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07.01.2026
13:29 Uhr

Russlands neue Drohnenwaffe: Wenn der Jäger zum Gejagten wird

Russlands neue Drohnenwaffe: Wenn der Jäger zum Gejagten wird

Die Kriegsführung des 21. Jahrhunderts erlebt eine Revolution, die selbst erfahrene Militärstrategen in Erstaunen versetzt. Was einst als billiges Spielzeug für Hobbyfilmer galt, hat sich zur tödlichsten Waffe auf dem modernen Schlachtfeld entwickelt. Nun geht Russland einen Schritt weiter und rüstet seine iranischen Shahed-Drohnen mit Flugabwehrraketen aus – ein Schachzug, der die Spielregeln des Luftkampfes grundlegend verändern könnte.

Die Geburt einer neuen Waffengattung

Am 4. Januar 2026 gelang ukrainischen Streitkräften ein bemerkenswerter Fang. Kämpfer des Darknode-Bataillons der 412. Nemesis-Brigade fingen erstmals eine russische Shahed-Drohne ab, die mit einer Igla-S-Flugabwehrrakete bestückt war. Diese schultergestützte Boden-Luft-Rakete, normalerweise von Infanteristen gegen tieffliegende Flugzeuge eingesetzt, wurde kurzerhand auf den Rücken einer Kamikaze-Drohne geschnallt.

Was zunächst wie eine improvisierte Bastelarbeit anmuten mag, entpuppt sich bei näherer Betrachtung als durchdachte taktische Innovation. Die modifizierte Drohne verfügt über eine Kamera und ein Funkmodem, wodurch ein Operator auf russischem Territorium die Rakete ferngesteuert abfeuern kann. Der Jäger wird zum Gejagten – ukrainische Hubschrauber, die bislang erfolgreich Drohnen mit Bordkanonen vom Himmel holten, müssen nun selbst um ihr Leben fürchten.

Das Katz-und-Maus-Spiel eskaliert

Der ukrainische Militärexperte Serhii Beskrestnov, bekannt unter dem Rufnamen "Flash", analysierte die neue Bedrohung eingehend. Der Raketenabschuss erfolge nicht automatisch, sondern werde manuell durch den Drohnenoperator ausgelöst, der das Ziel über die Bordkamera erfasst. Besonders perfide erscheint dabei die Taktik, Drohnen in kreisenden Mustern fliegen zu lassen – eine Falle, die ukrainische Piloten in die Reichweite der Raketen locken soll.

Die ukrainischen Luftstreitkräfte wurden umgehend gewarnt, sich Shahed-Drohnen nicht mehr frontal zu nähern und bei kreisenden Flugmustern äußerste Vorsicht walten zu lassen.

Diese Entwicklung zwingt die Ukraine, zusätzliche Luftverteidigungsressourcen für die Drohnenabwehr abzustellen. Russland könnte mit MANPADS-bewaffneten Drohnen eine dezentrale Luftverteidigungsschicht für seine vorrückenden Truppen aufbauen – kostengünstig, flexibel und schwer zu bekämpfen.

Die globale Dimension einer lokalen Innovation

Was im ukrainischen Kriegsgebiet erprobt wird, dürfte schon bald weltweit Nachahmer finden. Die rasante Evolution kostengünstiger Drohnen stellt Sicherheitsbehörden vor völlig neue Herausforderungen. Mexikanische Drogenkartelle setzen bereits kleinere Drohnen für Überwachung und Angriffe ein. Es erscheint nur als Frage der Zeit, bis solche bewaffneten Systeme auch in anderen Konfliktregionen auftauchen.

Der fast vierjährige Krieg in der Ukraine hat sich längst zum Experimentierfeld für die Kriegsführung der Zukunft entwickelt. Kommerzielle Drohnen, die für wenige hundert Euro erhältlich sind, treffen Städte, Stromnetze, Häfen, Raffinerien und Militärbasen – mit maximaler Wirkung bei minimalem Kostenaufwand. Die westlichen Verteidigungsministerien täten gut daran, diese Entwicklungen genau zu beobachten, anstatt sich in ideologischen Debatten zu verlieren.

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