
Sieg der Vernunft: Bürger stoppen Windrad-Wahn in der Uckermark

Es gibt sie noch, die kleinen Erfolge gegen den ideologisch entfesselten Ausbau-Furor der grün geprägten Energiepolitik. In der beschaulichen brandenburgischen Gemeinde Angermünde, genauer im Ortsteil Crussow mit gerade einmal rund 500 Einwohnern, hat eine engagierte Bürgerinitiative geschafft, woran landauf, landab so viele scheitern: Sie hat sechs geplante Windräder vorerst gestoppt. Das Landesamt für Umwelt verhängte einen Baustopp – und das ausgerechnet zugunsten der heimischen Tierwelt.
Wenn der Naturschutz die Naturzerstörung bremst
Wie die Märkische Oderzeitung berichtet, folgte die Behörde der Argumentation der Initiative „Crussow lebenswert". Diese hatte darauf hingewiesen, dass in unmittelbarer Nachbarschaft der Baustelle Rohrweihen und Kraniche ihre Brutplätze haben. Der Lärm der Bauarbeiten könne die Tiere derart stören, dass sie ihre Horste aufgeben – ein klarer Verstoß gegen geltende EU-Richtlinien zum Artenschutz. Der ehrenamtliche Horstbetreuer der Initiative dokumentierte die brütenden Vögel mit Fotos und schuf so eine handfeste Beweislage.
Die Reaktion des Landesamtes fiel deutlich aus: Störungen, die zur Aufgabe des Brutplatzes führen könnten, seien verboten. Der Bauherr müsse nun nachbessern und Schutzkonzepte vorlegen. Pikant: Dass die Vögel überhaupt in diesem Gebiet brüten, sei der Behörde erst nach Abschluss des Genehmigungsverfahrens bekannt geworden – ein Eingeständnis behördlichen Versagens, das man sich auf der Zunge zergehen lassen sollte.
Der Investor zeigt sich verärgert – und ahnungslos zugleich
Auf Seiten des Bauherrn herrscht erwartungsgemäß wenig Begeisterung. Geschäftsführer Jan Teut beklagte gegenüber der MOZ, sein Unternehmen habe das Landesamt während des Genehmigungsverfahrens sehr wohl über die Brutplätze informiert. Die Bauarbeiten hätten die Vögel bislang scheinbar nicht beeinträchtigt. Besonders verärgert zeigte er sich über das, was er das „Gejammere der Bürgerinitiative und selbst ernannter ehrenamtlicher Horstbetreuer" nannte. Schließlich handle es sich um ein rechtskräftig ausgewiesenes Windkraftgebiet.
Eine bemerkenswerte Wortwahl. Wer engagierten Bürgern, die in ihrer Freizeit Tiere beobachten und schützen, derart abfällig begegnet, offenbart einiges über das Demokratieverständnis im Lager der Windkraft-Profiteure. Es sind eben jene Bürger, die vor Ort leben, die täglich mit den Konsequenzen der gigantomanischen Energiewende konfrontiert sind – mit zerschnittenen Landschaften, Infraschall, Schattenwurf und nun eben auch mit dem Verlust heimischer Vogelarten.
Die Rechnung der Kommune – und der wahre Preis
Teut verwies pflichtschuldig auf die finanziellen Vorzüge: 171.000 Euro sollen jährlich an die Gemeinde fließen, sobald die Anlagen am Netz seien. Eigentlich war geplant, dass die Windräder im Dezember einsatzbereit sein sollten. Ob dieser Zeitplan angesichts des Baustopps zu halten ist, steht in den Sternen. Die monströsen Fundamente jedenfalls sind bereits gegossen – tonnenweise Stahlbeton, der nun, sollten die Räder doch nicht gebaut werden, als bizarres Mahnmal einer ideologisch getriebenen Energiepolitik in der Landschaft verbleiben dürfte.
Hier zeigt sich exemplarisch der Widerspruch der heutigen Klimapolitik: Im Namen einer angeblich notwendigen Rettung der Natur werden Wälder abgeholzt, Landschaften zerstört, Vögel und Fledermäuse zerschreddert. Der vermeintliche Umweltschutz frisst seine eigenen Kinder. Der gesunde Menschenverstand, der den Erhalt gewachsener Kulturlandschaften und intakter Ökosysteme über abstrakte CO₂-Bilanzen stellt, wird als rückständig diffamiert.
Ein Funken Hoffnung in trüben Zeiten
Der Vorgang in Crussow ist ein Lichtblick. Er zeigt, dass Bürger nicht wehrlos sind, wenn sie sich organisieren, fundiert argumentieren und die geltenden Gesetze auf ihrer Seite haben. Während die neue Bundesregierung unter Friedrich Merz mit ihrem 500-Milliarden-Euro-Sondervermögen und der im Grundgesetz verankerten Klimaneutralität bis 2045 weiter munter Schulden auf Kosten kommender Generationen anhäuft, erinnert dieser Fall daran: Politik wird auch vor Ort gemacht.
Es bleibt abzuwarten, wie der Bauherr nun reagiert. Möglich, dass er Schutzmaßnahmen präsentiert, die das Landesamt zufriedenstellen. Möglich aber auch, dass der Brutplatz die Anlagen dauerhaft verhindert. Für die Bürger von Crussow ist es vorerst ein Etappensieg – und ein Beweis, dass auch David gegen Goliath bestehen kann, wenn er nur die richtigen Steine in seiner Schleuder hat. In diesem Fall waren es Rohrweihen und Kraniche.

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