
Selenskyjs verzweifelte Bettelreise durch Europa: Wenn der Krieg im Nahen Osten die Ukraine in den Schatten stellt

Es ist ein Bild, das an Tragik kaum zu überbieten ist: Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj tingelt durch die europäischen Hauptstädte wie ein vergessener Rockstar auf Abschiedstournee – nur dass es hier nicht um Applaus geht, sondern um das nackte Überleben seines Landes. London, Paris, Bukarest, Madrid. Die Botschaft ist so simpel wie verzweifelt: Vergesst uns nicht.
Der Iran-Krieg verschlingt die Aufmerksamkeit – und die Waffen
Was Selenskyj zu dieser hektischen Reisediplomatie treibt, ist ein geopolitischer Albtraum, der sich seit Wochen zusammenbraut. Der Krieg im Iran, der mittlerweile in seine dritte Woche geht, saugt wie ein schwarzes Loch sämtliche militärischen Ressourcen und politische Aufmerksamkeit des Westens auf. Amerikanische Luftabwehrraketen – jene Patriot-Systeme, die für die Ukraine buchstäblich überlebenswichtig sind – werden in rasendem Tempo verbraucht, um iranische Vergeltungsschläge im gesamten Nahen Osten abzufangen.
Und als wäre das nicht genug, profitiert ausgerechnet Moskau von der Eskalation. Steigende Ölpreise spülen Russland zusätzlich rund 128,80 Millionen Euro pro Tag in die Kassen. Geld, das Wladimir Putin ohne Umwege in seine Kriegsmaschinerie gegen die Ukraine pumpen kann. Man muss kein Stratege sein, um zu erkennen: Jeder Tag, an dem die Welt auf den Nahen Osten starrt, ist ein guter Tag für den Kreml.
Vom Buckingham-Palast zum Basar: Selenskyj verkauft alles, was er hat
Am Dienstag traf Selenskyj zunächst König Charles im Buckingham-Palast, bevor er sich mit dem britischen Premierminister Keir Starmer und NATO-Generalsekretär Mark Rutte zusammensetzte. Am Mittwoch sollte es weiter nach Madrid zu Pedro Sánchez gehen. Früher, so hieß es aus seinem Umfeld, würde der ukrainische Präsident sein Land nur aus Gründen äußerster Dringlichkeit verlassen. Nun scheint jeder Tag dringlich genug.
Bemerkenswert ist dabei die neue Strategie Kiews. Selenskyj versucht sich nicht mehr nur als Bittsteller zu positionieren, sondern als Anbieter militärischen Know-hows. Seine Streitkräfte verfügen über jahrelange Erfahrung in der Abwehr iranisch konstruierter Schahed-Drohnen – genau jener Waffen, die nun auch im Nahen Osten für Schrecken sorgen. Erstmals hat die Ukraine Gespräche mit Drittstaaten aufgenommen, um selbst entwickelte Waffensysteme zu exportieren, und damit kriegsbedingte Exportbeschränkungen aufgehoben. Selenskyj postet sogar auf Arabisch in den sozialen Medien, um den Golfstaaten seine Dienste anzubieten.
Die Golfstaaten als neue Hoffnungsträger?
Die Rechnung ist so kühn wie durchsichtig: Wenn die Golfstaaten ukrainische Drohnenabwehr-Expertise erhalten, könnten sie im Gegenzug Patriot-Raketen an Kiew liefern – oder zumindest Putin zu einem Waffenstillstand drängen. Ob diese Strategie aufgeht, steht freilich in den Sternen. Die Golfmonarchien haben sich bislang geschickt auf einer diplomatischen Zwischenposition eingerichtet und Russlands Angriffskrieg zwar nie gebilligt, aber auch nie ernsthaft sanktioniert.
KI-Armee und Drohnendeals: Großbritannien als letzter Anker?
Konkreter sind die Vereinbarungen mit London. Großbritannien und die Ukraine wollen eine KI-Partnerschaft schmieden, die auf den Aufbau einer „KI-gesteuerten Armee der nächsten Generation" abzielt. Autonome Systeme sollen auf dem Schlachtfeld schnellere und bessere Entscheidungen treffen als jeder menschliche Kommandeur. London investiert knapp 600.000 Euro in ein KI-Datenzentrum in Kiew – eine Summe, die angesichts der Dimensionen dieses Krieges fast lächerlich wirkt, aber symbolisch von Bedeutung sein dürfte.
Starmer erklärte, man müsse „im Gleichschritt mit Partnern und Verbündeten arbeiten, um Sicherheit im eigenen Land und im Ausland zu gewährleisten". Gleichzeitig berichteten britische Medien, der Premier erwäge, Zehntausende Drohnen in den Nahen Osten zu entsenden. Selenskyj hofft, von diesem Geschäft zu profitieren und im Gegenzug Patriot-Lieferungen zu erhalten.
Europa zwischen zwei Feuern – und Deutschland schweigt
Was bei all dem auffällt: Von der neuen deutschen Bundesregierung unter Friedrich Merz hört man in diesem Zusammenhang erstaunlich wenig. Während Selenskyj von Hauptstadt zu Hauptstadt eilt, scheint Berlin einmal mehr in der Zuschauerrolle zu verharren. Dabei wäre gerade jetzt eine klare deutsche Positionierung gefragt – nicht nur gegenüber der Ukraine, sondern auch gegenüber einer Trump-Administration, die ihre Vermittlungsbemühungen im Ukraine-Konflikt offenbar auf die lange Bank geschoben hat.
Die bittere Wahrheit ist: Der Westen kann sich zwei große Kriege gleichzeitig schlicht nicht leisten. Nicht militärisch, nicht finanziell, nicht politisch. Westliche Diplomaten ringen hinter den Kulissen darum, genügend Kapazitäten für beide Krisen freizumachen – ein Unterfangen, das an die Quadratur des Kreises erinnert. Und während in Brüssel und Washington die Prioritätenlisten neu sortiert werden, sterben in der Ukraine weiterhin jeden Tag Menschen.
Selenskyjs Europatournee ist daher weit mehr als diplomatische Routine. Sie ist ein Hilferuf, verpackt in Staatsbesuche und Handshakes vor goldenen Kulissen. Die Frage, die sich Europa stellen muss, ist unbequem, aber unausweichlich: Wie viele Kriege kann der Westen gleichzeitig führen – und welchen ist er bereit, zu verlieren?
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