
Rüstungsboom in vier Bundesländern: Wenn Deutschlands Waffenschmieden auf Rekordkurs gehen

Es gibt Zahlen, die mehr über den Zustand einer Nation verraten als jede Sonntagsrede. Während die deutsche Industrie unter explodierenden Energiepreisen ächzt, ganze Branchen ins Ausland abwandern und der einst gefeierte Mittelstand reihenweise das Handtuch wirft, gibt es offenbar eine Branche, die hierzulande noch floriert: die Rüstungsindustrie. Und sie konzentriert sich auf wenige Standorte.
Vier Bundesländer dominieren das Geschäft mit dem Krieg
Nach einer Antwort der Bundesregierung auf eine Anfrage der Linksfraktion im Bundestag, über die das „Redaktionsnetzwerk Deutschland“ berichtet habe, entfielen mehr als 90 Prozent aller genehmigten Rüstungsexporte der vergangenen Jahre auf gerade einmal vier Bundesländer: Baden-Württemberg, Bayern, Niedersachsen und Schleswig-Holstein.
Die Dimensionen sind beachtlich. Für Baden-Württemberg seien von 2023 bis Ende April 2026 Einzelausfuhrgenehmigungen für Kriegswaffen und sonstige Rüstungsgüter im Wert von satten 12,4 Milliarden Euro erteilt worden. Bayern folge mit 12,3 Milliarden, Niedersachsen schlage mit 9,3 Milliarden zu Buche, Schleswig-Holstein mit 3,3 Milliarden Euro. Zusammen ergibt das jene rund 91 Prozent, die das Land in der Statistik so klar in zwei Hälften teilen.
Wo die Panzer rollen, sind auch die Fabriken
Die geografische Konzentration ist freilich kein Zufall, sondern erklärt sich schlicht aus den Produktionsstandorten der großen deutschen Rüstungskonzerne. Dort, wo seit Jahrzehnten Werkshallen stehen, werden die Aufträge abgewickelt. Bemerkenswert ist die Geschwindigkeit der Entwicklung: Allein bis Ende April dieses Jahres seien für Baden-Württemberg bereits Ausfuhren im Wert von 4 Milliarden Euro genehmigt worden – mehr, als im gesamten Vorjahr zusammengekommen sei.
Steuert Deutschland auf einen neuen Rekord zu?
Die außenpolitische Sprecherin der Linksfraktion, Cansu Özdemir, erwartet, dass 2026 erneut ein Rekordjahr werden könnte. In den ersten vier Monaten seien bereits Einzelausfuhrgenehmigungen im Wert von 7,3 Milliarden Euro erteilt worden, davon allein 5,3 Milliarden für Kriegswaffen.
Würde sich dieses Niveau fortsetzen, ergäbe sich hochgerechnet auf das gesamte Jahr eine Summe von fast 22 Milliarden Euro – deutlich mehr als der bisherige Vorjahresrekord von rund 13 Milliarden Euro.
Man muss sich diese Zahlen auf der Zunge zergehen lassen. Während für marode Schulen, kaputte Brücken und ein zusammenbrechendes Gesundheitssystem angeblich nie genug Geld da ist, sprudeln die Genehmigungen für Waffenexporte wie selten zuvor. Es ist die alte Geschichte: Der Staat findet immer Mittel und Wege, wenn der politische Wille vorhanden ist – nur eben nicht für das, was den eigenen Bürgern unmittelbar zugutekäme.
Eine Frage des Maßes
Niemand wird ernsthaft bestreiten, dass eine souveräne Nation eine handlungsfähige Verteidigungsindustrie braucht – gerade in einer Welt, die geopolitisch zunehmend aus den Fugen gerät. Doch die entscheidende Frage bleibt, wohin diese Güter geliefert werden und welche langfristigen Interessen Deutschlands damit verbunden sind. Eine Politik, die im selben Atemzug das eigene Land mit einem 500-Milliarden-Sondervermögen weiter verschuldet und Generationen in die Zinsknechtschaft treibt, sollte wenigstens transparent darlegen, welche Prioritäten sie tatsächlich setzt.
Was bleibt dem Bürger?
Am Ende steht der einzelne Deutsche vor einem vertrauten Bild: Milliardenströme, die an ihm vorbeifließen, eine Inflation, die seine Ersparnisse aufzehrt, und eine Politik, die ihm erklärt, alles sei alternativlos. Wer in solchen Zeiten sein Vermögen schützen will, sucht nach Werten, die sich nicht per Federstrich entwerten lassen. Physische Edelmetalle wie Gold und Silber haben über Jahrhunderte bewiesen, dass sie Krisen, Kriege und Währungsreformen überdauern – als krisenfeste Ergänzung in einem breit gestreuten Vermögensportfolio.
Hinweis: Dieser Beitrag gibt ausschließlich die Meinung unserer Redaktion sowie die uns vorliegenden Informationen wieder und stellt keine Anlageberatung dar. Jeder Anleger ist verpflichtet, sich eigenständig zu informieren und trägt die Verantwortung für seine Anlageentscheidungen selbst.

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