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Kettner Edelmetalle
24.02.2026
18:04 Uhr

Silber-Ansturm bei der Perth Mint – während Gold und Platin auf der Stelle treten

Silber-Ansturm bei der Perth Mint – während Gold und Platin auf der Stelle treten

Die Edelmetallmärkte präsentieren sich derzeit in einem bemerkenswerten Spannungsfeld: Während der Goldpreis nach seinen historischen Rekordständen Ende Dezember in eine Konsolidierungsphase eingetreten ist und Platin bei rund 2.100 US-Dollar je Unze seitwärts tendiert, erlebt Silber einen regelrechten Nachfrageboom. Die Perth Mint, eine der renommiertesten Prägestätten der Welt, meldete für Januar einen Anstieg der Silberverkäufe um atemberaubende 188 Prozent gegenüber dem Vormonat.

Gold im Wartemodus – Zinssenkungen als Hoffnungsschimmer

Der Goldpreis bewegt sich nach Einschätzung des Edelmetall- und Raffineriedienstleisters Heraeus in einer klar abgegrenzten Handelsspanne. Kein ausgeprägter Aufwärtstrend, kein Absturz – schlicht Seitwärtsbewegung auf hohem Niveau. Das klingt zunächst unspektakulär, doch die Gemengelage dahinter ist alles andere als langweilig.

Auf der einen Seite drückt ein erstarkter US-Dollar auf den Goldpreis, da das Edelmetall in anderen Währungen dadurch teurer wird und die internationale Nachfrage bremsen kann. Auf der anderen Seite rechnen zahlreiche Marktteilnehmer im Jahresverlauf mit mehreren Zinssenkungen – frühestens ab Juni, im zweiten Halbjahr dann möglicherweise drei oder mehr Schritte. Sinkende Zinsen sind traditionell ein Katalysator für steigende Goldpreise, da die Opportunitätskosten für das Halten des zinslosen Edelmetalls sinken. In diesem Spannungsfeld erscheint die aktuelle Konsolidierung weniger als Schwäche denn als Verschnaufpause vor dem nächsten möglichen Anstieg.

Wer die Geschichte der Edelmetalle kennt, weiß: Solche Konsolidierungsphasen sind keine Seltenheit. Sie sind vielmehr das Fundament, auf dem nachhaltige Aufwärtsbewegungen gebaut werden. Kluge Anleger nutzen genau solche Phasen, um ihre Positionen aufzubauen – bevor die breite Masse aufwacht.

Ghana drängt an die Weltspitze – doch die Gier der Politik wächst mit

Auf der Angebotsseite sorgt Ghana für Schlagzeilen. Das westafrikanische Land hat seine Goldproduktion im vergangenen Jahr auf 187 Tonnen gesteigert und damit seine Position als größter Goldproduzent Afrikas weiter zementiert. Heraeus sieht sogar die Möglichkeit, dass Ghana künftig die USA überholen und zum fünftgrößten Goldförderland der Welt aufsteigen könnte.

Der Produktionsanstieg geht dabei vor allem auf das Konto des sogenannten Artisanal and Small-Scale Mining – also handwerklicher und kleingewerblicher Förderung. Die großen industriellen Minen hätten dagegen weitgehend stabil produziert. Ein Muster, das man kennt: Steigende Preise locken die kleinen Schürfer an, während die Großen mit sinkenden Erzgehalten in reiferen Lagerstätten kämpfen.

Doch wo Geld fließt, ist die Politik nicht weit. Die ghanaische Regierung prüfe eine Gesetzgebung, die die Gold-Royalty von einer pauschalen Abgabe auf einen variablen Satz von 5 bis 12 Prozent umstellen würde – abhängig vom jeweiligen Goldpreis. Ein klassisches Beispiel dafür, wie Regierungen in Zeiten hoher Rohstoffpreise die Hand aufhalten, statt ein investitionsfreundliches Klima zu schaffen. Die großen Produzenten hätten sich entsprechend enttäuscht gezeigt. Heraeus warnt zu Recht: Steigende Abgabenquoten mögen kurzfristig die Staatskassen füllen, langfristig aber Investitionen abschrecken und damit genau jene Einnahmen gefährden, die man zu maximieren versucht. Eine Lektion, die auch mancher europäischer Finanzminister beherzigen sollte.

Silber: Der heimliche Star der Stunde

Die eigentliche Sensation spielt sich jedoch am Silbermarkt ab. Die Perth Mint verkaufte im Januar 1,7 Millionen Unzen Silber in Form von Barren und Münzen – der höchste monatliche Absatz seit Mai 2023. Gleichzeitig gingen die Goldverkäufe der australischen Prägestätte um 19 Prozent auf 29.000 Unzen zurück. Ein deutlicheres Signal kann der Markt kaum senden.

Heraeus interpretiert diese Verschiebung als Hinweis darauf, dass preissensitive Käufer verstärkt auf Silber ausweichen, nachdem das weiße Metall Gold in der jüngsten Rallye übertroffen habe. Bei einem Schlusskurs von 82,45 US-Dollar je Unze in der Woche zum 20. Februar zeigt Silber eine beeindruckende Dynamik. Für den physischen Anleger, der sein Vermögen breit absichern möchte, bietet Silber derzeit ein besonders attraktives Chance-Risiko-Verhältnis – zumal das Metall neben seiner monetären Funktion auch eine unverzichtbare Rolle in der Industrie spielt, von Solarpanelen bis hin zur Elektronik.

Allerdings ordnet Heraeus die Januarzahlen auch in den längerfristigen Kontext ein: Seit dem Rekordjahr 2022, als die Perth Mint 23,2 Millionen Unzen Silber absetzte, sei der Trend rückläufig gewesen. Für 2025 werden 7,3 Millionen Unzen genannt. Die aktuellen Januarzahlen wirken damit wie ein kräftiger Zwischenimpuls – möglicherweise der Beginn einer Trendwende.

Platin profitiert von der Diesel-Renaissance

Auch am Platinmarkt tut sich Bemerkenswertes. Das Edelmetall konsolidiert bei etwa 2.100 US-Dollar je Unze, erhält aber unerwartete Unterstützung aus der Automobilindustrie. Der Stellantis-Konzern richte seine Produktion wieder stärker auf Dieselfahrzeuge aus, berichtet Heraeus. Der Grund? Die Nachfrage nach Elektrofahrzeugen in der EU entwickle sich schwächer als erwartet.

Was für eine Ironie der Geschichte. Jahrelang wurde der Diesel verteufelt, Fahrverbote verhängt, eine ganze Technologie zum Auslaufmodell erklärt – und nun kehrt er durch die Hintertür zurück. Stellantis habe sogar eine Wertberichtigung von 22 Milliarden Euro im Zusammenhang mit seinem Elektrofahrzeug-Geschäft vorgenommen, vollelektrische Modelle gestrichen und Joint Ventures mit Batterieunternehmen beendet. Die Realität holt die ideologiegetriebene Verkehrswende ein. Gelockerte Emissionsregeln in der EU, die zuvor ein vollständiges Auslaufen von Verbrennungsmotoren bis 2035 nahezu vorgezeichnet hatten, tun ihr Übriges.

Für Platin ist das eine gute Nachricht, denn das Metall wird in Dieselkatalysatoren eingesetzt. Zwar sei der Anteil reiner Dieselmodelle an den EU-Neuzulassungen 2025 auf 8,9 Prozent gefallen, während batterieelektrische Fahrzeuge 17,4 Prozent erreicht hätten. Doch die Verdrängung des Diesels werde sich „am Rand" verlangsamen, so Heraeus. Mehr als eine Million Dieselautos seien 2025 in Europa produziert worden.

Palladium und die Platingruppenmetalle

Bei den übrigen Platingruppenmetallen herrscht weitgehend Ruhe. Palladium bewege sich seit Anfang Februar in einer enger werdenden Spanne um 1.700 US-Dollar je Unze. Rhodium, Ruthenium und Iridium seien zuletzt stabil bei 11.050, 1.470 beziehungsweise 7.200 US-Dollar je Unze geblieben.

Physische Edelmetalle als Anker in unsicheren Zeiten

Das Gesamtbild, das sich aus der Heraeus-Analyse ergibt, ist eindeutig: Die Edelmetallmärkte werden von einem komplexen Geflecht aus Geldpolitik, Förderpolitik und industriellen Verschiebungen getrieben. In einer Welt, in der Trumps Zollpolitik die globalen Handelsströme durcheinanderwirbelt, die neue Bundesregierung unter Friedrich Merz ein 500-Milliarden-Euro-Schuldenpaket geschnürt hat und die geopolitischen Risiken vom Ukraine-Krieg bis zum Nahost-Konflikt kaum abnehmen, bleiben physische Edelmetalle ein unverzichtbarer Baustein jeder soliden Vermögensstrategie.

Gold mag sich gerade in einer Konsolidierung befinden – doch wer die fundamentalen Treiber betrachtet, erkennt: Die Argumente für das gelbe Metall sind intakt. Und Silber zeigt mit seinem Nachfrageboom eindrucksvoll, dass auch das „kleine Gold" seinen Platz im Portfolio verdient hat. Wer sein Vermögen gegen die schleichende Entwertung durch Inflation und politische Fehlentscheidungen schützen will, kommt an physischen Edelmetallen schlicht nicht vorbei.

Hinweis: Dieser Artikel stellt keine Anlageberatung dar. Jede Investitionsentscheidung sollte auf eigener, gründlicher Recherche basieren. Der Erwerb von Wertpapieren und Edelmetallen birgt Risiken, die bis zum Totalverlust des eingesetzten Kapitals führen können. Wir empfehlen, vor jeder Anlageentscheidung einen qualifizierten Finanzberater zu konsultieren. Für Verluste, die auf Basis der in diesem Artikel enthaltenen Informationen entstehen, übernehmen wir keine Haftung.

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