
Schweden setzt auf Kernkraft – und Deutschland schaut in die Röhre
Während die Bundesrepublik ihre letzten Kernkraftwerke im April 2023 in einem Akt ideologischer Selbstverstümmelung vom Netz nahm, geht der schwedische Energieriese Vattenfall den exakt entgegengesetzten Weg. Der Konzern plant, die Laufzeiten seiner bestehenden Atomkraftwerke um satte 20 Jahre zu verlängern – und prüft obendrein den Bau einer neuen Generation von Mini-Reaktoren. Eine Ohrfeige für alle, die Kernenergie als Auslaufmodell verkaufen wollten.
Vattenfall-Chefin setzt auf nukleare Renaissance
Konzernchefin Anna Borg macht keinen Hehl aus ihrer strategischen Überzeugung. Neue Kernenergie befinde sich in vielen Ländern im Aufschwung, so die Managerin. Was in deutschen Ohren fast ketzerisch klingt, ist in Schweden schlicht pragmatische Energiepolitik. Die bestehenden Reaktoren sollen durch technische Modernisierung, neue Genehmigungsverfahren und klare Investitionspläne fit gemacht werden für zwei weitere Jahrzehnte zuverlässiger Stromproduktion.
Die Logik dahinter ist bestechend einfach – und genau deshalb für ideologiegetriebene Energiepolitiker so schwer verdaulich: Kernenergie liefert konstant Grundlaststrom, unabhängig davon, ob der Wind weht oder die Sonne scheint. Borg formuliert es unmissverständlich: Kernenergie trage zur Stabilität der Strompreise in Schweden bei. Man stelle sich vor, ein deutscher Energiemanager würde einen solchen Satz öffentlich aussprechen – der mediale Shitstorm wäre programmiert.
Mini-Reaktoren als Zukunftstechnologie
Doch Vattenfall belässt es nicht beim Bestandsschutz. Parallel zur Laufzeitverlängerung prüft der Konzern den Einstieg in die sogenannte SMR-Technologie – Small Modular Reactors. Auf der Halbinsel Värö südlich von Göteborg könnten drei bis fünf dieser kompakten Reaktoreinheiten entstehen. Das Prinzip ist so elegant wie einleuchtend: Modular aufgebaute Einheiten mit geringerer Leistung pro Modul, die sich schrittweise ergänzen lassen, sodass die Gesamtkapazität mit dem tatsächlichen Bedarf mitwachsen kann.
Borg zeige sich zuversichtlich, dass der Bau modularer Reaktoren mit der Zeit zu erheblichen Kosteneinsparungen führen werde. Die Vorfertigung standardisierter Komponenten soll Bauzeiten verkürzen und Kosten kalkulierbarer machen. Freilich bleibt abzuwarten, ob die Serienfertigung tatsächlich in Gang kommt oder ob einzelne Projekte in bürokratischen Genehmigungsschleifen versanden. Doch allein die Tatsache, dass ein europäischer Großkonzern diese Technologie ernsthaft vorantreibt, spricht Bände.
Das Grundlast-Problem, das Deutschland verdrängt
Was Vattenfall mit seiner Doppelstrategie adressiert, ist ein Problem, das auch Deutschland mit voller Wucht trifft – nur dass man es hierzulande lieber unter den Teppich kehrt. An windreichen, sonnigen Tagen produzieren erneuerbare Energien Überschüsse, die weder Netze noch Speicher aufnehmen können. In dunklen, windstillen Winterwochen hingegen klafft eine gewaltige Versorgungslücke, die nur durch teure Importe oder fossile Reservekapazitäten geschlossen werden kann. Die berüchtigte „Dunkelflaute" ist kein theoretisches Konstrukt, sondern bittere Realität.
Schweden hat das verstanden. Deutschland offensichtlich nicht. Während unsere skandinavischen Nachbarn auf einen intelligenten Mix aus erneuerbaren Energien und verlässlicher Kernkraft setzen, hat sich die Bundesrepublik in eine energiepolitische Sackgasse manövriert. Die Abschaltung der letzten drei deutschen Kernkraftwerke – Isar 2, Neckarwestheim 2 und Emsland – wird von immer mehr Experten als historischer Fehler bewertet. Die Strompreise in Deutschland gehören zu den höchsten in Europa, energieintensive Industrien wandern ab, und die Abhängigkeit von Gasimporten bleibt erschreckend hoch.
Eine Lektion in energiepolitischer Vernunft
Vattenfalls Strategie ist im Grunde eine Lehrstunde für alle, die glauben, eine Industrienation könne ausschließlich mit wetterabhängigen Energiequellen betrieben werden. Die Kombination aus Bestandssicherung durch Laufzeitverlängerung und technologischer Innovation durch SMR-Neubauten zeigt, wie verantwortungsvolle Energiepolitik aussehen kann. Kurzfristig Stabilität gewährleisten, langfristig Optionen schaffen – statt ideologisch motiviert funktionierende Infrastruktur abzureißen.
Dass ausgerechnet Vattenfall, ein Unternehmen, das auch auf dem deutschen Markt aktiv ist, diese Strategie verfolgt, hat eine gewisse Ironie. In Schweden baut der Konzern Kernkraft aus, in Deutschland musste er sich dem politischen Willen beugen und seine nuklearen Aktivitäten einstellen. Zwei Länder, ein Konzern, zwei diametral entgegengesetzte Energiephilosophien. Die Frage, welcher Ansatz sich als zukunftsfähiger erweisen wird, dürfte sich in den kommenden Jahren von selbst beantworten.
Für den deutschen Bürger, der jeden Monat aufs Neue über seine Stromrechnung stöhnt, ist die Nachricht aus Schweden jedenfalls ein weiterer Beleg dafür, dass pragmatische Energiepolitik möglich ist – wenn man sie denn will. Die neue Bundesregierung unter Friedrich Merz täte gut daran, die ideologischen Scheuklappen der Vorgängerregierung endlich abzulegen und zumindest eine ergebnisoffene Debatte über die Zukunft der Kernenergie in Deutschland zuzulassen. Denn eines steht fest: Die Physik lässt sich nicht durch Parteiprogramme überlisten.
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