
Schätze unter unseren Füßen: Warum Deutschland sich seine Energie-Unabhängigkeit selbst verbietet

Es klingt wie ein Treppenwitz der deutschen Energiepolitik: Während die Republik händeringend nach bezahlbarem Gas sucht, während wir teures Flüssiggas aus aller Herren Länder herankarren lassen und uns dabei in eine immer tiefere Abhängigkeit manövrieren, schlummert direkt unter unseren Füßen ein gewaltiger Schatz. Ein Schatz, den wir aus ideologischen Gründen nicht heben dürfen.
Ein neues Gutachten, über das das Handelsblatt berichtet, dürfte in der Berliner Politik für ungemütliche Fragen sorgen. Verfasst hat es Hans-Joachim Kümpel, der langjährige Präsident der Bundesanstalt für Geowissenschaften und Rohstoffe – also kein dahergelaufener Aktivist, sondern ein renommierter Geophysiker, der von 2007 bis 2016 an der Spitze einer der wichtigsten deutschen Behörden für Rohstofffragen stand.
20 Milliarden Kubikmeter – Jahr für Jahr
Die Zahlen, die Kümpel präsentiert, sind beachtlich. Über mehrere Jahrzehnte hinweg könnte Deutschland demnach jährlich rund 20 Milliarden Kubikmeter Erdgas per Fracking aus heimischem Boden fördern. Und das, wohlgemerkt, unter konservativen Annahmen. Dieser Wert entspricht etwa einem Viertel des gesamten deutschen Gasbedarfs.
Die förderbaren Reserven beziffert der Wissenschaftler auf astronomische 1.000 Milliarden Kubikmeter. Seine Grundlage sind keine Spekulationen, sondern handfeste Bohrdaten der Geologischen Dienste der Bundesländer und der BGR. Mit anderen Worten: Hier reden wir über Substanz, nicht über Luftschlösser.
Die Importabhängigkeit Deutschlands könnte auf 100 Prozent steigen – während wir auf einem Energie-Schatz sitzen, den wir uns selbst verboten haben.
Das selbstverschuldete Verbot von 2017
Doch genau hier beginnt das deutsche Drama. Seit 2017 ist Fracking in sogenannten nicht konventionellen Lagerstätten in Deutschland schlicht verboten. Begründet wurde dies mit angeblichen Gefahren für das Grundwasser – Gefahren, über die Experten bis heute trefflich streiten. Was bei diesem Verbot freilich mitschwang, war weniger die Wissenschaft als vielmehr der grüne Zeitgeist, der jede Form fossiler Förderung reflexartig zum Teufelszeug erklärt.
Bei der Technik selbst werden Wasser, Sand und chemische Zusätze unter hohem Druck in tiefes Gestein gepresst, um feine Risse zu erzeugen und das eingeschlossene Erdgas zu lösen. Kümpel weist darauf hin, dass dieses Verfahren weltweit millionenfach erprobt sei. Bei Einhaltung moderner Standards sei das Risiko für das Grundwasser extrem gering. Das Verbot sei, so der Fachmann, nach dem aktuellen wissenschaftlichen Stand kaum noch zu rechtfertigen.
Von der russischen Abhängigkeit in die nächste Sackgasse
Erinnern wir uns: Kurz vor dem russischen Überfall auf die Ukraine 2022 bezog Deutschland satte 50 Prozent seiner Erdgasimporte aus Russland. Eine Abhängigkeit, die uns auf die Füße fiel. Heute deckt die heimische Förderung gerade einmal kümmerliche fünf Prozent des Bedarfs – und das ausschließlich aus konventionellen, zunehmend erschöpften Lagerstätten.
Die Lehre aus dem russischen Desaster hätte doch klar sein müssen: Wer energiepolitisch souverän sein will, muss auf eigene Ressourcen setzen. Stattdessen tauschten wir eine Abhängigkeit gegen die nächste ein – und ignorieren beharrlich, was uns die Natur direkt vor die Haustür legt.
Wirtschaftsstandort in Gefahr
Während also amerikanische Konzerne längst auf eigenes Schiefergas setzen und sich damit günstige Energie sichern, verharrt Deutschland in einer Mischung aus Dogmatismus und Realitätsverweigerung. Die hohen Energiekosten treiben unsere Industrie reihenweise ins Ausland. Arbeitsplätze gehen verloren, der Wohlstand bröckelt – und die Politik debattiert lieber über teure Grüngas-Quoten, die den Bürger zusätzlich belasten.
Es bleibt die bittere Erkenntnis: In Deutschland verbieten wir uns lieber selbst, was andere Länder als Glücksfall begreifen würden. Es braucht endlich wieder eine Politik, die nüchtern abwägt statt ideologisch blockiert – eine Politik, die den Wohlstand und die Souveränität dieses Landes über grüne Glaubenssätze stellt.
Solide bleibt, was knapp und unzerstörbar ist
Welche Lehre der besonnene Bürger aus diesem energiepolitischen Schlamassel ziehen sollte? Dass auf staatliche Weitsicht in Versorgungsfragen kaum Verlass ist. Wer sein Vermögen krisenfest aufstellen will, tut gut daran, einen Teil davon in Werte zu legen, die kein Politiker per Federstrich verbieten oder entwerten kann. Physische Edelmetalle wie Gold und Silber haben über Jahrtausende bewiesen, dass sie Stürme überdauern – unabhängig davon, welche Ideologie gerade in den Regierungssesseln Platz genommen hat. Als Beimischung in einem breit gestreuten Portfolio bieten sie genau jene Stabilität, die der Energiepolitik dieses Landes seit Jahren schmerzlich fehlt.
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