
Schloss Bellevue: Steinmeiers Luxus-Umzug verzögert sich – und der Steuerzahler darf wieder warten
Es ist eine jener Geschichten, die den deutschen Bürger wahlweise zum Lachen oder zum Weinen bringen dürften: Der geplante Umzug von Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier aus dem Schloss Bellevue in eine Zwischenunterkunft verzögert sich um mindestens drei Monate. Der Grund? Der Winter war zu kalt. Man reibt sich die Augen.
Wenn der Frost die Republik ausbremst
Ursprünglich sollte das Staatsoberhaupt mitsamt dem gesamten Bundespräsidialamt bereits im Frühjahr – konkret um Ostern herum – in die Interimsräumlichkeiten im Berliner Stadtteil Moabit einziehen. Doch daraus wird nun nichts. Eine Sprecherin des Präsidialamts teilte mit, man rechne nach aktuellem Stand mit einer Übergabe des Gebäudes im Frühjahr und einem Umzug vor der Sommerpause. Statt April werde nun Juli angepeilt. Der ungewöhnlich harte Berliner Winter habe die Bauarbeiten an dem neuen Quartier erheblich aufgehalten. Die Witterungsbedingungen der vergangenen Wochen hätten Auswirkungen auf den Baubetrieb gehabt und zu Verzögerungen bei der Fertigstellung geführt.
Man muss sich das auf der Zunge zergehen lassen: In einem Land, das einst Autobahnen in Rekordzeit baute und dessen Ingenieure weltweit bewundert wurden, scheitert ein simpler Umzug an ein paar Wochen Frost. Dass es in Deutschland im Winter kalt werden kann, dürfte selbst den ambitioniertesten Klimaaktivisten nicht überraschen. Dennoch scheint diese meteorologische Binsenweisheit die Planer des Präsidialamts völlig unvorbereitet getroffen zu haben.
Fünf Jahre Sanierung – eine Kostenfrage, die niemand stellt
Der Hintergrund des ganzen Unterfangens sind grundlegende Sanierungsarbeiten am Schloss Bellevue, dem Gebäude des Präsidialamts sowie den zugehörigen Außenanlagen. Für diese Mammutaufgabe sind nach bisherigem Stand rund fünf Jahre veranschlagt. Fünf Jahre, in denen der Bundespräsident und sein Apparat in einer Zwischenunterkunft residieren werden – selbstverständlich auf Kosten des Steuerzahlers.
Wer sich an das Desaster des Berliner Flughafens BER erinnert, der weiß: Wenn in der Bundeshauptstadt gebaut wird, sind Zeitpläne bestenfalls als grobe Orientierung zu verstehen. Die Parallelen sind frappierend. Erst wird ein ambitionierter Zeitplan verkündet, dann kommen die Verzögerungen, und am Ende zahlt der Bürger die Zeche für das organisatorische Versagen. Ob die fünf Jahre Sanierungsdauer am Ende tatsächlich eingehalten werden, darf mit Fug und Recht bezweifelt werden.
Ein Sinnbild für den Zustand der Republik
Diese Episode ist mehr als eine bloße Randnotiz aus dem politischen Berlin. Sie ist symptomatisch für ein Land, das zunehmend an seinen eigenen Ansprüchen scheitert. Während Millionen Deutsche unter steigenden Lebenshaltungskosten ächzen, während das 500-Milliarden-Sondervermögen der neuen Großen Koalition die Schuldenlast künftiger Generationen in schwindelerregende Höhen treibt, wird für die Sanierung des Amtssitzes eines Bundespräsidenten kein Aufwand gescheut.
Frank-Walter Steinmeier, der als Außenminister unter Angela Merkel maßgeblich an der politischen Weichenstellung der vergangenen Jahrzehnte beteiligt war, residiert derweil weiterhin im Schloss Bellevue – bis der Frost nachlässt und die Handwerker ihre Arbeit an der Zwischenunterkunft vollenden können. Der deutsche Michel darf derweil weiter geduldig seine Steuern entrichten und darauf hoffen, dass wenigstens die eigene Wohnung rechtzeitig vor dem nächsten Winter warm wird.
Es bleibt die bittere Erkenntnis: In einem Land, das sich anschickt, Klimaneutralität bis 2045 im Grundgesetz zu verankern, ist man offenbar nicht einmal in der Lage, einen Umzug winterfest zu planen. Willkommen in der Realität der Bundesrepublik Deutschland im Jahr 2026.

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