
Silber-Ansturm in London: Royal Mint knackt alle Rekorde!

Die britische Royal Mint erlebt 2026 einen Edelmetall-Boom wie noch nie. In den ersten neun Monaten des Jahres stiegen die VerkĂ€ufe von Silberbarren ĂŒber die Plattform der MĂŒnzprĂ€geanstalt um 295 Prozent, die Erlöse mit Platin um 118 Prozent. Beide Metalle haben schon vor Weihnachten jeden bisherigen Jahresrekord ĂŒbertroffen.
Das ist bemerkenswert, weil das Umfeld eigentlich dagegen spricht. Und es zeigt: Die BĂŒrger trauen dem Papiergeld-System offenbar immer weniger.
Gegen jede Lehrbuchlogik
Laut einem Bericht des Fachportals Kitco News waren Gold und Silber im Sommer krÀftig unter Druck. Die Inflation bleibt hartnÀckig, die Anleiherenditen sind gestiegen. Nach klassischer Lehre sind Edelmetalle, die keine Zinsen abwerfen, in so einer Lage weniger attraktiv.
Die Anleger sehen das offenbar anders. Wer die Teuerung jeden Tag an der Supermarktkasse spĂŒrt, fragt eher, was sein Geld in zehn Jahren noch wert ist, als was die nĂ€chste Staatsanleihe bringt. Sachwerte statt Versprechen, so könnte man die Stimmung beschreiben.
SilbermĂŒnzen legen um 323 Prozent zu
Besonders stark lief das GeschĂ€ft mit SilbermĂŒnzen. Ihr Umsatz kletterte in den ersten drei Quartalen um 323 Prozent gegenĂŒber dem Vorjahreszeitraum. Die Royal Mint, eine der Ă€ltesten MĂŒnzprĂ€geanstalten der Welt, sieht darin den Wunsch vieler Anleger, ihr Vermögen mit physischen Edelmetallen breiter zu streuen.
Das passt ins Bild: Schon 2025 hatte Silber Marktberichten zufolge die beste Jahresentwicklung seit 1979 verbucht und dabei viele andere Anlageklassen abgehÀngt.
Gold kommt zurĂŒck
Zu Jahresbeginn standen vor allem Silber und Platin im Mittelpunkt. Im dritten Quartal zog dann auch die Nachfrage nach Gold deutlich an. Die Erlöse mit GoldmĂŒnzen lagen von Juli bis September 21 Prozent ĂŒber dem Vorquartal. FĂŒr die ersten neun Monate ergibt sich ein Plus von 10 Prozent zum Vorjahr.
AuffĂ€llig ist der Zustrom neuer Kunden. 29 Prozent aller Edelmetall-KĂ€ufer im dritten Quartal kauften zum ersten Mal bei der Royal Mint. Die Zahl der Neukunden stieg gegenĂŒber dem Zeitraum April bis Juni um 13 Prozent.
Edelmetallexperte Stuart O'Reilly sieht in den Zahlen nach eigener EinschĂ€tzung einen Beleg dafĂŒr, dass Gold und Silber als Schutz gegen wirtschaftliche und geopolitische Unsicherheiten gefragt bleiben. GrĂŒnde fĂŒr Unsicherheit gibt es genug: der andauernde Ukraine-Krieg, die Eskalation im Nahen Osten, Trumps Zollpolitik und Schuldenberge in vielen westlichen HauptstĂ€dten.
Flaute in Amerika, Hunger in Europa
In den USA sieht es ganz anders aus. Die U.S. Mint hat in diesem Jahr bisher nur 111.500 Unzen Gold verkauft. Damit droht das schwĂ€chste Jahresergebnis seit dem Jahr 2000. Die hohen Zinsen in den Vereinigten Staaten dĂ€mpfen dort offenbar die Lust auf AnlagemĂŒnzen.
Europa erzĂ€hlt eine andere Geschichte. Hier profitiert die Royal Mint vom anhaltenden Interesse der Anleger an Metall, das man anfassen kann. Ăberraschend ist das nicht. Viele Sparer haben ĂŒber Jahre erlebt, wie Nullzinsen und danach die Inflation ihre Ersparnisse aufgezehrt haben. Gleichzeitig nehmen Regierungen immer neue Schulden auf, Berlin mit seinem 500-Milliarden-Sondervermögen eingeschlossen.
Fazit: Die BĂŒrger stimmen mit dem Geldbeutel ab
Die Zahlen aus GroĂbritannien senden eine klare Botschaft. Immer mehr Menschen wollen bei der Absicherung ihres Vermögens nicht allein Notenbanken und Finanzministern vertrauen. Physisches Gold und Silber kann als Beimischung in einem breit gestreuten Portfolio zur langfristigen Vermögenssicherung beitragen. Das gilt gerade dann, wenn das Vertrauen in PapierwĂ€hrungen bröckelt.
Hinweis: Dieser Beitrag dient ausschlieĂlich der allgemeinen Information und stellt keine Anlageberatung und keine Aufforderung zum Kauf oder Verkauf von Finanzprodukten oder Edelmetallen dar. Jeder Anleger sollte selbst recherchieren und ist fĂŒr seine Anlageentscheidungen allein verantwortlich.

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