
Ryanair-Chef O'Leary demontiert Musk: „Investieren Sie lieber in uns als in diese Jauchegrube"
Was für ein Schauspiel! Der irische Billigflieger-Boss Michael O'Leary hat am Mittwoch in Dublin eine Pressekonferenz gegeben, die man getrost als öffentliche Demontage des Tech-Milliardärs Elon Musk bezeichnen darf. Mit der ihm eigenen Direktheit konterte O'Leary die Übernahme-Fantasien des Tesla-Gründers und bezeichnete dessen Drohgebärden schlicht als „Twitter-Wutanfall".
Ein Investment-Vergleich, der sitzt
Der Ryanair-Chef ließ keinen Zweifel daran, was er von Musks geschäftlichem Gespür hält. Ein Investment in seine Airline würde deutlich bessere Renditen abwerfen als das, was Musk mit seiner Plattform X – dem ehemaligen Twitter – erwirtschafte. Eine Aussage, die angesichts der bekannten finanziellen Schwierigkeiten der Plattform durchaus ihre Berechtigung haben dürfte. Schließlich hat Musk das soziale Netzwerk für stolze 44 Milliarden Dollar erworben und seitdem einen erheblichen Wertverlust hinnehmen müssen.
Doch O'Leary ging noch weiter und machte unmissverständlich klar, dass eine tatsächliche Übernahme durch den US-Milliardär ohnehin ausgeschlossen sei. EU-Vorschriften verlangen nämlich, dass Fluggesellschaften mit Sitz in der Union mehrheitlich im Besitz von Personen aus der EU, der Schweiz, Norwegen, Island oder Liechtenstein sein müssen. Ein Detail, das Musk bei seinen großspurigen Ankündigungen offenbar übersehen hatte.
Der Streit als Marketing-Coup
Das Pikante an der ganzen Angelegenheit: Der öffentliche Schlagabtausch schadet Ryanair keineswegs – im Gegenteil. Die Buchungen seien in den vergangenen fünf Tagen um zwei bis drei Prozent gestiegen, verkündete O'Leary mit sichtlicher Genugtuung. Für eine Airline dieser Größenordnung ein erheblicher Zuwachs, der zeigt, dass negative Publicity manchmal die beste Werbung sein kann.
Die Airline nutzte den Streit sogar für eine freche Marketing-Kampagne: „Danken Sie nicht uns, sondern diesem großen ‚Idioten' Elon Musk", warb Ryanair auf Facebook für einen Sitzplatzverkauf. Man muss O'Leary zugestehen: Der Mann versteht sein Handwerk.
Starlink zu teuer für den Billigflieger
Auslöser der Fehde war O'Learys Absage an Musks Satelliten-Internetdienst Starlink. Der Ryanair-Chef hatte erklärt, die Installation der Antennen würde durch zusätzlichen Luftwiderstand die Treibstoffkosten erhöhen und die Airline bis zu 250 Millionen Dollar jährlich kosten. Zwölf Monate lang habe man verhandelt, doch die Kosten seien schlicht zu hoch gewesen.
Besonders interessant: Beide Seiten hätten völlig unterschiedliche Erwartungen an die Zahlungsbereitschaft der Passagiere gehabt. Während Starlink davon ausgehe, dass 90 Prozent der Fluggäste für Internet an Bord zahlen würden, rechne Ryanair mit weniger als zehn Prozent. Wer die typische Ryanair-Klientel kennt, dürfte O'Learys Einschätzung für deutlich realistischer halten.
Beleidigungen auf beiden Seiten
Musk hatte O'Leary daraufhin auf X als „unerträglichen Buchhalter" und „Vollidiot" bezeichnet und seine Entlassung gefordert. O'Leary revanchierte sich im irischen Radio Newstalk und nannte Musk einen „Idioten – sehr reich, aber trotzdem ein Idiot". Die Plattform X bezeichnete er als „Jauchegrube" – eine Charakterisierung, der angesichts der zunehmenden Radikalisierung und des sinkenden Niveaus auf der Plattform viele zustimmen dürften.
Musk fragte seine Follower am Montag in einer Abstimmung, ob er Ryanair kaufen und „jemanden, der tatsächlich Ryan heißt", mit der Leitung beauftragen solle. Etwa drei Viertel stimmten zu – wobei der Ryanair-Gründer Tony Ryan bereits 2007 verstorben ist. Ein makabrer Scherz, der einmal mehr zeigt, wie wenig ernst man Musks Drohungen nehmen sollte.
Investoren bleiben gelassen
Die Ryanair-Aktie blieb während des gesamten Streits weitgehend stabil – ein deutliches Zeichen dafür, dass auch die Investoren Musks Übernahme-Drohung nicht ernst nehmen. Während andere Airlines wie die Lufthansa planen, Starlink einzuführen, bleibt O'Leary bei seiner Linie: Kosten sparen, wo es nur geht. Eine Strategie, die Ryanair zur größten Fluggesellschaft Europas gemacht hat.
Man mag von O'Learys ruppiger Art halten, was man will – aber eines muss man dem Iren lassen: Er lässt sich von niemandem einschüchtern, auch nicht vom reichsten Mann der Welt.
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