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Kettner Edelmetalle
28.07.2026
05:31 Uhr

Rotes Meer außer Kontrolle: Houthi-Terror zwingt saudische Öltanker auf Monatsumwege – und Europa schaut wieder tatenlos zu

Rotes Meer außer Kontrolle: Houthi-Terror zwingt saudische Öltanker auf Monatsumwege – und Europa schaut wieder tatenlos zu

Es ist ein Vorgang, der in jedem funktionierenden politischen Betrieb Alarmstufe Rot auslösen müsste: Ein bis an die Zähne beladener Supertanker mit saudischem Rohöl dreht im Roten Meer ab, verweigert die kurze Passage durch die Meerenge Bab el-Mandeb und nimmt stattdessen den Weg durch den Suezkanal, das Mittelmeer und um das gesamte afrikanische Kap – rund einen Monat zusätzliche Fahrtzeit. Der Grund? Iran-nahe Houthi-Milizen haben saudische Tanker nicht nur bedroht, sondern in den vergangenen Tagen tatsächlich getroffen.

Ein Schiff als Symptom eines kollabierenden Weltordnungssystems

Die "Olympic Luck", ein Schiff unter griechischer Flagge und in griechischem Besitz, hatte im Hafen Yanbu am Roten Meer teilbeladen und passierte laut Schiffsverkehrsdaten in der Nacht zum Montag den Suezkanal Richtung Mittelmeer. Ziel: irgendwo in Asien. Die Kehrtwende weg vom Bab el-Mandeb sei, so heißt es, ein deutliches Signal, dass Reeder das Risiko schlicht nicht mehr tragen wollten.

Sie ist kein Einzelfall. Bereits in der Vorwoche habe ein dänisch geflaggter Produktentanker, die "Torm Innovation", ebenfalls nach Beladung in Yanbu, abgedreht und Kurs nach Norden genommen. Anfang der Woche befand sich das Schiff im östlichen Mittelmeer. Der Verkehr durch die Meerenge fließt zwar weiter, doch auf dem niedrigsten Niveau seit Monaten.

Saudisches Rohöl fließe weiterhin – es habe sich lediglich aufgespalten. Der Hafen Yanbu sei vollständig auf Tankeroperationen mit abgeschaltetem AIS-Transponder übergegangen, um sich gegen eine Houthi-Abschussliste abzuschirmen, so eine maritime Aufklärungsfirma.

Wenn Schiffe ihre Transponder abschalten, ist der Rechtsstaat auf See tot

Man lasse sich diesen Satz auf der Zunge zergehen: Ein Hafen des größten Ölexporteurs der Welt operiert im Blindflug, weil Milizen Todeslisten führen. Das ist nicht mehr Piraterie, das ist maritimer Terror mit staatlicher Rückendeckung aus Teheran. Riad habe inzwischen eine funktionierende Ausweichroute über die ägyptische SUMED-Pipeline und um das Kap der Guten Hoffnung etabliert – teurer, langsamer, aber immerhin ein Beleg dafür, dass Märkte anpassungsfähig seien.

Besonders pikant: Chinesisch verbundene Ladung passiere den Bab el-Mandeb weiterhin ungehindert, dank einer etablierten Ausnahmeregelung der Houthis. Wer Freunde in Peking hat, fährt sicher. Wer dem Westen zugerechnet wird, zahlt Aufschlag oder dreht ab. Eine deutlichere Machtdemonstration im geopolitischen Ringen um die Handelswege lässt sich kaum inszenieren.

Und Europa? Verwaltet seine eigene Ohnmacht

Während die Bundesregierung unter Friedrich Merz und Lars Klingbeil Hunderte Milliarden in Sondervermögen und Klimaneutralität im Grundgesetz gießt, verlieren europäische Reeder den Zugang zu einer der wichtigsten Handelsadern der Welt. Jeder zusätzliche Seetag bedeutet Kosten – für Fracht, Versicherung, Energie. Und diese Kosten landen am Ende dort, wo sie in Deutschland immer landen: beim Bürger, an der Zapfsäule, in der Heizkostenabrechnung, im Supermarktregal.

Deutschland hat sich energiepolitisch in eine Abhängigkeit manövriert, in der jede Meerenge am anderen Ende der Welt zur Achillesferse wird. Wer Kernkraftwerke abschaltet, Gasförderung verteufelt und gleichzeitig auf globale Lieferketten setzt, darf sich über Verwundbarkeit nicht wundern.

Was das für Sparer bedeutet

Störungen an Chokepoints wie Bab el-Mandeb oder Hormus haben historisch stets eines gemeinsam: Sie treiben Energiepreise, befeuern Inflation und erschüttern Vertrauen in Papierwerte. Wer sich an die Ölkrisen der Siebzigerjahre erinnert, weiß, welche Anlageklasse damals ihre Rolle als Versicherung gegen geopolitisches Chaos erfüllte. Physisches Gold und Silber kennen keine Frachtraten, keine Transponder und keine Abschusslisten – sie liegen im Tresor, wenn Lieferketten reißen.

Haftungsausschluss: Dieser Beitrag stellt keine Anlage-, Steuer- oder Rechtsberatung dar. Er gibt ausschließlich die Einschätzung unserer Redaktion auf Basis der uns vorliegenden Informationen wieder. Jeder Leser ist verpflichtet, eigenständig zu recherchieren und trägt die Verantwortung für seine Anlageentscheidungen selbst. Bei Bedarf sollte fachkundiger Rat eingeholt werden.

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