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09.09.2026
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Seat vor dem Aus: Warum Škoda plötzlich der VW-Star ist

Seat vor dem Aus: Warum Škoda plötzlich der VW-Star ist
Symbolbild: KI-generiert

Der Volkswagen-Konzern zieht die Reißleine: Die spanische Traditionsmarke Seat soll spätestens Ende 2029 verschwinden. Der Aufsichtsrat billigte Anfang September einstimmig den „Zukunftsplan 2030“ – ein Sparprogramm historischen Ausmaßes. Während Seat abgewickelt wird, fährt die tschechische Schwester Škoda von Rekord zu Rekord.

50.000 Stellen – und das ist nur die zweite Welle

Zusätzlich zu den bereits 2024 beschlossenen rund 50.000 Stellenstreichungen in Deutschland sollen konzernweit weitere etwa 50.000 Arbeitsplätze wegfallen. Medienberichten zufolge will VW zudem die Modellpalette halbieren, vier deutsche Werke gelten als gefährdet.

Über das Seat-Aus hatte zuerst die Wirtschaftswoche berichtet, gestützt auf einen internen Vorstandsbeschluss. Ein VW-Sprecher wollte das nicht kommentieren. Auffällig ist allerdings: Im Konzernplan für 2030 taucht Seat schlicht nicht mehr auf.

„Eine Fortführung von Seat in der bisherigen Form würde zusätzliche Ressourcen binden, während die strategische Weiterentwicklung innerhalb der Markengruppe Cupra fokussiert werden soll.“

So heißt es in dem Papier. Bestehende Kunden sollen weiter betreut, laufende Verträge erfüllt werden – zumindest in den kommenden Jahren. Für eine Marke, die 1950 gegründet wurde und mit dem Ibiza millionenfach Europas Straßen prägte, ein stiller Abgang.

Ein Gewinneinbruch von 99,8 Prozent

Die Zahlen sind brutal. 2025 erzielte die Seat S.A. mit 15,3 Milliarden Euro zwar den höchsten Umsatz ihrer Geschichte, auch der Absatz kletterte mit 586.300 Fahrzeugen auf Rekordniveau. Das operative Ergebnis? Eine einzige Million Euro – ein Minus von 99,8 Prozent gegenüber den 633 Millionen des Vorjahres.

Die Marke Seat allein verlor 17 Prozent Absatz und kam nur noch auf 257.400 Fahrzeuge. Cupra dagegen legte um 32,5 Prozent auf 328.000 Einheiten zu. In Deutschland, dem wichtigsten Markt, standen 103.100 Cupra gerade einmal 53.000 Seat gegenüber.

Technologieoffenheit schlägt Ideologie

Škoda knackte 2025 erstmals die 30-Milliarden-Marke beim Umsatz, das operative Ergebnis stieg um 8,6 Prozent auf rund 2,5 Milliarden Euro. Im ersten Halbjahr 2026 erreichten die Tschechen laut Unternehmensangaben eine operative Marge von 8,5 Prozent – mehr als das Fünffache des Seat-Werts von rund 1,6 Prozent.

Der entscheidende Unterschied liegt aus Sicht vieler Branchenbeobachter im Antriebsmix. Während sich VW, Audi, Porsche und eben auch Seat/Cupra früh auf die Elektrifizierung festlegten, bietet Škoda Verbrenner, Hybride und Stromer parallel an. Škoda-Chef Klaus Zellmer erklärte im Frühjahr gegenüber Bild sinngemäß, man produziere und verkaufe schlicht das, was der Kunde wolle – unabhängig vom Antrieb.

Hinzu kommen niedrigere Produktionskosten in Tschechien. Spanien ist teurer, Deutschland deutlich teurer. Im Elektrosegment wiederum drücken chinesische Hersteller mit aggressivem Preis-Leistungs-Verhältnis in den Markt.

Eine Lehre, die weit über VW hinausreicht

Wer Kunden vorschreibt, was sie zu kaufen haben, verliert sie. Kritiker der europäischen Verbrenner-Politik sehen im Fall Seat ein Lehrstück: Politisch gesetzte Technologiepfade ersetzen keine Nachfrage. Ganz ungeschoren bleibt übrigens auch Škoda nicht – ein Effizienzprogramm soll die Stellen außerhalb der Produktion bis 2028 um rund 15 Prozent senken.

Für Sparer und Anleger ist die Botschaft unbequem: Selbst Industrieikonen sind nicht krisenfest. Wer sein Vermögen breit aufstellt, zieht daraus oft den Schluss, neben unternehmerischen Beteiligungen auch physische Edelmetalle als stabilisierende Beimischung zu halten.

Hinweis: Dieser Beitrag stellt keine Anlageberatung dar. Er gibt die Einschätzung unserer Redaktion auf Basis der uns vorliegenden Informationen wieder. Jeder Leser ist für seine Anlageentscheidungen selbst verantwortlich und sollte eigenständig recherchieren.

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