
Schulden-Alarm in Washington: Japan und China stoßen US-Anleihen ab!

Die zwei wichtigsten Geldgeber Amerikas ziehen sich weiter zurück. Neue Zahlen des US-Finanzministeriums zeigen: Japan und China haben ihre Bestände an US-Staatsanleihen auch im August 2026 deutlich reduziert. Dass die ausländischen Gesamtbestände trotzdem gestiegen sind, beruhigt nur auf den ersten Blick.
Tokio verkauft, und zwar Monat für Monat
Japan bleibt mit großem Abstand der größte ausländische Gläubiger der Vereinigten Staaten. Die Richtung stimmt aus Washingtoner Sicht aber nicht. Im August fielen die japanischen Bestände von 1.103,9 auf 1.068,3 Milliarden Dollar, ein Minus von 35,6 Milliarden.
Ein Ausrutscher ist das nicht. Noch im Februar hielt Tokio laut den offiziellen Daten 1.239,3 Milliarden Dollar. Seitdem sind gut 170 Milliarden abgeflossen. Vom Rekord aus dem November 2021, damals rund 1,33 Billionen Dollar, ist Japan inzwischen weit entfernt.
Peking unterbietet sogar die Finanzkrise
China macht es noch deutlicher. Die Bestände der Volksrepublik sanken im August um 27,3 auf 590,7 Milliarden Dollar. Damit liegen sie unter dem Stand vom September 2008, als die Lehman-Pleite die Märkte erschütterte und Peking 618,2 Milliarden Dollar hielt. Der Rückzug aus dem Dollar hat sich zur Strategie verfestigt.
Analysten weisen allerdings darauf hin, dass ein Teil chinesischer Gelder über Finanzplätze wie London, Belgien oder Luxemburg verwaltet werden könnte. Das offizielle Bild wäre dann unvollständig. Am Grundtrend dürfte das wenig ändern.
Wer kauft eigentlich noch?
Großbritannien hat seine Bestände um 11,2 auf 1.009,5 Milliarden Dollar ausgebaut und damit die Billionengrenze überschritten. London gilt allerdings vor allem als Verwahrort für internationale Investoren, unter anderem Hedgefonds. Hinter diesen Zahlen stehen also oft private Spekulanten und keine Staaten mit langfristigem Vertrauen in Amerika.
Auch an anderen Stellen ging es nach oben:
- Kanada: plus 38,3 Milliarden Dollar
- Belgien: plus 19,8 Milliarden Dollar
- Indien: plus 17,1 Milliarden Dollar
- Frankreich: plus 15,0 Milliarden Dollar
- Norwegen und Luxemburg: plus 7,1 bzw. 6,1 Milliarden Dollar
Insgesamt hielten Ausländer im August US-Staatsanleihen im Wert von 9.331,7 Milliarden Dollar, 83,3 Milliarden mehr als im Juli. Der genaue Blick in die Statistik zeigt jedoch: Die Bestände ausländischer staatlicher Stellen, also vor allem der Notenbanken, sind erneut gesunken, auf 3.755,6 Milliarden Dollar. Die Zentralbanken der Welt verkaufen, private Käufer füllen die Lücke.
40 Billionen Dollar, und die Zinsen steigen
Das kommt zum denkbar schlechtesten Zeitpunkt. Nach Angaben des Finanzministeriums hat die US-Staatsverschuldung im August erstmals die Marke von 40 Billionen Dollar überschritten. Das entspricht rund 124 Prozent der Wirtschaftsleistung. Für Zinsen musste Washington im Fiskaljahr 2026 demnach 1.270 Milliarden Dollar aufbringen.
Hinzu kommt: Die Fed hat im September wegen der Inflation die Zinsen erstmals seit über drei Jahren angehoben. Medienberichten zufolge erreichten fünfjährige US-Anleihen zeitweise eine Rendite von rund 5 Prozent, so viel wie seit 2002 nicht mehr. Wenn die großen staatlichen Käufer ausfallen, muss Amerika anderen Investoren mehr bieten. Das treibt die Kosten seiner Schulden weiter nach oben.
Was das für Sparer bedeutet
Lange galten US-Anleihen als die sicherste Anlage der Welt. Wenn Notenbanken diesem Versprechen zunehmend misstrauen, sollten private Anleger aufmerksam werden. Seit Jahren kaufen genau diese Institutionen Gold in großen Mengen, also ein Vermögen, das niemandem gegenüber ein Zahlungsversprechen ist.
Für deutsche Sparer, die mit dem 500-Milliarden-Sondervermögen der Bundesregierung auch im eigenen Land eine wachsende Schuldenlast erleben, liegt ein Schluss nahe: Physisches Gold und Silber können als Beimischung in einem breit gestreuten Vermögen eine sinnvolle Absicherung gegen Schulden- und Währungsrisiken sein.
Hinweis: Dieser Beitrag dient ausschließlich der allgemeinen Information und stellt keine Anlageberatung oder Aufforderung zum Kauf oder Verkauf von Wertpapieren, Edelmetallen oder sonstigen Anlageprodukten dar. Jeder Anleger muss sich selbst informieren und trifft seine Anlageentscheidungen in eigener Verantwortung.
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