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Kettner Edelmetalle
13.08.2026
05:46 Uhr
KI-generiert

Schuldenrausch in Europa: Amerika und China bauen derweil die Zukunft

Schuldenrausch in Europa: Amerika und China bauen derweil die Zukunft
Symbolbild: KI-generiert

Die Staatsschulden explodieren rund um den Globus – doch das Geld landet an sehr unterschiedlichen Orten. Während die USA Milliarden in künstliche Intelligenz und Energieinfrastruktur pumpen und China seine Roboterfabriken hochfährt, setzen die EU und Deutschland vor allem auf eines: neue Kredite und eine willige Notenbank. Ökonomen warnen, dass Europa damit den entscheidenden Wettlauf verliert.

Schulden sind nicht gleich Schulden

Auch Washington ist hoch verschuldet. Der Unterschied liegt in der Verwendung. In den Vereinigten Staaten wächst die Wirtschaft, und die Produktivität zieht an – getrieben von massiven privaten Investitionen in Rechenzentren, KI-Modelle und Stromnetze. Beobachter sprechen bereits von der Vorbereitung einer neuen Prosperitätswelle.

In Europa dagegen fehlt genau dieser Produktivitätsmotor. Dabei wäre er die Lebensversicherung des Sozialstaats. Ohne Produktivitätswachstum ist keine Rente sicher – ein Zusammenhang, den Ökonomen seit Jahrzehnten predigen und den die Politik gerne überhört.

Rechnen wir kurz nach

Der Ökonom Alexander Horn hat vorgerechnet, wie wenig eigentlich nötig wäre: Um die demografische Alterung seit 1900 auszugleichen und das damalige Wohlstandsniveau für Erwerbstätige wie Ältere zu halten, hätte laut seiner Analyse ein durchschnittlicher Produktivitätsanstieg von 0,3 Prozent pro Jahr genügt. Tatsächlich lag er über rund 200 Jahre bei etwa zwei Prozent – daraus erwuchsen der Wohlstand und die staatlichen Verteilungsspielräume, die heute als selbstverständlich gelten.

Genau dieser Motor stottert. Und je schwächer die Wirtschaft, desto lauter der Ruf nach der Notenpresse.

Die EZB und ihr Instrumentenkasten

Damit die Zinsen für Staatsanleihen nicht durch die Decke gehen, hält die Europäische Zentralbank ein ganzes Arsenal bereit. Dazu zählen:

  • das Transmission Protection Instrument (TPI), mit dem gezielt Anleihen einzelner Mitgliedstaaten gekauft werden können,
  • das aus der Euro-Krise bekannte OMT-Programm, das im Extremfall unbegrenzte Käufe erlaubt,
  • sowie eine großzügig geöffnete Repo-Fazilität für den Notfall.

Maastricht-Kriterien, Schuldenbremse, Haushaltsdisziplin – Kritiker halten diese Formeln längst für politische Rhetorik, die verdampft, sobald es ernst wird. Die Rechnung zahlt am Ende der Sparer über die Inflation.

Ein Land tanzt aus der Reihe

Der Ökonom Robin Brooks, früher Chefvolkswirt bei Goldman Sachs, verweist auf einen Ausreißer: Die Renditen langlaufender Staatsanleihen stiegen fast überall, doch die Schweiz mit einer Staatsverschuldung von wenig mehr als 30 Prozent bilde die Ausnahme. Andernorts seien Fiskalpolitik und Schulden außer Kontrolle.

Chinas stille Offensive

Wie ernst die Lage ist, zeigt ein Blick nach Fernost. Nach Angaben der chinesischen Marktregulierungsbehörde entstanden allein im ersten Halbjahr 2026 rund 116.000 neue Unternehmen im Bereich humanoider Roboter, 9,5 Prozent mehr als im Vorjahreszeitraum. Das Industrieministerium meldet für 2025 etwa 20.000 produzierte Humanoide – im ersten Halbjahr 2026 waren es bereits über 40.000, für das Gesamtjahr werden mehr als 100.000 Einheiten erwartet.

Bundeskanzler Friedrich Merz konnte sich bei seiner China-Reise Anfang 2026 selbst ein Bild machen. Die Frage ist, welche Konsequenzen daraus folgen. Denn Geld aus dem Nichts ersetzt weder Kapitalstock noch Erfindergeist.

Was das für Sparer bedeutet

Wo Schulden wachsen und die Produktivität stagniert, bleibt Geldentwertung das bequemste politische Ventil. Physische Edelmetalle wie Gold und Silber können in einem breit gestreuten Vermögen als Gegengewicht dienen – sie lassen sich nicht per Knopfdruck vermehren.

Hinweis: Dieser Beitrag stellt keine Anlageberatung dar. Er gibt die Einschätzung unserer Redaktion auf Basis der uns vorliegenden Informationen wieder. Jeder Anleger ist für seine Entscheidungen selbst verantwortlich und sollte eigene Recherchen anstellen.

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