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Showdown am Arbeitsmarkt: Entscheidet der US-Jobbericht über Silber?

Showdown am Arbeitsmarkt: Entscheidet der US-Jobbericht über Silber?
Symbolbild: KI-generiert

Heute um 14:30 Uhr deutscher Zeit veröffentlicht das US-Arbeitsministerium seinen Arbeitsmarktbericht für Oktober, und an den Märkten wird es schlagartig still. Ökonomen erwarten laut dem Datenanbieter FactSet ein Plus von 65.000 neuen Stellen außerhalb der Landwirtschaft. Für Gold und Silber kann diese eine Zahl viel bewegen.

Nach dem September-Desaster: Kommt die Erholung?

Der September war für Optimisten eine kalte Dusche. Mit nur 29.000 neuen Jobs kam am Ende rund ein Drittel dessen heraus, was Volkswirte erwartet hatten. Noch peinlicher wurde es bei den Korrekturen: Die zunächst gemeldeten 21.000 neuen Stellen im Juli wurden nachträglich in einen Verlust von 10.000 Jobs umgerechnet.

Für Oktober sehen die Prognosen so aus:

  • Neue Stellen: rund 65.000 (September: 29.000)
  • Arbeitslosenquote: unverändert bei 4,2 Prozent
  • Stundenlöhne: plus 0,3 Prozent zum Vormonat (September: plus 0,1 Prozent)
  • Wochenarbeitszeit: stabil bei 34,4 Stunden

Ganz einig ist man sich nicht. Bei Vanguard rechnet man mit 120.000 Stellen, das wäre fast das Doppelte des Konsenses. Gregory Daco, Chefökonom von EY-Parthenon, erwartet etwa 74.000. Wachsen dürften vor allem Gesundheitswesen, Bildung und Bau, während Finanz- und Informationsdienstleister weiter schwächeln.

Ein Arbeitsmarkt im Kühlschrank

Laut Daco sei der US-Arbeitsmarkt insgesamt robust, aber „eingefroren“. Es gebe also kaum Bewegung von Monat zu Monat. Ein Grund: Wegen strengerer Einwanderungsregeln und einer alternden Belegschaft brauche die US-Wirtschaft inzwischen viel weniger neue Stellen, um mit dem Arbeitskräfteangebot Schritt zu halten. Schwache Zahlen müssen deshalb nicht automatisch Alarm bedeuten.

PNC-Chefökonom Gus Faucher hebt laut Bericht zwei Faktoren hervor, warum die Industrie 2026 wieder Leute einstellt: den Ausbau der Tech-Infrastruktur und Produktion, die in die USA zurückgeholt wird. Für deutsche Exporteure ist das eine unbequeme Nachricht. Während Amerika Fabriken zurückholt, kämpft der Standort Deutschland mit hohen Energiepreisen, Bürokratie und Abgaben.

Warsh will den Zins weiter anheben

Dass die Fed unter ihrem Chef Kevin Warsh die Zinsen nicht senkt, sondern anhebt, liegt an der Inflation. Warsh hält den Arbeitsmarkt Berichten zufolge für vereinbar mit dem Ziel der Vollbeschäftigung. Seine Priorität sei, die Teuerung zurück auf zwei Prozent zu bringen. Nach der Zinserhöhung im September preisten Anleger am Mittwoch eine Wahrscheinlichkeit von 79 Prozent für einen weiteren Viertelpunkt am 9. Dezember ein.

„Wir befinden uns ein wenig in einem Goldlöckchen-Szenario“, so Vanguard-Ökonom Adam Schickling sinngemäß. Das Lohnwachstum stütze den Konsum, ohne breiteren Inflationsdruck auszulösen.

Schickling zufolge würde erst ein Ausreißer mit mehr als 100.000 Stellen und einer Quote von 4,1 Prozent den Markt merklich bewegen. Dann dürften Anleger für das erste Quartal 2027 weitere Zinserhöhungen erwarten.

Was das für Silber und Gold bedeutet

Die Edelmetalle gehen angeschlagen in den Freitag. Nach einem heftigen Ausverkauf bei Tech-Aktien sank die Zinswette Medienberichten zufolge zuletzt auf rund 68 Prozent. Gold hat sich wieder über 4.000 Dollar je Unze erholt. Silber prallte von einer wichtigen Unterstützung bei etwa 50 Dollar ab und notierte zuletzt im Bereich von 55 Dollar. Wegen der Sorgen um die Industrienachfrage hinkt es aber hinterher.

Die Rechnung ist einfach. Schwache Daten würden Zinssorgen dämpfen und die Metalle stützen. Starke Zahlen könnten dagegen den Dollar treiben und Druck ausüben. Ein weiterer Risikofaktor ist der Ölpreis, der am Donnerstag nach Berichten über brennende Tanker in der Straße von Hormus wieder gestiegen ist. Kurzfristige Ausschläge ändern aber nichts am Grundsätzlichen: Wer sein Vermögen vor Inflation, Schuldenbergen und geopolitischen Krisen schützen will, für den bleiben physisches Gold und Silber eine sinnvolle Beimischung in einem breit gestreuten Portfolio.

Hinweis: Dieser Beitrag stellt keine Anlageberatung und keine Aufforderung zum Kauf oder Verkauf von Wertpapieren oder Edelmetallen dar. Er gibt die Meinung unserer Redaktion auf Basis der uns vorliegenden Informationen wieder. Jeder Anleger muss sich selbst informieren und trägt die Verantwortung für seine Anlageentscheidungen selbst.

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