragsfertiger und bringe zusätzlich Expertise in Hardware-Design, Produktion und Lieferkette ein.

China und die USA sind längst vorn

Der Markt steht ganz am Anfang. Fachleute erwarten die Maschinen zunächst in Fabriken und Logistikzentren, später womöglich in der Pflege und im Haushalt. Führend sind bislang allerdings Unternehmen aus China und den USA – Europa hinkt hinterher.

Dass ein britisches Start-up die Software liefert und ein deutscher Konzern die Schrauben dreht, ist bemerkenswert. Aus Sicht unserer Redaktion zeigt es beides: Die industrielle Substanz ist noch da. Aber die Musik der Zukunftstechnologien spielt zunehmend anderswo – während hierzulande über Energiepreise, Bürokratie und Berichtspflichten debattiert wird.

Was Anleger daraus lesen können

Robotik gilt als Wachstumsstory, doch Bewertungen von über einer Milliarde Dollar für ein zwei Jahre altes Unternehmen sind auch ein Fiebermesser für die Risikofreude der Märkte. Solche Euphoriephasen können enden – abrupt.

Wer sein Vermögen breit aufstellen möchte, tut deshalb gut daran, neben Technologiewetten auch krisenfeste Bausteine zu berücksichtigen. Physisches Gold und Silber sind an keine Bilanz, keine Software und keinen Auftragsbestand gebunden.

Hinweis: Dieser Beitrag stellt keine Anlageberatung dar. Er gibt die Einschätzung unserer Redaktion auf Basis der uns vorliegenden Informationen wieder. Jeder Anleger ist für seine Entscheidungen selbst verantwortlich und sollte eigenständig recherchieren.

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